Lüge für eigenen Vater

„Wie bei Barbara Salesch“: Frau aus Bönen gesteht Falschaussage unter Tränen

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Der Richter am Amtsgericht Unna erlebte ein tränenreiches Geständnis (Symbolbild)

Vor Gericht hatte eine Frau aus Bönen ihren eigenen Vater gedeckt. Nun gestand sie, gelogen zu haben. Für den Vater hat das nun drastische Folgen.

Bönen/Unna – Der Fall eines Böneners, dem unter anderem eine Fahrt unter Alkoholeinfluss und ohne Führerschein zur Last gelegt wurde, endete nun im Amtsgericht Unna mit Tränen und einem Paukenschlag. Denn, selbst ein spätes Geständnis konnte den Mann mit einschlägiger Vergangenheit nicht mehr vor dem Gefängnis bewahren.

Rückblende: Anfang April begann der Prozess gegen den 49-Jährigen. Dem Bönener wurde vorgeworfen, eine frühere Mieterin und deren Freund Mitte September übel beschimpft und mit dem Tod bedroht zu haben. Diesem Anklagepunkt stellte er sich auch nicht großartig entgegen, empfand sich aber selbst auch ein Stück weit als Opfer der Betroffenen.

„Bei meinen Papa kann man leider nicht Nein sagen“

Gänzlich anders sah es aus, als es um den zweiten Vorfall ging: eine Trunkenheitsfahrt ohne Führerschein nach Hamm gute zwei Wochen später. Diese bestritt er energisch und gab an, dass ihn seine Tochter gefahren habe. Die bestätigte das – wobei es zwischen seinen und ihren Angaben Widersprüche gab.

Nun hätte das Verfahren mit weiteren Zeugen fortgesetzt werden sollen. Doch dazu kam es gar nicht erst. Die Tochter des Angeklagten bat darum, erneut in den Zeugenstand treten zu dürfen. Sie durfte. Parallel zu ihren ersten Worten flossen Tränen. „Ich habe beim letzten Mal nicht die Wahrheit gesagt. Und seitdem kann ich nicht mehr schlafen. Mein Vater hat mich gebeten, zu lügen. Bei meinem Papa kann man leider nicht Nein sagen. Das ist wie so ein Kippschalter. Plötzlich wird er aggressiv“, betonte sie und zielte mit dem letzten Satz auf ein Alkoholproblem ihres Vaters ab. Sie könne nur sagen, dass er sie in der fraglichen Nacht angerufen und gebeten habe, ihn von der Polizeiwache abzuholen.

Verteidiger drängt Angeklagten zum Geständnis

Ein regelrechter Faustschlag in den Magen des Verteidigers, der die Situation später mit einer Gerichtsshow im Fernsehen verglich: „Ein bisschen wie bei Barbara Salesch.“ Er bat um eine kurze Pause, um auf dem Gerichtsflur mit dem Bönener zu reden.

Danach erfolgte ein Geständnis in Kurzfassung. „Tut mir leid. Ist so passiert.“ Mehr hatte der Angeklagte nicht zu sagen. Für ihn endete der Fall, in den er auch noch seine Tochter hineinzog, bitter. Er wurde zu zehn Monaten Haft ohne Bewährung und zu zwei Jahren Sperrfrist zur Erteilung der Fahrerlaubnis verurteilt.

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