Thema im Unterricht

US-Wahl: Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums in Bönen erstellen Prognosen und gewinnen Preise

Neele Reinhardt, Julius Klein, Marco Borgschulte, Niklas Sassen, Louis Hattwig und Lana Lukic (von links) hat der ungewöhnliche Unterricht viel Spaß gemacht. Und sie haben dabei viel über die Vereinigten Staaten gelernt.
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Neele Reinhardt, Julius Klein, Marco Borgschulte, Niklas Sassen, Louis Hattwig und Lana Lukic (von links) hat der ungewöhnliche Unterricht viel Spaß gemacht. Und sie haben dabei viel über die Vereinigten Staaten gelernt.

Donald Trump oder Joe Biden? Gespannt blickt die Welt nach Washington, wenn die USA ihren nächsten Präsidenten wählt. Am Marie-Curie-Gymnasium nehmen Schüler der Jahrgänge acht und elf am weltweiten Wettbewerb „The U.S. Embassy School Election Project 2020“ teil und geben eine Prognose ab, wer die Wahl für sich entscheiden wird. Englischlehrer Karsten Brill thematisierte im Unterricht deshalb die USA und die anstehende Wahl.

Bönen – „The U.S. Embassy School Election Project 2020“ ist eine Weiterentwicklung eines bereits zu den Präsidentschaftswahlen 2008, 2012 und 2016 von der US-Botschaft in Berlin ausgerichteten Projekts. In der Klasse 8b ging es vor allem um die Kontaktaufnahme mit Gleichaltrigen einer Partnerschule in Washington. Doch Corona hat den Unterrichtsplan verzögert, da die Ferien in den USA um drei Wochen verlängert und der Unterricht dort anschließend online durchgeführt wurde. Hinzu kommt, dass durch die unterschiedlichen Zeitzonen kein direkter Kontakt der Jugendlichen möglich ist. Dennoch schafften es die Schüler, sich gegenseitig digital vorzustellen und die jeweilige Corona-Situation im Land und an der Schule zu beschreiben. „Die Situation bei den Schülern in den USA ist unserer sehr ähnlich“, stellt dabei zum Beispiel Lana Lukic fest.

Zudem tauschten sich die Mädchen und Jungen über die Wahl aus und wen sie wählen würden. „Betrachtet man die einzelnen Staaten, dann schätze ich, dass Trump gewinnen wird“, sagte die Achtklässlerin Neele Reinhardt. Sie selbst sei froh, dass sie sich zwischen Biden und Trump nicht entscheiden müsse, weil sie bei beiden Kandidaten klare Stellungnahmen zu einzelnen Themen vermissen würde. Auch ihre Mitschülerin Lana Lukic könnte sich zwischen den beiden ältesten Bewerbern in der Geschichte nicht entscheiden, da sie beide nicht besonders sympathisch findet. Dennoch – und da waren sich die Gymnasiastinnen einig – sei der Unterrichtsinhalt sehr spannend. „Es ist cool, Kontakt mit Schülern aus den USA zu haben“, sagt Lana Lukic, und auch Neele Reinhardt wünscht sich mehr solcher Lerninhalte.

US-Wahl 2020: So könnte in Pennsylvania gewählt werden

Die Jahrgangsstufe Elf am MCG ist durch Corona weniger gebremst worden. Die Schüler schauten sich im Rahmen des Wettbewerbs den Staat Pennsylvania an: Wie leben die Menschen dort? Welchen Bildungsgrad haben sie? Wie viele Einwohner gibt es dort und welches Wahlsystem? Welcher Kandidat wird die Wahl für sich entscheiden?: All das haben die Oberstufenschüler erforscht. Ihre Ergebnisse hielten sie multimedial fest, beispielsweise in schriftlichen Debatten oder filmischen Nachrichtensendungen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit reichten sie für die Teilnahme am „The U.S. Embassy School Election Project 2020“ ein.

Doch sich auf einen Kandidaten zu einigen, den die US-Bürger am Ende wahrscheinlich wählen werden, war für die Elftklässler nicht einfach. „Pennsylvania ist ein politisch sehr geteilter Staat. Dort wird es sicher ein knappes Rennen“, sagte Niklas Sassen. Der Schüler war sich aber sicher, dass Trump die Epidemie herunterspiele, was den Präsidenten im Ansehen schlechter dastehen lasse. Seine Mitschüler Julius Klein, Louis Hattwig und Marco Borgschulte stimmten ihm zu. Sie alle seien froh, dass sie nicht zwischen den Kandidaten wählen müssten. Louis Hattwig war der Einzige, der sich festlegte: „Biden hat das bessere Wahlprogramm, und Trump hat in seiner Amtszeit vieles falsch gemacht. Dennoch glaube ich, dass es im Staat Pennsylvania ein knappes Ergebnis wird.“

US-Wahl 2020: Projekt-Fazit und Preise

Einig sind sich die Schüler darin, dass dieses Unterrichtsthema das beste sei, dass sie in Englisch je hatten. „Wir konnten frei entscheiden, ob wir alleine oder mit anderen arbeiten und konnten uns Partner aussuchen. Wir waren frei in unserer Gestaltung und konnten so unsere Stärken einsetzen“, sagte Louis Hattwig.

Englischlehrer Karsten Brill zeigte sich zufrieden mit dem Lernerfolg der beiden Jahrgänge. Welchen US-Kandidaten er wählen würde, verriet er zwar nicht, aber er tippt, dass Biden knapp vor Trump gewinnen wird. Welcher Kandidat am Ende wirklich das Rennen macht, – und welche Schüler mit ihren Prognosen richtig liegen – gilt abzuwarten.

Englischlehrer Karsten Brill hat das Projekt am MCG angestoßen.

Das MCG wurde für die Teilnahme am Projekt mit gleich zwei Preisen ausgezeichnet: Die Jahrgangsstufe acht erhielt für die besten jungen Meinungsforscher den „Best Junior Pollster Award“, da sie mit Abstand die jüngsten Teilnehmer waren. Zudem wurde am Montag, 02. November, bekannt gegeben, dass sie den Preis für die transatlantische Kooperation „Transatlantic Cooperation Award“ als eine von nur sieben Schulen aus ganz Deutschland ausgezeichnet wurden. Insgesamt haben 5000 Schüler aus fast 200 Klassen und Kursen aus ganz Deutschland teilgenommen.

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