Zurück zur Schule daheim

Hart, aber richtig, findet die Rektorin der Realschule

Eingang Realschule Bönen
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Die Rückkehr zum Präsenzunterricht ist auch an der Humboldt Realschule vorerst verschoben

Bönen – „Absolut richtig“, nennt Petra Coerdt die Maßgabe des Kreises Unna, angesichts rasant steigender Infektionszahlen über die Inzidenz von 200 hinaus, die Schüler – von den Abschlussklassen abgesehen – daheim lernen zu lassen.

„Bei aller Notwendigkeit, die Kinder in Präsenz zu unterrichten, aber die Gesundheit geht nun mal vor“, gab die Rektorin der Humbold-Realschule auf Bitte der Redaktion eine beispielhafte Einschätzung der Corona-Lage an Schulen.

„Natürlich waren wir sehr froh, die Schüler wieder in den Wechselunterricht zu bekommen“, sagt Coerdt über die nun ausgesetzte Vorgabe des NRW-Schulministeriums. „Ein noch so guter Distanz-unterricht kann den Präsenz-unterricht nicht ersetzen.“ Gut, dass dies höchste Priorität genieße. Aber es blieben auch Bauchschmerzen: „Welche Experten haben Recht? Steigt die Infektionszahl bei Jugendlichen, wie es einige nachweisen?“

Schulleiterin Petra Coerdt findet die Entscheidung des Kreises absolut richtig.

Auch wenn bei Jüngeren die Verläufe in der Regel nicht so schwer seien, so Coerdt, ließen sich Langzeitfolgen für sie kaum einschätzen. Und: Welches Risiko steht bei insgesamt 465 Schülern und 28 Lehrkräften, selbst wenn sie nicht mehr alle gleichzeitig ins Schulzentrum mit dem Gymnasium gleich nebenan kommen? Dann doch lieber Distanzun-terricht, auch wenn die Ausstattung an der Schule nicht mal eine Videokonferenz zulässt und in Bönen das Netz vielerorts arg schwächelt.

Also setzt sich das Realschul-Kollegium bis zum Wochenstart daheim an die Rechner, um Stoff für den durchgehenden Fernunterricht aufzubereiten. Da teils neue Themen und Reihen im Lehrplan anstehen, müssen auch dafür passende Unterlagen für den Mix aus selbsttätiger Bearbeitung und Online-Auftritt erstellt werden.

Bei Beurteilungen mit Augenmaß vorgehen

Das zieht wiederum die Frage nach sich, wie unter diesen Umständen eine Bewertung der Leistungen aussehen kann. Vor allem bei jenen, für die das Zeugnis das Ticket für den Beruf oder den höheren Schulabschluss ist. „Unsere drei Zehnerklassen fühlen sich schon gut vorbereitet“, versichert die Rektorin. Sie seien immerhin meist klassisch unterrichtet worden. „Ansonsten ist es ja so, dass außer in den zwei Wochen vor Ostern seit 15. Dezember kein Schüler mehr in der Schule war.“ Das belaste das Schuljahr insgesamt.

Immerhin: Den Zehnern bleibt für die Abschlussprüfung noch Zeit bis Ende Mai. Es zeichne sich ab, dass zuvor über Art und Umfang unter diesen Umständen noch politisch beraten werde. Dass ansonsten die Zensuren nach der üblichen Systematik vergeben werden können, hält Coerdt für ausgeschlossen. „Die Zahl der Klassenarbeiten pro Halbjahr wurde ja von drei auf zwei gesenkt. Damit wären wir gerade noch hingekommen, wenn es jetzt weiter gegangen wäre.

Aber nun fehlen wieder zwei Wochen und wir wissen nicht, wie lange die Schließung noch anhält.“ Für Petra Coerdt ist aber klar: „Wir werden mit Augenmaß vorgehen. Zum Glück kennen wir die meisten unserer Schüler schon sehr lange und da weiß man als Lehrer, wo jemand steht und ob er in der nächsten Klasse gut aufgehoben ist.“

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