Zwei Freunde, eine Mission

Marc Strätker und Markus Hillebrecht zeigen auf YouTube, was auf dem Grill so alles geht

Markus Hillebrecht und Marc Strätker in der Grillstation
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Die Beiden grillen: Markus Hillebrecht und Marc Strätker (rechts) suchen jede Woche neue Rezepte, die sie dann in ihren Videos auf YouTube vorstellen. Ihre Mission: Es gibt mehr als Würstchen – aber die sind auch lecker.

Grillen ist längst nicht mehr nur Würstchen auf den Rost und fertig. Grillen ist Kult. Zwei, die davon eine Menge verstehen und das an andere Grillfans weitergeben wollen, sind die Bönener Freunde Marc Strätker und Markus Hillebrecht. Jede Woche suchen sie nach neuen Rezepten oder Themen rund ums Grillen und produzieren ein Video für YouTube.

Bönen – Wenn an der Friedhofstraße Rauch aufsteigt, dann muss nicht die Feuerwehr alarmiert werden, dann sind Marc Strätker und Markus Hillebrecht in ihrem Element. Und kurze Zeit später weiß das dann auch der Rest der Welt – jedenfalls die, die auf dem Internetkanal YouTube unterwegs sind. Denn die beiden Bönener grillen zusammen nach dem Motto „drei Grills, zwei Freunde, eine Mission“ – und zwar ziemlich professionell und mit viel Spaß dabei. Ihr Wissen, ihre Tipps geben sie regelmäßig in ihren Videos an die Zuschauer weiter.

Grillen ist mehr, als nur Würstchen auf den Rost legen.

Das war früher einmal: Da kaufte Mann einen billigen Klappgrill und brutzelte Würstchen und Nackensteaks auf dem Rost. Fertig. Inzwischen, könnte man meinen, dass sich das Grillen zu einer höheren Kunstform entwickelt hat, die – will man es richtig machen – nicht nur umfassende Kenntnisse, sondern auch ein umfassendes Equipment erfordert. Ein Blick in die Grillabteilung bei Gartencentern und Baumärkten sowie in die heimischen Gärten beweist, in den vergangenen Jahren hat sich da Einiges getan.

Auf die Frage, was denn die Königsklasse beim Grillen ist, antwortet jeder Grillfan „Spareribs, Pulled Pork und Beef Brisket“. Die Barbecue-Welle ist längst mit voller Wucht aus den USA hier angekommen. Auch Marc Strätker und Markus Hillebrecht antworten wie aus der Pistole geschossen nach der hohen Grillkunst mit der Dreifaltigkeit aus Rippchen, „gerupftem“ Schweinefleisch und Rinderfilet. Aber Vorsicht: Von Spontanaktionen wird dringend abgeraten, denn da sind auch schon einmal mehr als zehn Stunden Garzeit zu bewältigen.

Markus Hillebrecht schneidet das Fleisch für Gyros.

Auch Marc Strätker und Markus Hillebrecht sind vom Barbecue-Virus infiziert. Längst reicht ein Grill nicht mehr aus, und in ihren Gärten wartet eine voll ausgestattete Grill-Ecke auf neue kulinarische Abenteuer.

Bevor es zur Sache geht: Was braucht man denn an Ausrüstung, wenn es gut werden soll? Das Motto ihrer YouTube-Aktivitäten „Drei Grills, zwei Freunde, eine Mission“ verrät vielleicht schon etwas darüber. „Drei Grills war der Anfang“, verrät Marc Strätker. „Inzwischen haben wir aufgerüstet auf jeweils zwei Grills – Gas und Holzkohle.“ Außerdem nennt Strätker einen Smoker, einen Beefer und einen Dutch Oven sein Eigen. Eigentlich fehlt noch eine richtige Outdoorküche, wo jetzt noch ein überschaubarer überdachter Grillplatz mit einer schmalen Arbeitstheke im Garten ist, findet Marc Strätker. Aber das Thema muss er noch mal mit seiner Frau diskutieren.

Ein paar Infos zur Ausstattung

Grill – Es muss nicht der teuerste sein. Ein Gasgrill sollte mindestens drei Flammen haben. Vorteil: Der Gasgrill ist sofort einsatzbereit. Beim Holzkohlegrill dauert es, bis die Betriebstemperatur erreicht ist. Empfehlenswert ist ein Kugelgrill mit Deckel, der die Hitze speichert.

Smoker – Das Smoken ist eine Technik, bei der vor allem größere Fleischstücke gegart und mit Rauch aromatisiert werden. Das Grillgut wird nicht direkt über der Glut gegart, sondern indirekt durch die Hitze, die in einer separaten Brennkammer erzeugt wird. Die Gartemperatur liegt beim Grillen bei bis zu 250 Grad, beim Barbecue nur zwischen 120 und 180 Grad.

