in der Pandemie mehr aufgeräumt, weggeworfen und bestellt

Abfallstatistik zeigt: 2020 war auch in Bönen wirklich ein Jahr für die Tonne

Weg damit: Die Corona-Pause daheim fördert die Bereitschaft, sich von altem Kram zu trennen.
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Weg damit: Die Corona-Pause daheim fördert die Bereitschaft, sich von altem Kram zu trennen.

Corona macht auch vor der Mülltonne nicht halt. Der Blick hinein sagt etwas über das Verhalten der Menschen in der Pandemie.

Bönen – 2020 – das war ein Jahr für die Tonne. So kann, wer’s salopp mag, das ganze vermaledeite Corona-Jahr mit seinen Beschwernissen ganz allgemein subsummieren. Die Aussage trifft es aber auch ziemlich genau, wenn man den Blick speziell auf die Abfallbilanz nach all den Monaten des Daheimbleibens, -arbeitens und -lernens richtet.

Da kam ganz schön etwas zusammen. GWA-Sprecher Andreas Hellmich kann es nicht auf die Tonne genau herunterbrechen, aber seine Kollegen von der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna haben beim Blick auf die Müllberge einen Trend ausgemacht, der wohl mit der Entwicklung der Pandemie einhergeht: 2020 – ein Jahr für die Tonne.

Trend zum Ausmisten hält immer noch an

„Seit dem ersten Lockdown ist die Restmüllmenge gestiegen“, berichtete Hellmich auf Anfrage. Naheliegende Erklärung der Entsorger: „Die Leute waren mehr zuhause, sie haben aufgeräumt und vieles weggeschmissen. Von unseren Wertstoffhöfen im Kreisgebiet wissen wir: Der Trend ist bis heute noch nicht abgerissen.“

Allein Mit dem Weihnachtsfest ließe sich dagegen der aktuelle Anstieg der Frachten aus der Gelben Tonne erklären: „Das ist der übliche Anstieg zu den Feiertagen“, so Hellmich. Der stelle aber weder Haushalte noch die Müllabfuhr vor Probleme, weil sich die anfallenden Verpackungen mit etwas Druck vom Tonnenrand noch gut zusammenpressen ließen.

Blaue Tonne verrät viel über Versandhandel

Wie sehr das Virus das Einkaufsverhalten geändert und den Paketversand forciert hat, lässt sich gleichfalls mit einem Blick in die Tonne nachvollziehen. Wer den blauen Deckel lupft, erblickt im Altpapier immer mehr Kartonagen. „Subjektiv nimmt das Volumen seit Wochen und Monaten zu. Das liegt sicher daran, dass der online-Handel gerade durchgestartet ist“, sagte der GWA-Sprecher.

Auf der Waage, somit in der Abrechnung von Tonnage, schlage der Effekt aber nicht im selben Maße durch. Denn zugleich seien Schwergewichte durch Corona oder den Lauf der Zeit ausgebleiben: Kein Ikea-Katalog mehr, zeitweise keine Prospekte und Kataloge aus schwererem Papier (mit höherem Recyclingwert) mehr. Auch das kann man an der Müllabfuhr ablesen.

Und noch etwas: „Die Menschen hatten wahrscheinlich noch nie so früh alle Geschenke beisammen“, analysierte Hellmich die Entwicklung mit einem Augenzwinkern. „Wir haben seit Wochen ein hohes Aufkommen an Kartonagen. Der Weihnachtseinkauf war noch nie so früh, in diesem Jahr absolut vorverlagert.“

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