Wochenmarkt Bönen

Textilhändler dürfen ab sofort wieder ihre Waren verkaufen

Markthändler vor seinem Stand in der Fußgängerzone
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Viel Ware, wenig Kunden: Ghassen Kabalan durfte wieder auf den Markt, machte aber kein Geschäft.

Bönen – Überraschung für die Besucher des Bönener Mittwochsmarktes: Nachdem sie wochenlang ihre Waren im Lockdown nicht anbieten durften, bauten jetzt drei Textilhändler wieder ihre Stände in der Fußgängerzone auf. Der Kreis Unna hatte die Gemeindeverwaltung am Montag darüber informiert, dass ab sofort auch Marktanbieter zugelassen seien, die keine Lebensmittel anbieten.

Dagegen haben die Bönener Einzelhändler Verlängerung bekommen. Für sie gilt vorerst bis zum 31. Januar: Die Türen bleiben zu. Während in der früheren Coronaschutzverordnung des Landes Wochenmärkte auf den Verkauf von Lebensmitteln beschränkt waren, ist jetzt der Verkauf von Gütern des täglichen Bedarfs erlaubt. Das schließt auch Textilien ein, wie der Kreis Unna auf seine Nachfrage beim Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW erfuhr.

Mit Einkehr der neuen Regeln ist an diesem Mittwoch Ghassan Kabalan zurück in der Bönener Fußgängerzone. Zufrieden schaut er nicht über den Mund-Nasen-Schutz hinweg. „Es ist völlig tot hier heute“, sagt der Händler aus Lünen. Seit zwei Jahren bietet der seine Textilien auf dem Bönener Markt an. Corona insgesamt habe seinem Handel arg zugesetzt, berichtet er. Die jüngste Zwangspause erst recht, aber viel los ist nicht. „Ich habe 35 Euro Umsatz bis jetzt“, sagte Kabalan eineinhalb Stunden vor Feierabend. „Und ich habe gerade 25 Euro Standgebühr bezahlt.“

Ehemaliger Ladenbesitzer ärgert sich, dass Geschäfte weiter geschlossen bleiben müssen

Da fuchst es den Händler, dass gleich nebenan ein Kollege aus Hamm mit Textilsortiment gleichfalls um die raren Kunden buhlt. Auch er macht erkennbar kein Geschäft, hat sich auf Anregung der Gemeinde aber kurzentschlossen auf den Weg hierher gemacht. „Ich habe gar nicht gewusst, dass wir wieder zum Markt zugelassen sind“, berichtet der Händler. Die Marktmeisterin habe ihn aber aufgrund der Mitteilung des Kreises Unna kontaktiert.

Dass die Markthändler ihre Waren draußen anbieten dürfen, ärgert Hans Hussmann, ehemals mit zwei Läden in der Fußgängerzone vertreten, heute Vermieter des von der Awo betriebenen Second-Hand-Ladens „Stöberei“. „Der zweite Lockdown macht den Bönener Einzelhändlern sehr zu schaffen“, weiß er. „Wir werden da wohl erneut mit der Miete entgegenkommen müssen. Es geht ja nur miteinander.“ Vielleicht sei es ja eine Lösung, wenn die Geschäfte ihre Waren vor der Tür im Freien verkaufen, schlägt er vor. „Wir hätten sogar eine Passage vor der Tür, die wir nutzen könnten.“

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