Beefer – ist ein Hochleistungs-Oberhitzegrill, der mit Gas betrieben wird und etwa 800 Grad erreicht. Wird vor allem für Steaks benutzt.

PlanchaBratplatte aus Edelstahl oder Gusseisen, die als Bratpfanne verwendet werden kann.

Dutch Oven – ist ein gusseiserner Topf, der auf dem Gas- oder Holzkohlegrill benutzt wird, um Eintöpfe, Gulasch, Suppen, Braten, Schichtfleisch oder auch Brote und Kuchen herzustellen.

Auch Markus Hillebrecht ist in seinem Garten, dem zweiten Drehort für die Videos, mit Grillhütte, Gas- und Holzkohlegrills und einem großen Eigenbau-Smoker bestens ausgestattet. Das sollte nun aber niemanden abschrecken. „Ein Grill reicht. Wichtig ist, dass er einen Deckel hat, um die Hitze zu nutzen“, erläutert Marc Strätker. „Sonst ist das Fleisch von außen verkohlt und innen noch roh.“ Deshalb empfehlen die Grill-Experten die Anschaffung eines Grillthermometers, das die Kerntemperatur im Fleisch misst und anzeigt, wann es auf den Punkt gegart ist.

„Echte Männer verwenden Holzkohle“, lautet ein Glaubenssatz aus der BBQ-Szene.

„Das kommt drauf an, was man machen will“, finden beide und sind da entspannt. „Mit dem Gasgrill geht es manchmal einfach schneller.“ Und es soll ja auch die eine oder andere Frau geben, die die Dinge selbst in die Hand nimmt und dann eher zum Gasgrill greift. Aber grundsätzlich, vermuten die beiden Freunde, ist Grillen überwiegend immer noch ein Jungsding, das vielleicht noch auf Rollenverhalten aus der Steinzeit zurückgeht. Marc Strätker und Markus Hillebrecht haben jedenfalls sowohl Gas als auch Holzkohle im Angebot.

Denn die Beiden treffen sich nicht nur, um privat etwas auf den Rost zu legen und bei einem Bier abzuwarten, bis es verspeist werden kann. Die Freunde suchen nach immer neuen Rezepten, um zu zeigen, was man alles so auf dem Grill machen kann – und das ist eine ganze Menge, und muss nicht immer aufwendig sein. Jede Woche drehen sie ein neues Video über ihre Grill-Abenteuer.

Das Gyros brutzelt in der Plancha, der Edelstahlpfanne, auf dem Gasgrill.

Das war nicht immer so. „Ich hab früher auch vorgewürztes Fleisch auf den Rost gelegt, und sogar Würstchen anbrennen lassen“, erzählt Marc Strätker lachend, während wir in seiner Grillecke im Garten sitzen. „Dann servierte mein Schwager Pulled Pork, und ich dachte, was ist das denn Feines?“ Das ist vielleicht die Initialzündung gewesen für eine Leidenschaft, die die langjährigen Freunde inzwischen teilen. Ihr Wissen haben sie sich nach und nach angeeignet – und aus Anfängerfehlern gelernt.

„Das billige Fleisch vom Discounter tut es auch.“

Ein Fehler, den Anfänger gerne machen: Aus schlechtem Grundmaterial lässt sich kein gutes Endprodukt herstellen, finden beide – womit wir bei ihrer Mission wären. „Deshalb machen wir auch immer mal wieder eine kleine Warenkunde, vergleichen Discounterfleisch mit Bioprodukten und gucken auch mal bei Bauern in der Region, wo kommt das her, wie sind die Haltungsbedingungen“, sagt Markus Hillebrecht. Da habe sich in den vergangenen Jahren auch das Bewusstsein für die Qualität der Zutaten verändert. „Wir kaufen zum Beispiel kein vorgewürztes Fleisch. Da haben wir unsere eigenen Mischungen.“ Und natürlich machen sie auch Dips und Soßen selber.

„Grillen ist nichts für Vegetarier.“

Das stimmt natürlich nicht. Aber auch Marc Strätker und Markus Hillebrecht räumen ein, dass sie bisher hauptsächlich Fleisch oder Fisch auf den Rost gebracht haben. Da sei noch Luft nach oben. Demnächst wollen sie aber auch mal vegetarische Rezepte für den Grill vorstellen. Das aktuelle Video wird allerdings nicht vegetarisch sein.

Die beiden Freunde sind mittlerweile ein eingespieltes Team.

