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Zirkusfamilie probt eine Woche mit Goetheschülern

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Schüler, Eltern und Lehrer der Goetheschule freuen sich auf die Woche im Zirkus Rondel.
Schüler, Eltern und Lehrer der Goetheschule freuen sich auf die Woche im Zirkus Rondel. © Lawatzki

Bönen - Sie sind eine Familie und fahren gemeinsam durch drei Bundesländer: Die zwölf Artisten des Zirkus Rondel leben nie lange an einem Ort. „Wir bleiben immer nur eine Woche“, sagt Zirkusdirektor René Ortmann. In dieser Woche hat es sie nach Bönen geführt. Gemeinsam mit den Kindern der Goetheschule wollen sie drei Zirkusaufführungen auf die Beine stellen.

Schon wenn man sich dem Förderturm nähert, sieht man das große grün-gelb gestreifte Zelt mit dem Schriftzug „Rondel“. Am Mittwoch hat der Aufbau begonnen, Freitag war alles fertig. „Meistens schaffen wir den Aufbau in eineinhalb Tagen“, sagt Ortmann. Besonders schnell geht es, wenn – so wie in Bönen – Lehrer, Eltern und Schüler mit anpacken.

Neben der Wiese stehen lange Reihen an Wohnwagen. „Jeder hat seinen eigenen Wagen. Das ist unser Zuhause“, sagt Ortmann. Manchmal haben sie Glück und müssen nicht weit fahren zur nächsten Schule. Wenn das Projekt in Bönen beendet ist, geht es etwa nach Ahlen. „Da wir in NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz arbeiten, haben wir oft aber auch lange Strecken zurückzulegen.“

„Rondel – Circus for Kids“ gibt es seit 1994. Der Vater von René Ortmann hat ihn gegründet. Nicht nur seine Söhne sind jetzt dabei, sondern auch viele andere Mitglieder der großen Familie. Für sie ist die Arbeit mit den Kindern etwas Besonders. „Es ist schön, dass wir jede Woche mit neuen Kindern zu tun haben. Die strahlen schon, wenn wir kommen“, sagt Ortmann. „Wir können ihnen etwas Neues beibringen und haben schnell eine enge Bindung zu ihnen. Viele sind richtig traurig, wenn wir wieder fahren.“ Das Verhältnis zu den Kindern sei ein anderes als das zu ihren Lehrern. „Wir bieten ihnen auch direkt das ‘Du’ an.“

Nach genau solch einem Projekt hat die Goetheschule schon lange gesucht. „Der Zirkus Rondel hat uns schnell überzeugt“, sagt Konrektorin Anne Schott. „Das große Zelt hat für die Kinder einen besonderen Reiz.“ Auch die Tiere seien toll für die Schüler. Der Zirkus hat Ponys, Tauben und Ziegen dabei.

Schüler werden zu Artisten

Die Profi-Artisten werden den Schülern am Montag zunächst zeigen, was sie drauf haben. Dann können sich die Kinder entscheiden, was sie ausprobieren möchten. Sie können nicht nur mit Tiere arbeiten, sondern auch am Trapez schwingen, jonglieren und als Clowns auftreten. Drei Tage lang arbeiten die Artisten dann zusammen mit den Kindern an ihrem Auftritt. Freitag und Samstag stehen schließlich die Aufführungen an – im großen Zelt, in dem 500 Menschen Platz finden.

„Was uns bei der Arbeit mit den Kindern auffällt ist, dass sie nicht nur etwas für den Zirkusauftritt lernen“, sagt Ortmann, „sondern auch, sich gegenseitig zu helfen und zusammenzuarbeiten.“ Häufig habe er gehört, dass die Kinder anschließend auf dem Schulhof ganz anders miteinander umgehen. Auch würden teilweise neue Kontakte geknüpft, da die Schüler mit Kindern aus anderen Jahrgängen zusammenarbeiten.

Alle Mitglieder des Zirkus Rondel stehen selbst in der Manege. In der Weihnachtszeit suchen sie sich Engagements. Bei den Schulprojekten nehmen sie sich aber zurück. „Dann stehen die Kinder im Mittelpunkt“, sagt Ortmann.

Wenn es nach der Goetheschule geht, könnte die Zirkusfamilie in vier Jahren wieder ihre Wohnwagen für eine Woche in Bönen abstellen. „Wir würden das gerne als feste Sache haben“, sagt Konrektorin Anne Schott. „Dann kann jeder unserer Schüler einmal den Zirkus kennenlernen.“

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