Rotering verspricht bessere Kommunikation

Wasserschaden Goethehalle: Bürgermeister führt klärendes Gespräch mit Bönens Sportlern

Zum klärenden Gespräch traf Bürgermeister Stephan Rotering (3.v.r.) Iris Höll (TuS, von links), Dirk Presch (GSV), Ralf Wegner (TuS-Hausmeister), Giulia Ritter (TuS), Dirk Brandt und Jörn Kruse (r., SG Nordbögge). Hinten die Fachbereichsleiter Robert Eisler und Jörg-Andreas Otte.
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Zum klärenden Gespräch traf Bürgermeister Stephan Rotering (3.v.r.) Iris Höll (TuS, von links), Dirk Presch (GSV), Ralf Wegner (TuS-Hausmeister), Giulia Ritter (TuS), Dirk Brandt und Jörn Kruse (r., SG Nordbögge). Hinten die Fachbereichsleiter Robert Eisler und Jörg-Andreas Otte.

Es sind nicht alle Fragezeichen ausgeräumt zum Wasserschaden in der Goethe-Turnhalle. Aber es ist eine wichtige Frage beantwortet: Wie halten es Gemeindeverwaltung und Sportvereine miteinander nach den Irritationen?

Bönen – Im direkten Gespräch mit der TuS Bönen, der Schießgruppe Nordbögge und dem Gemeindesportverband hat Bürgermeister Stephan Rotering mit den Fachbereichsleitern Robert Eisler (Bau) und Jörg-Andreas Otte (Sport) nach den Irritationen über den Wasserschaden in der Turnhalle an der Goetheschule reinen Tisch gemacht. Hand in Hand wollen Verwaltung und Sportler nun daran arbeiten, dass Bönens Vorzeigehalle möglichst bald wieder genutzt werden kann.

Sportler vermissen Unterstützung und Ansprache

Nachdem „immer wieder Spekulationen aufgekommen“ seien, sollten sich „alle Beteiligten mal in die Augen schauen und klären, was Sache ist“, formulierte Rotering seinen Ansatz für diese Einladung. „Es ist kein Wunder, dass spekuliert wird, wenn keiner mit uns spricht“, gab Iris Höll, zweite TuS-Vorsitzende in diesem Zusammenhang zurück. Überhaupt begegne die Gemeinde den Ehrenamtlern in E-Mails und Telefonaten in einer Weise, „dass ich das Gefühl habe, es gibt kein Miteinander mit dem Verein, sondern ein Gegeneinander.“ Etwa in der barschen bürokratischen Art, mit der dem Vorstand aufgetragen worden sei, sein Material aus der Halle zu schaffen. „Der Ton macht die Musik“, nickte der Bürgermeister und konnte nicht umhin, auch hier Besserung und Hilfe beim Transport durch den Bauhof zu geloben.

Sicherheitsvorschriften der Schützen übersehen

Zumal Dirk Brandt von der Schießgruppe kritisierte, dass niemand bei Aufnahme der Sanierungsarbeiten auf dem Schirm hatte, dass nicht einfach Handwerker in den Waffenraum gelassen werden dürfen, um die Wände aufzureißen. „Wir mussten plötzlich Leute abstellen, um das stundenlang zu beaufsichtigen.“ Das verlangten die Vorschriften zur sicheren Verwahrung der Waffen, obwohl diese in Tresoren eingeschlossen seien. Besser, man hätte mal gefragt.

Gemeinde will unbürokratisch helfen

„Von unseren Geräten sind einige Dinge durch Nässe und Schimmel schon unbrauchbar“, sprach Giulia Ritter, TuS-Jugendvorstand, materielle Sorgen an. Einige der Matten etwa würden wohl trocknen, aber auf Dauer Flecken haben. Rotering bot an, abschließend mit einer Schadensbilanz bei ihm vorstellig zu werden. „Über Hilfe der Gemeinde lässt sich reden.“

Bauabteilung verspricht engere Abstimmung

„In kurzen Pässen“, versicherte Robert Eisler in sportlicher Diktion, werde die Verwaltung den Sportlern von nun an die Bälle zuspielen, damit der nach dem Lockdown gerade wieder erwachende Sportbetrieb nicht all zu lange ausgebremst wird. Aber für eine seriöse zeitliche Perspektive sei es noch zu früh. Zumal die Ursache nicht abschließend geklärt sei. Der Abriss der „vergessenen“ Sohlwasserpumpen spiele wohl eine Rolle, auch dass Wasser von außen durch Türen auf Hallenbodenniveau eingedrungen sei. Das Gutachten stehe noch aus.

Hoffnung, dass es nicht so arg wird

Am Montag ist die Firma zur Trocknung des Sportbodens und Estrichs in den Nebenräumen angerückt. Am Samstag sollen die Warmluftaggregate angeschlossen werden und drei Wochen laufen. Dann muss man schauen. „Das Wasser steht hauptsächlich im ersten Drittel der Halle. In den hinteren Bereichen sind die Bodenhülsen und die Dämmung trocken“, berichtete Eisler von Indizien, dass es ganz so arg vielleicht nicht komme. Die Hoffnung sei, nur in dem Drittel den Boden aufnehmen und Teile ersetzen zu müssen.

Dass es ins Geld geht, sieht man gleich

Aufs Ganze geht es dagegen überall dort, wo die Leichtbauwände im Untergeschoss Wasser gezogen haben. Etwa bei der Vorwandinstallation in den Waschräumen, wo die nassen Platten samt Fliesen teils schon herausgerissen sind. Dass auf die Gemeinde beträchtliche Kosten zukommen, ist nicht zu übersehen. Von einer größeren sechsstelligen Belastung war zuvor die Rede, nun vermied die Verwaltung aber derlei Bewertung.

Lob für den Gemeindesportverband

Viel Lob gab es für den Gemeindesportverband, bei dem Dirk Presch im Nu dafür gesorgt hat, dass die Vereine zusammenrücken, um den Ausfall der Halle auszugleichen. Er bat für die Belegung der Hallen in Regie des GSV im Herbst um ein Signal, ob die Beschränkungen über den Sommer hinaus gelten.

„Wir haben die TuS heute glücklich gemacht“, gab Presch die Anerkennung gleich ans Team in seinem Rücken weiter. „Alle Abteilungen sind versorgt. Es gab nicht einen Verein, der nicht etwas beitragen wollte. Hier sieht man den Zusammenhalt des Bönener Sports.“ Pech für die Schützen: „Sorry, wir haben halt keinen zweiten Schießstand.“

Da war doch noch was ...

Das Stichwort Solidarität nahm auch Stephan Rotering auf: „Es ist doch unsere Stärke, wie wir in der kleinen Gemeinschaft Bönen die Dinge hinbekommen.“

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