Nachhilfe auch im Lockdown

Wie die Schulen setzen Nachhilfeanbieter in Bönen auf Online-Unterricht

Normaler Nachhilfeunterricht ist in diesen Tagen nicht möglich. Die Schüler werden nun aus der Ferne unterstützt.
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Normaler Nachhilfeunterricht ist in diesen Tagen nicht möglich. Die Schüler werden nun aus der Ferne unterstützt.

Bönen – Die derzeitige pandemiebedingte Situation an den Schulen mit ausgesetzter Präsenzpflicht, digitalen Zusammenkünften und Kompromissen belastet viele Kinder und Jugendliche. Für viele ist es eine Erleichterung zu wissen, dass auf die gewohnten Nachhilfeangebote weiterhin gezählt werden kann. Die Bönener Nachhilfe-Einrichtungen setzen derzeit auf diverse Online-Möglichkeiten und versuchen, den Schülern ergänzende Materialen und produktive Hilfestellungen zu geben.

Für die Kinder und Jugendlichen, die am Bönener Standort der deutschlandweit agierenden Schülerhilfe ihre Unterstützung beim Lernen in Anspruch nehmen, ändert sich nicht allzu viel. Wie in so vielen Bereichen des Lebens kommt es vor allem zu einem Sprung von Präsenzveranstaltungen hin zu Online-Treffen. „Die Online-Nachhilfe findet derzeit vor allem in kleinen Gruppen am Nachmittag statt, in der Regel zweimal wöchentlich“, erläutert Denise Kirchberger von der Pressestelle der Schülerhilfe das derzeitige Konzept. Dabei behalten die Verantwortlichen die Zeit nach den derzeit erforderlichen Einschränkungen im Auge: „Nach dem Shutdown geht die Nachhilfe wie gewohnt am Standort mit dem gleichen Nachhilfelehrer weiter“, ergänzt Kirchberger. Bei all den Besonderheiten im Moment: Die Schüler sollen möglichst wenige Veränderungen erleben.

Zusätzlich zu den klassischen Nachhilfeterminen bietet die Schülerhilfe für die Kinder und Jugendlichen in Bönen ergänzende Programme an. Bei der Online-Hausaufgabenhilfe sind täglich von 9 bis 18 Uhr spezielle Lehrer erreichbar, die innerhalb einer Viertelstunde auf Fragen rund um die Hausaufgaben antworten und Hilfestellungen bei den Lösungen geben. „Auf diese Weise wollen wir auch die Eltern entlasten“, informiert Denise Kirchberger. Die Schüler, die ergänzend zu den von den Schulen zur Verfügung gestellten Unterlagen pauken möchten, sollen im Online-LernCenter fündig werden. Hier sind Lernmaterialien für diverse Fächer zu finden, passend für alle Jahrgangsstufen.

Zahlen sind auf Vorjahresniveau

Dass die derzeitige Schulsituation mit einer gestiegenen Nachfrage an Nachhilfeunterricht einhergeht, ist derzeit nicht der Fall. „Unsere Zahlen sind auf Vorjahresniveau“, erklärt Denise Kirchberger. Das könnte sich in diesen Tagen aber ändern: „Aus Erfahrung wissen wir, dass nach der Vergabe der Zwischenzeugnisse der Bedarf an Nachhilfe wieder steigen wird.“

Zu dem Schluss, dass sich die Nachfrage und Bedürfnisse an den Nachhilfeunterricht durch die Pandemie nicht groß verändert haben, kommt auch Andrej Berger. „Es läuft alles nach Plan“, erzählt der Geschäftsführer des Boom-Lerninstituts in Kamen. Er ergänzt: „Aber wir werden sehen, wie es sich entwickelt. Die härteren Einschränkungen sind ja noch nicht allzu lange in Kraft.“

Auch das Boom-Lerninstitut setzt auf Online-Unterricht. Die Schüler sind per Skype mit den Nachhilfelehrern verbunden. Die Kinder und Jugendlichen treffen sich mit den Lehrern entweder einzeln oder in kleinen Gruppen mit bis zu fünf Personen. Darüber hinaus werden auch Crashkurse, zum Beispiel für Abiturienten, angeboten, die mit einer Teilnehmerzahl von bis zu 50 Personen eher einer Vorlesung gleichen und gezielt der Informationsvermittlung dienen.

Unterricht im Kinderzimmer hat auch Vorteile

„Es ist kein Hexenwerk“, freut sich Andrej Berger über den Fakt, dass sowohl ein großer Teil der Schüler als auch der Lehrer zufrieden mit den derzeitigen Regeln sind und auch gut mit der Technik zurechtkommen. Allerdings sind Berger und sein Team mit der digitalen Unterrichtsweise schon länger vertraut: „Wir haben ohnehin schon seit längerer Zeit die Möglichkeit zum Online-Unterricht angeboten“, informiert der Boom-Geschäftsführer.

Der Unterricht im eigenen Kinderzimmer biete auch einige Vorteile. So würde durch den Wegfall von Hin- und Rückweg für die Schüler auch eine Zeitersparnis erreicht. „Natürlich gibt es auch Kinder und Jugendliche, bei denen es nicht so leicht ist und die mehr Aufmerksamkeit erfordern“, sieht Berger auch Probleme, die durch die derzeitige alternativlose Online-Nachhilfe gegeben sind. In solchen Fällen sei eine Präsenzmöglichkeit sehr wichtig.

Ein spezielleres Nachhilfe-Angebot gibt schon seit längerer Zeit das Team des Treffpunkts Go in. Für gewöhnlich können nach einer Anmeldung Kinder der ersten bis fünften Klassen zu bestimmten Terminen in das Jugendzentrum gehen und werden von speziell dafür beschäftigten Honorarkräften bei ihren Hausaufgaben betreut. Ein Angebot, das außerhalb des Shutdowns sehr gut angenommen wurde.

„Mit Schließung der Schulen haben aber auch viele Jugendliche das Interesse an der Hausaufgabenhilfe verloren“, bedauert Angela Bräuer, Leiterin des Go in. Dabei besteht auch in der jetzigen Zeit die Möglichkeit, auch für ältere Schülerinnen und Schüler, die Hilfestellung in Anspruch zu nehmen. „Jeder, der das Angebot nutzen möchte, kann sich bei uns melden“, informiert Bräuer. Um die Hausaufgabenhilfe noch bekannter zu machen, steht das Go-in-Team bereits in Kontakt mit den Bönener Schulen.

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