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Bönener Tafel reicht Lebensmitteltaschen an Ungeimpfte durchs Fenster

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Von: Kira Presch

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Helen Eßkuchen und Helferinnen mit Lebensmittelkörben bei der Tafel
Helen Eßkuchen (links) packt mit Helferinnen Taschen für Bedürftige. In Bönen gilt seit Wochen die 2G-Regel. Ungeimpfte erhalten Taschen durch ein Fenster. © Robert Szkudlarek/Digitalbild

Die 2G-Regel hat inzwischen auch die Tafel erreicht. Die Zentrale Ausgabestelle für den Kreis in Unna-Königsborn hat jetzt angesichts der steigenden Infektionen strengere Regeln für die Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige aufgestellt: Nur wer geimpft oder genesen ist, erhält noch die begehrten Lebensmitteltüten. Außer in der Ausgabestelle Bönen, da gibt es seit Wochen 2G und Taschen durchs Fenster.

Bönen – Wer nicht geimpft oder genesen ist, darf das Gelände an der Dorotheenstraße nicht mehr betreten, bestätigt die Leiterin der Tafel, Ulrike Trümper. In Bönen hat die Ausgabestelle an der Eichholzstraße bereits vor ein paar Wochen die 2G-Regel eingeführt, um die Mitarbeiter angesichts steigender Inzidenzen zu schützen. Ungeimpfte bekommen dennoch ihre Ration – durch ein Fenster gereicht.

Die Infektionszahlen steigen alarmierend. Für die Tafeln war das am Dienstag Anlass, die Zugangsvoraussetzungen zu verschärfen, denn gerade unter ihrer Klientel finden sich 15 bis 20 Prozent, die nicht geimpft sind, schätzt Trümper. Am ersten Tag mit 2G-Regel blieb es aber ruhig auf dem Tafelgelände in Unna. „Es waren nur 65 Kunden erschienen statt sonst 80. Ich denke, die neue Regelung hatte sich bereits rumgesprochen“, vermutet Trümper.

„Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“

Die Entscheidung sei dem Tafelteam nicht leicht gefallen. „Wir müssen auch unsere eigenen Mitarbeiter schützen, die die Arbeit ehrenamtlich machen und von denen viele bereits älter sind und mit Vorerkrankungen auch zu den vulnerablen Gruppen gehören“, erklärt Trümper den Schritt.

Nach einem Versuch, die Waren draußen an der frischen Luft zu verteilen, sei man davon wieder abgegangen, weil die Abstände nicht gewahrt wurden, erläutert die Leiterin der Unnaer Tafel. „Unsere Helfer machen die Arbeit ehrenamtlich. Wir sind auf ihre Hilfe angewiesen. Die Angst ist groß, dass sie sich bei ungeimpften Kunden infizieren könnten.“

Einerseits sehe sie, dass viele Tafel-Kunden auf die zusätzliche Versorgung durch den gemeinnützigen Verein angewiesen sind, andererseits bestehe das Problem ja nicht erst seit gestern. „Wir haben immer wieder auf die Problematik hingewiesen, und unsere Kunden gebeten, sich impfen lassen.“ Bis Weihnachten gäbe es die Möglichkeit, eine geimpfte Person mit einer Vollmacht zur Tafel zu schicken. „Wir wollen ja auch nicht, dass Großfamilien unversorgt bleiben.“

Bönen hat schon vor Wochen auf 2G umgestellt

In Bönen hat das Tafelteam bereits vor ein paar Wochen die Ausgabe auf die 2G-Regel umgestellt, wie Teamleiterin Helen Eßkuchen bestätigt. Auch hier wuchs die Sorge um die ehrenamtlichen Helfer angesichts steigender Infektionszahlen. „Wer nicht geimpft oder genesen ist und das mit dem Impfpass oder der Covid-App oder einem Zertifikat nachweisen kann, darf den Zuweg und die Räume der Ausgabe in der Awo-Tagesstätte am Eichholzplatz nicht betreten.

Dennoch erhalten in Bönen auch Ungeimpfte weiterhin ihre Zuteilung. „Wir haben die Möglichkeit, durch ein Fenster an der Gebäudeseite zur Eichholzstraße die Tüten durchs Fenster auszuzugeben“, sagt Eßkuchen. „So begegnen sich Geimpfte und Ungeimpfte nicht.“

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