Zuflucht.Bönen e.V. dokumentiert Missstand mit Fotos

Gesundheitsamt nennt Zustände in Bönens Flüchtlingsheim "unhaltbar" 

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Wie die Zustände in einer Flüchtlingsunterkunft in Bönen sind, zeigen unappetitliche Fotos. 

Wie sieht eine angemessene Ausstattung der Flüchtlingsunterkünfte aus? Das beschäftigt den Familienausschuss in der Theorie. Wie die Zustände in der Praxis sind, zeigen unappetitliche Fotos. 

Bönen - Der Verein Zuflucht.Bönen hat wa.de diese Fotos übermittelt. Sie wurden von Helfern bei ihren Besuchen zur Unterstützung der Bewohnerschaft bei der Einrichtung der schlichten Wohnräume oder beim Umgang mit Behörden gemacht und stammen laut der Akteure aus jüngster Zeit.

Gemeinde soll darlegen, wie Mangel behoben wird

Wir haben einige Bilder via Pressestelle dem Kreis Unna zugeleitet und gebeten, bei der Gesundheitsbehörde eine erste Einschätzung möglicher Gefahren einzuholen. „Das sind unhaltbare Zustände“, sagte Sprecher Max Rolke nach Rücksprache im Hause. 

Zustände in der Flüchtlingsunterkunft Am Nordkamp in Bönen

Das Gesundheitsamt werde sich am Donnerstagmorgen an die Gemeinde wenden und erörtern, wie die Mängel zügig abgestellt werden sollen. Für Familien oder Mütter mit Kindern, die nach WA-Informationen dort auch leben, sei dies unzumutbar. Einrichtungen wie diese würden generell vom Gesundheitsamt in wiederkehrenden Abständen geprüft, so Rolke. Da werde auch geschaut, ob die Räume gereinigt werden, die Müllentsorgung funktioniert und die Heizung beispielsweise. 

Ehrenamtler beklagen fehlende Strukturen und Hilfen

Die Ehrenamtler sagen, eine Mischung aus Scham und Empörung darüber, dass die Verantwortlichen im Rathaus derlei Zustände über längere Zeiträume zuließen, habe sie veranlasst, die Bilder öffentlich zu machen. Ihnen sei klar, dass ein Teil der Bewohnerschaft für verdreckte Küchen und Sanitäreinrichtungen verantwortlich ist. Die Helfer  beklagen aber, dass keine Strukturen geschaffen würden, mit denen eigenständiges Aufräumen etabliert und Putzpläne durchgesetzt werden können. So litten auch die um Ordnung und Sauberkeit bemühten Bewohner unter der unhygienischen Lage. 

Hausmeisterteam verstärkt / Antrag auf Leitlinien 

Just am Mittwoch kündigte die Gemeinde an, die Hausmeister der Heime mit einem „Bufdi“ aus den Reihen der Flüchtlinge zu verstärken. Die SPD fordert nach wie vor, einen Sozialarbeiter für Integrationsaufgaben einzustellen. Der Beauftragte der Gemeinde hat diese Qualifikation nicht, wohl aber praktische Erfahrungen in dem Bereich. Dem Ausschuss (Donnerstag, 18 Uhr; MCG) liegt der Antrag vor, einen Mindeststandard für die Ausstattung der Heime zu definieren, weil der laut SPD nicht in allen Heimen stets gewährleistet ist. Da fehle manches. Zudem strebt die Fraktion an, Leitlinien gelingender Integration als Selbstverpflichtung der Gemeinde auszuarbeiten.

Die SPD hat als Reaktion auf die Zustände die Definition neuer Mindeststandards gefordert. Die Gemeinde hatte zwischenzeitlich für die Beseitigung der Vermüllung gesorgt. 

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