Zeit für Gespräche: Parteien bereiten sich auf den neuen Gemeinderat vor

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Bönen – Der Bürgermeister bleibt, die Sitzverteilung ändert sich geringfügig, aber es kommt dennoch frischer Wind in den Bönener Gemeinderat: Wenn im November das neue Kommunalparlament in der konstituierenden Sitzung zusammenkommt, dann werden 16 Mitglieder im Ratssaal Platz nehmen, die zuletzt nicht dabei waren – „Novizen“ und Rückkehrer in den Rat.

Das Ergebnis der Kommunalwahl beschert der CDU zehn Sitze, drei mehr als bisher. Die Grüne haben fünf Mandate (plus eins), die FDP und die BgB sind weiterhin mit zwei Mitgliedern vertreten und die Linke mit einem.

Die SPD wird zwölf Sitze im neuen Rat erhalten, einen mehr als zuvor, und das, obwohl die Sozialdemokraten Stimmverluste in Höhe von rund neun Prozent hinnehmen mussten. Das ergab sich aus dem Austritt der vier ehemaligen Fraktionsmitglieder Christiane Geiger-Caen, Klaus Herbst, Wolfgang Menges und Ulrich Reiners, die ihr Mandat seit 2016 parteilos ausübten. Dennoch bleibt die Bönener SPD stärkste Fraktion im Rat.

Während die SPD alle zwölf Sitze im Rat per Direktmandat holte, konnten bei der CDU nur Doris Cyplik, Gerald Garczarek, Ulrich Pohlmann und Tilman Rademacher die meisten Stimmen in ihrem Wahlbezirk holen (siehe Übersicht der neuen 32 Ratsmitglieder auf Bönen 2). Über die Reserveliste ziehen unter anderen der Parteivorsitzende Torsten Goetz und der Fraktionsvorsitzende Detlef Pilz in den Rat ein.

SPD nicht zufrieden mit dem Gesamtergebnis

Mit dem eigenen Ergebnis von über 50 Prozent kann Dirk Lampersbach, Fraktionsvorsitzender der SPD, zufrieden sein. „Mit dem Gesamtergebnis können wir aber nicht zufrieden sein“, so Lampersbach am Tag nach der deutlichen Wahlniederlage für den SPD-Bürgermeisterkandidaten Thomas Semmelmann. „Wir können es im Moment noch nicht fassen und hatten nach der positiven Resonanz in der Bevölkerung mit einem besseren Ergebnis gerechnet.“ Die Ursachen für die Wahlschlappe müssten in den kommenden Tagen analysiert werden.

Zeit zum Zurücklehnen bleibe nach dem Wahltag nicht. Gleich heute tage die Fraktion. Da wird wohl auch darüber gesprochen, ob Lampersbach den Fraktionsvorsitz weiterführt. Zudem müssen Entscheidungen über die künftige Besetzung der Ausschüsse und die Verteilung der Vorsitze getroffen werden. Fest stehe, dass Jürgen Kohler als Ortsvorsteher in Bönen-Mitte nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Da wird die SPD über den Nachfolger diskutieren müssen. „Bis zur Stichwahl in 14 Tagen werden wir den Landratskandidaten der SPD, Mario Löhr, weiter unterstützen.“

CDU freut sich über vier Prozent mehr

Detlef Pilz, Fraktionsvorsitzender der Bönener CDU, ist am Tag nach der Kommunalwahl hoch zufrieden mit dem Ergebnis, wie er sagt. „Wir haben rund vier Prozent mehr zu verzeichnen als 2014“, freut er sich. Für ihn ein deutliches Zeichen, dass die Christdemokraten in den vergangenen sechs Jahren gute Arbeit vor Ort geleistet haben. 

Das zeige auch, dass die Bönener Christdemokraten im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis deutlich zugelegt haben. „Wir haben unsere Zielsetzung erfüllt“, so Pilz. Und das gelte ebenso für den Wahlsieg von Stephan Rotering. „Wir freuen uns, dass unserer Bürgermeisterkandidat gewonnen hat. Die Bürger waren mit seiner Arbeit wohl zufrieden. Er kann ja auch einige Erfolge vorweisen“, sagt der Fraktionsvorsitzende.

Das dritte Ziel der CDU, die SPD im Rat weiter zu drücken, sei am Sonntag ebenfalls erreicht worden. Zwar sei sie weiter stärkste Fraktion, habe aber deutliche Verluste von rund neun Prozent hinnehmen müssen. Die Christdemokraten wollen sich nun in Kürze zusammensetzen und über die personelle Besetzung beraten. 

„Ich gehe aber mal vorsichtig davon aus, dass Ulrich Pohlmann, Doris Cyplik und Claudia Gebhard als Ortsvorsteher weiter machen werden.“ Wie die Ausschüsse im Einzelnen besetzt werden, könne erst nach weiteren Informationen von der Verwaltung und einem Gespräch mit allen Fraktionen geklärt werden. „Das hängt auch davon ab, wie stark die Ausschüsse besetzt werden soll. Es gibt ja schon länger Überlegungen, diese zu verkleinern“, berichtet Detlef Pilz.

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