Haussperling am häufigsten entdeckt

Weniger Meisen: Zahl der Vogelzähler im Kreis hat sich fast verdoppelt

Über 1000 Rotkehlchen wurden bei der Vogelzählung im Kreis gesichtet – etwas mehr als im Vorjahr.
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Über 1000 Rotkehlchen wurden bei der Vogelzählung im Kreis gesichtet – etwas mehr als im Vorjahr.

Eine Stunde lang sollten Naturfreunde vom 6. Bis 9. Januar die Vögel im eigenen Garten zu zählen. Dazu hatte der Naturschutzbund aufgerufen, an den anschließend auch die Ergebnisse übermittelt werden sollten. Nun liegt die Auswertung vor.

Bönen – In knapp 811 Gärten zählten Freiwillige über 24 000 Millionen Vögel. Allein das erfreut den Nabu, der den starken Zuspruch auf Corona schiebt. „Die Menschen sind mehr zuhause und froh um eine Aufgabe“, vermutete Birgit Königs. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Zahl der beobachteten Gärten bei 450.

Wenig Überraschung gab es bei den Ergebnissen. Haussperling (3891) Kohlmeise (2989) und Blaumeise (2493) sind auf den Plätzen eins bis drei. Allerdings mit bis zu 20 Prozent Verlust. Birgit Königs weiß auch warum. „Den Meisen geht es insgesamt nicht gut.“ Für Insektenfresser sei das Nahrungsangebot schlechter geworden, außerdem haben Meisen und Finken verstärkt mit Krankheiten zu kämpfen.

Gezählt wurden außerdem unter anderem Amseln (2264), Rotkehlchen (1091), Rabenkrähen (898), Buchfinken (805), Buntspechte (432) und Eichelhäher (222).

Buchfinken mögen die Futterstellen in den Gärten

Im Verhältnis ist im Kreis Unna die Zahl der Bergfinken (71) stark gestiegen. Auch dafür gibt es eine Erklärung, so Königs. Als Invasorenvögel ziehen in sie Schwärmen vor dem einbrechenden Winter von Osteuropa nach Westen. So sind sie im Kreis Unna gelandet und fühlen sich hier offenbar ziemlich wohl. Und sie sind es auch, die sich sehr über Futterstellen freuen. Ganz besonders bei geschlossener Schneedecke sind solche Plätze heiß begehrt und werden auch gegen andere Vögel verteidigt.

Königs empfiehlt bei allem Spaß am Vogelfüttern, die Vegetation im Garten nicht zu vernachlässigen. Sträucher, die im Winter Beeren tragen sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel in der kalten Jahreszeit. Davon können sich Naturfreunde jetzt gut an schneebedeckten Feldern überzeugen. Udo Bennemann vom Nabu Bergkamen rät Interessierten, bei Spaziergängen einen Blick auf Früchte tragende Sträucher zu werfen. „Dort sind gerade große Trupps von Feldlärchen und Wacholderdrosseln zu beobachten.“

Die nächste Zählstunde der Gartenvögel findet vom 13. bis 15. Mai statt.

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