Zeuge will nicht einreisen

Wegen Corona: Prozess nach Metalldiebstahl in Bönen ausgebremst

Metall Metalldiebe
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Die Diebe hatten es auf Metalle abgesehen

Die Corona-Pandemie hat den Prozess gegen drei mutmaßliche Buntmetall-Hehler am Dortmunder Landgericht vorerst ausgebremst. Wann nun endlich unter anderem auch der Einbruch bei einem metallverarbeitenden Unternehmen in Bönen aufgeklärt werden kann, steht in den Sternen

Dortmund/Bönen - Hatten die drei Angeklagten sämtliche Vorwürfe der Staatsanwaltschaft in einem ersten Prozess noch zugegeben, machen sie nun keine Angaben mehr. Der neue Prozess war nötig geworden, weil der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit der damaligen Urteilsbegründung nicht einverstanden gewesen war und den Fall zur erneuten Verhandlung an das Dortmunder Landgericht zurückverwiesen hatte.

Das Schweigen der drei 45, 44 und 42 Jahre alten Brüder hat nun aber ganz konkrete Auswirkungen auf die Fortsetzung der Verhandlung. Ihre Verteidiger beharren nämlich darauf, dass die mutmaßlichen Buntmetalldiebe als Zeugen vernommen werden. Das Problem ist nur: Mindestens einer der Verdächtigen lebt inzwischen wieder in seiner rumänischen Heimat.

Verfahrensdauer könnte Strafe mildern

In Zeiten ohne Virus und Einreisebeschränkungen wäre eine Zeugenladung überhaupt keine Schwierigkeit. Im Jahr 2021 stellt sich dieser Sachverhalt indes ganz anders dar. Der Zeuge weigert sich, nach Deutschland zu kommen und nach seiner Rückreise womöglich erst einmal für mehrere Tage in häusliche Quarantäne zu müssen. Und zur Aussage zwingen können deutsche Richter einen Zeugen aus dem Ausland nicht.

So blieb der 37. Strafkammer jetzt nichts anderes übrig, als das Verfahren auszusetzen und irgendwann – wenn es die Pandemielage wieder zulässt – komplett von vorne zu beginnen.

Dass die Angeklagten dann erneut mit jeweils drei Jahren Haft rechnen müssen, ist nicht zu erwarten. Die überlange Verfahrensdauer seit der Revisionsentscheidung des Bundesgerichtshofs wird sich auf jeden Fall strafmildernd auswirken.

Drei Tonnen Kupferrohre im Wert von 40000 Euro

Bei dem Einbruch in Bönen waren am 2. Oktober 2013 drei Tonnen Kupferrohre gestohlen worden. Die Täter wuchteten die Beute damals auf einen Lkw und flüchteten unerkannt. Die Staatsanwaltschaft ist jedoch sicher, dass auch diese Lieferung sofort zum Firmengelände der drei angeklagten Metallhändler gebracht wurde.

Die Kupferrohre hatten laut Anklage einen Wert von rund 40 000 Euro. Wie viel die Diebe als Belohnung erhalten haben, würden die Richter unter anderem gerne von dem Zeugen aus Rumänien erfahren.

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