Zuschussbedarf der VHS Kamen-Bönen sinkt

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Die Zukunft der Bönener VHS-Geschäftsstelle in der Alten Mühle ist ungewiss. Möglicherweise zieht die VHS ins neue Rathaus.

BÖNEN - Die Volkshochschule Kamen-Bönen sollen trotz aller Sparzwänge auf jeden Fall in der Gemeinde präsent bleiben. Das betonten die Bönener Ratsherren Thomas Köster (SPD) und Friedhelm Lange (Grüne) in der Zwecksverbandsversammlung der VHS, die am Mittwochabend in der Alten Mühle stattfand.

Sie erklärten, dass in Bönen fraktionsübergreifend Überlegungen angestellt würden, die VHS-Geschäftsstelle im Zuge des Rathaus-Neubaus in die Gemeindeverwaltung zu intergrieren.

Vor einer Woche hatte das bei den Bönener Sozialdemokraten noch so geklungen: „Es ist zumindest zu püfen, ob zwei VHS-Geschäftsstellen notwendig sind“ (Originalton Thomas Köster, bei der Vorstellung der SPD-Haushaltsplanberatungen). Auf die Frage des Kamener CDU-Ratsherren Karsten Diederichs-Späh, ob denn die Existenz der Geschäftsstelle in Bönen in Frage gestellt werde, stellte Köster jetzt klar: „Es geht nicht darum, die VHS-Geschäftsstelle in Bönen ganz einzudampfen.“ Darüber sei man sich in Bönen über die Fraktionsgrenzen hinweg einig. „Unsere Überlegungen gehen in die Richtung, sie im neuen Rathaus anzusiedeln“, sagte er. „Vielleicht kann man sie auch mit dem Archiv verbinden“, fügte der stellvertretende Vorsitzende der Zweckverbandsversammlung hinzu.

„Das ist ein Denkmodell. Dass die Geschäftsstelle in irgendeiner Form mit Personalpräsenz in Bönen erhalten werden soll, ist unstrittig“, ergänzte Friedhelm Lange.

Die Bönener CDU Ratsherren Thomas Leyer und Ruran Karacayir äußerten sich am Mittwochabend nicht zu dem Thema, obwohl ihr Fraktionschef Detlef Pilz nach der Klausurtagung der Partei ziemlich eindeutig Stellung bezogen hatte.

„Eigentlich brauchen wir keine Geschäftsstellle mehr in Bönen, da die meisten Interessierten bereits die Internetseiten der VHS nutzen“, hatte Pilz gesagt. Zudem hatte er erklärt, dass im nächsten Jahr durch Ruhestand eine Verwaltungsstelle der VHS in Bönen wegfallen könne. Thomas Köster hatte sich vor einer Woche ähnlich geäußert: „Möglicherweise können wir durch Umorganisation Personalkosten sparen“, hatte er gesagt.

Von einer Reduzierung der Stellen bei der Volkshochschule hält der Kamener Bürgermeister Hermann Hupe allerdings gar nichts, wie er als Vorsteher des VHS-Zweckverbandes am Mittwoch in der Mühle deutlich machte. „Wir sind der Meinung, dass sich der Persolbestand schon an der unteren Grenze bewegt“, verteidigte er den von VHS-Leiter Manfred von Horadam vorgelegten Stellenplan für 2016.

Der umfasst insgesamt sieben hauptamtliche Mitarbeiter: Neben von Horadam sind das seine Stellvertreterin Karin Schwerdtfeger und Annemarie Berg (Bönen) als pädagogische Mitarbeiterinnen sowie Monika Matzat, Christa Wiegand (Bönen) und Alina Drupka als Verwaltungsmitarbeiterinnen. Hinzu kommt die Stelle der Verwaltungsleitung. Die wird im Stellenplan der Stadt Kamen geführt. Diese Personalkosten werden über die Umlage Kamen/Bönen finanziert. „Auch wenn Annemarie Berg und Christa Wiegand im nächsten Sommer in Ruhestand gehen, müssen wir die Stellen erhalten“, forderte Hupe. „Das Personal ist jetzt schon schwer belastet“, betonte er.

Laut Haushaltsplan, den die Politiker in Versammlung ebenso einstimmig wie den Stellenplan verabschiedeten, hat sich die VHS Kamen-Bönen finanziell konsolidiert. Allerdings ist sie weit davon entfernt schwarze Zahlen zu schreiben. Die VHS kalkuliert für 2016 einen Fehlbetrag von 341 000 Euro ein, weil die Einnahmen von knapp 1 Millionen Euro nicht reichen, um die Ausgaben zu decken. Der Zuschuss, den die beiden Kommunen anteilig zahlen müssen, soll gegenüber diesem Jahr um insgesamt rund 39 000 Euro sinken. Bönen müsste dann noch 113 732 Euro zahlen, Kamen 227 465 Euro.

Hupe musste auf Nachfrage des Kamener Ratsherrn Klaus-Dieter Grosch (Die Linke/GAL) einräumen, dass die Kosten nur gesunken sind, weil die Teilnehmer- und Besucherzahlen zurückgegangen sind und einige Kurse beziehunsgweise Veranstaltungen deshalb ausfallen mussten. Die Kosten pro Teilnehmer sind gestiegen.

Unterdssen werden in Kamen Überlegungen angestellt, ob die Volkshochschule in Kamen in die ab Sommer leerstehende Käthe-Kollwitz-Schule umziehen soll, um den Mangel an angemsssenen Räumen zu beseitigen. „Das bedarf aber alles noch einer eingehenden Prüfung. „Wenn es möglich ist, muss ich erst einmal mit dem Bönener Bürgermeister Stephan Rotering sprechen“, erklärte Hupe. - li

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