Das bringt uns zur wichtigsten Frage des Tages: Was werden die Beiden denn servieren? „Heute machen wir Gyros mit selbst gemachtem Zaziki“, verraten die Grillexperten. Bei Fotograf Andreas Rother und der Autorin stellt sich Vorfreude ein.

Zum aktuellen Video geht es hier.

Während Marc Strätker die Zutaten aus dem Haus holt, richtet Markus Hillebrecht die Kamera vor dem Grillplatz schon mal ein, damit Interessierte auf YouTube erfahren, wie schnell man Gyros auf dem Grill selbst hinkriegt. Über 60 Filme haben sie inzwischen gedreht, sie sind mittlerweile ein eingespieltes Team.

In der Regel übernehmen sie abwechselnd Kamera oder Moderation. „Wir haben es anfangs mit vorgeschriebenen Texten versucht und die tapfer auswendig gelernt“, erzählt Markus Hillebrecht, „aber das war nichts für uns. Deshalb machen wir das ziemlich spontan.“ Wenn sie sich heute ihr erstes Video anschauen, müssen sie selbst lachen. „Wir waren stocksteif und haben den Text einfach runtergebetet.“ Das ist heute mit zunehmender Routine viel lockerer. Sind sie vor dem Dreh noch nervös? „Eigentlich nicht. Außer wir haben Besuch vom WA“, grinst Markus Hillebrecht.

Letzte Einstellungen an der Stativkamera, dann kann es losgehen.

Diesmal wird Marc Strätker vom Stativ filmen und mit einer Handkamera zusätzliche Perspektiven aufnehmen, während Markus Hillebrecht vor der Kamera moderiert – immer locker, flockig, wie es ihre Art ist. Er schneidet das Fleisch für das Gyros klein und gibt gleichzeitig Tipps zum Fleisch, reibt es mit einer speziellen Würzmischung ein und lächelt dabei wie ein Profi in die Kamera. Kurz sprechen die beiden Freunde ab, welche Einstellung sie nehmen und weiter geht es.

In der Zeit, in der das Fleisch in der Plancha brutzelt, rührt er das Zaziki zusammen. Die Videoaufnahmen klappen meist beim ersten Aufsager, sonst wird eben wiederholt. Damit ist die Arbeit aber nicht getan. „Alles in allem gehen schon zehn bis zwölf Stunden drauf für eine neue Folge“, rechnet Marc Strätker vor. „Wir recherchieren neue Rezepte, kaufen ein, bereiten alles vor. Am Ende schneidet Markus die Aufnahmen zu einem kleinen Film zusammen.“

Der Teller wird mit Gyros und Zaziki angerichtet.

Ein ganz schön zeitaufwendiges Hobby, das mit dem wachsenden Equipment und den Zutaten auch Kosten verursacht. Sie könnten ja auch einfach entspannt nur für sich grillen? Warum also jede Woche dieser Aufwand? „Weil es unheimlich viel Freude macht, wenn man etwas Besonderes selbst macht und das mit anderen teilen kann.“ A propos jede Woche: Auch im Herbst und im Winter? „Ja, warum denn nicht?“, sagen die Grillexperten. „Wenn es kalt draußen ist, kann man sich ja am Grill wärmen. Es gibt keinen Grund, den Grill nicht auch im Winter anzuwerfen.“

Es gibt kein Angrillen, Grillsaison ist das ganze Jahr.

Natürlich gibt es reichlich Konkurrenz im Netz für die Bönener Grillfreunde. Auch andere Grillenthusiasten tummeln sich auf YouTube mit ihren Videos. „Es ist nicht so einfach, da seine Nische und sein Publikum zu finden und das jede Woche erneut zu begeistern“, sagt Marc Strätker. Noch gehören die beiden Bönener nicht zu den Stars in der Szene, die viel mehr Follower haben als sie. Wenn sie es schaffen, nach und nach ein größeres Publikum zu erreichen, dann könnten auch Sponsoren auf sie aufmerksam werden und sie mit ihren Produkten unterstützen. Erste Kooperationen – etwa mit einem Hersteller von Gewürzmischungen – gibt es aber bereits.

Geht relativ schnell und schmeckt köstlich: Gyros mit Zaziki.

Markus Hillebrecht hat inzwischen das Brot gegrillt und das Tzatziki angerührt. Das Fleisch ist jetzt auch fertig. Nach der Präsentation des angerichteten Tellers für das Publikum dürfen wir nun endlich probieren. Und uns schmeckt es wirklich hervorragend! Wir sind gespannt, was die Beiden in den kommenden Wochen auf dem Grillrost zaubern.

Im Internet sind Marc Strätker und Markus Hillebrecht zu finden unter „Die Beiden grillen“ bei Youtube und bei Facebook.

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