Volle Schulbusse trotz Corona:

Zeitversetzter Beginn an Bönener Schulen noch nicht vorgesehen

Corona: Die Schulbusse sind trotz der Pandemie überfüllt
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Vor allem morgens drängeln sich die Schüler in die vollen Busse.

Bönen – Die Busse sind voll, insbesondere, wenn sie morgens vor dem Unterrichtsbeginn die Schulen ansteuern. Das Land schlägt deshalb vor, den Unterrichtsbeginn zu entzerren und zum Beispiel die älteren Schüler in den oberen Jahrgängen später, zum Beispiel um 9 Uhr, anfangen zu lassen. An den weiterführenden Schulen in Bönen lässt sich dieses Konzept aber nicht so einfach umsetzen.

Die Pestalozzi-Hauptschule hat es bereits versucht. „Nach den Sommerferien hatten wir drei Anfangszeiten, um 7.30, um 7.50 und um 8 Uhr“, erzählt der Lehrer Johannes Kämmerling. Nach ein paar Wochen habe die Schule das aber wieder geändert. „Inzwischen sollen alle Schüler um 7.50 Uhr kommen, damit sie genügend Zeit haben, bis 8 Uhr auf ihren Plätzen zu sein“, schildert Kämmerling. Mit der Idee, den Unterrichtsbeginn zu entzerren, hatte die Bönener Hauptschule weniger den Schulbusverkehr im Sinn als das Gedränge am Eingang.

Um das zu verhindern, reiche es aber, die Kinder und Jugendliche verschiedene Eingänge am Gebäude benutzen und Abstand halten zu lassen, haben die Verantwortlichen festgestellt. Das kann unter Umständen dazu führen, dass es ein paar Minuten länger dauert, bis alle in ihren Klassenräumen angekommen sind. Mit den zusätzlichen zehn Minuten vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn klappt es aber gut, haben Kämmerling und seine Kollegen beobachtet. „Wir haben nur 29 Pendler, 13 davon kommen aus Unna mit dem Zug“, erklärt er. Volle Busse seien für die Hauptschüler daher kaum ein Problem.

Große Herausforderung für den Stundenplan

„Für uns war das bisher noch kein Thema, weil es für unseren Stundenplan eine enorm große Herausforderung darstellen würde“, erklärt hingegen Petra Coerdt. „Wir müssten uns ernsthaft damit beschäftigen und schauen, ob das bei uns ein gangbarer Weg sein könnte und wie wir diesen auch gut umsetzen könnten“, so die Schulleiterin der Humboldt-Realschule.

Da die Lehrer dort von Klasse zu Klasse und von Jahrgang zu Jahrgang wechseln, müsste erst ein ganz neues Planungskonzept erarbeitet werden, um unterschiedliche Anfangszeiten für die verschiedenen Jahrgänge einführen zu können. „Möglich wäre es sicher, aber das müsste man erstmal gründlich durchdenken“, gibt die Schulleiterin an.

Längere Schultage für Lehrer und Schüler

Falls die Humboldt-Realschule diesen Weg gehen sollte, dann in Absprache mit dem benachbarten Marie-Curie-Gymnasium. Die Schüler beider Schulen fahren schließlich in den gleichen Bussen zum Schulzentrum. „Wir sind dabei, zu prüfen, inwieweit das möglich wäre“, berichtet Coerdts Kollegin Bianca Giese vom MCG. Sollte das Gymnasium ein Konzept dazu entwickeln, müsste das mit der Realschule, dem Schulträger, also der Gemeinde, und der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) als Organisator des Schülerverkehrs abgestimmt werden, so die kommissarische Leiterin der Schule. Für die Lehrer am MCG könnten unterschiedliche Startzeiten bedeuteten, dass sie eine Stunde länger am Gymnasium bleiben, wenn sie sowohl in den unteren als auch in den oberen Jahrgängen unterrichten. Und die älteren Schüler müssten sich gleichfalls auf einen längeren Schultag einstellen, der später beginnt und entsprechend später am Nachmittag endet. „Mit dem derzeitigen Stundenplan geht das natürlich nicht. Dazu müssten wir einen neuen entwickeln“, erklärt Bianca Giese.

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