Aggressiver Angriff: Zigarettendieb sprüht mit Reizgas um sich

Pfefferspray
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Ein Mann aus Bönen ist ausgerastet, als ihm eine Zigarette verwehrt wurde. 

In der Unterkunft am Billy-Montigny-Platz sorgte ein Bewohner gleich zwei Mal für Angst unter seinen Nachbarn. Einem stahl er Zigaretten und hatte dabei ein Messer in der Hand. Dem anderen sprühte er Reizgas oder Ähnliches ins Gesicht, als der ihm Zigaretten verwehrte. Ein spätes Geständnis ersparte ihm nun vielleicht das Gefängnis.

Unna/Bönen – Der erste Vorfall, der bereits Gegenstand mehrerer Prozess-Anläufe war, ereignete sich spätabends am 20. Juli 2019. Wie aus dem Nichts tauchte der 25-Jährige im Nachbarzimmer auf, nahm eine Schachtel Zigaretten vom Tisch und verschwand wortlos. Bei dieser Aktion hatte er ein Messer mit etwa 30 Zentimeter Klingenlänge in der Hand. Zum zweiten Vorfall kam es in der Nacht auf den 3. Januar. 

Hier klopfte er an die Tür eines anderen Nachbarn, riss diesen aus dem Schlaf und sprühte ihm eine ätzende Substanz ins Gesicht, als er öffnete und ihm die Zigarette verweigerte. Diebstahl mit Waffen und gefährliche Körperverletzung wurden ihm nun in einem Prozess vor dem Unnaer Schöffengericht zur Last gelegt. 

Vermeintlich empört, bestritt der 25-Jährige beide Taten und präsentierte sich als Opfer falscher Verdächtigungen. Die Zigarettenschachtel im ersten Fall habe er lediglich im Zuge eines Streits aus dem Fenster geworfen. Und ein Messer habe er dabei ganz bestimmt nicht in der Hand gehabt. 

Videoaufnahmen bringen die Wende

Was den zweiten Vorwurf betreffe, habe er in der Nacht lediglich an die Tür eines anderen Bewohners geklopft und den Zeugen damit offenbar gestört. Es habe Streit und eine Prügelei gegeben. Aber Pfefferspray habe er mitnichten eingesetzt. Das Gericht hörte nach dieser Einlassung mehrere Polizisten und schließlich das zweite Opfer. Die Aussage des 30-Jährigen brachte die Wende. Er zückte überraschend sein Handy und zeigte den Anwesenden ein Video von der Januarnacht. Dort waren Stimmen zu hören und eine Hand zu sehen, die etwas versprühte. 

Das ließ den Angeklagten einknicken. Nach einer Beratung mit seinem Verteidiger räumte er gleich beide Vorwürfe ein und entschuldigte sich sogar bei dem Zeugen, der Größe zeigte und ihm prompt verzieh. Auch zeigte er am Ende noch einmal generelle Reue: „Ich bitte um Vergebung.“ Auf die Aussage des Geschädigten im ersten Fall konnte nach dem Geständnis verzichtet werden. Das und eine verminderte Schuldfähigkeit zum Zeitpunkt der Taten aufgrund einer starken Alkoholisierung sprachen zugunsten des Angeklagten. Für ihn endete der Prozess mit neun Monaten Haft auf Bewährung.

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