Staatsanwalt hofft auf Besserung

Zu Unrecht Geld von Jobcenter kassiert: Neuerliche Chance für Bönener (29)

Das Verfahren gegen den 29-Jährigen ist weiterhin nur vorläufig eingestellt.
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Das Verfahren gegen den 29-Jährigen ist weiterhin nur vorläufig eingestellt.

Ein 29-jährige Bönener hat sich Geld vom Jobcenter Kreis Unna Unna erschlichen. Jetzt bekommt er vom Gericht eine zweite Chance, die Sache geradezurücken.

Bönen – Endet ein Strafprozess im Gericht mit einer Einstellung, ist das in der Regel für den Angeklagten eine weitaus bessere Lösung als ein Urteil. Oft ist eine Einstellung vorläufig, wenn etwa die endgültige Schließung des Falles an die Erfüllung von Auflagen gebunden ist. Überwiegend handelt es sich dabei um Geldauflagen, die der Angeklagte pünktlich und regelmäßig zahlen muss. Doch längst nicht jeder nutzt diese Chance, glimpflich aus einem Verfahren herauszukommen. So wie im Falle eines Böneners.

GemeindeBönen
KreisUnna
Einwohner18.171 (31. Dez. 2019)

Zu Unrecht Geld von Jobcenter kassiert: „Ich hätte das jemandem mitteilen sollen“

Am 30. November 2020 stand der 29-Jährige wegen Betruges durch Unterlassen vor dem Richter des Amtsgerichts Unna. Der Mann hatte dem Jobcenter eine frühere Arbeitsaufnahme nicht gemeldet und dadurch 763,04 Euro zu Unrecht kassiert. Das Gericht stellte das Verfahren gegen eine Geldauflage vorläufig ein. Doch der Bönener ließ die Chance ungenutzt – er zahlte nicht.

Und so kam es zu einem weiteren Gerichtstermin. „Ich habe es verspätet gemeldet. Das aber nicht im Bewusstsein gemacht, dass ich betrügen wollte“, gab der Angeklagte an. Dann hakte der Richter nach, warum der 29-Jährige die Geldauflage nicht bezahlt habe. Kurz nach dem Beginn der Zahlungsfrist habe er seinen Job verloren, erklärte der Mann. „Ich habe jetzt seit März wieder Arbeit. Ich hätte das jemandem mitteilen sollen“, räumte der Bönener ein.

Zu Unrecht Geld von Jobcenter kassiert: Psychische Probleme, Schuldenberatung

Auch dafür, dass er sich nicht bei Gericht gemeldet hat, hatte der 29-Jährige eine Erklärung: Er habe psychische Probleme, inzwischen aber Kontakt zum Psychologen aufgenommen. Zudem stehe er in Verbindung mit der Caritas, weil er die Hilfe einer Schuldenberatung benötige. Wie viele Schulden er habe, könne er nicht genau sagen, gestand der Bönener. Er schätze die Summe auf 4000 Euro: „Ich schiebe so etwas gern von mir weg.“

Letztlich lag es am Gericht zu entscheiden, ob es für den 29-Jährigen noch einmal eine Chance in Form einer Einstellung geben könnte. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sah als positiv an, dass sich der Angeklagte offenbar bemühte, sein Leben in den Griff zu bekommen. Und so endete das Verfahren mit einer erneuten vorläufigen Einstellung. Der Angeklagte muss sechs Monate lang 100 Euro an das Jobcenter des Kreises Unna zahlen.

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