Vorwurf der Lüge: Bürgermeister von Bönen fordert erneut Entschuldigung

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Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Flüchtlingsunterkunft am Billy-Montigny-Platz.  

Bönen – Der Streit zwischen Bürgermeister Stephan Rotering und seiner Stellvertreterin Sabine Lutz-Kunz ist weiterhin nicht gelöst. Nachdem Lutz-Kunz am Mittwoch eine Entschuldigung bei Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte abgelehnt hatte, zeigte sich der Bürgermeister am Donnerstag in einer erneuten öffentlichen Stellungnahme fassungslos.

„Eine persönliche Antwort von Frau Lutz-Kunz liegt mir leider weder schriftlich noch mündlich vor. Ebenso wenig wie ein Nachweis für Ihre neuerliche Behauptung“, schreibt Stephan Rotering. 

Die Ratsfrau der SPD hatte Fachbereichsleiter Otte in der Ratssitzung in der vergangenen Woche vorgeworfen, den Rat belogen zu haben. Dabei ging es um die Funktionstüchtigkeit eines Ofens in der Flüchtlingsunterkunft am Billy-Montigny-Platz. 

„Er hat versichert, er habe sich den Herd angesehen und angestellt, der Backofen habe einwandfrei funktioniert – was nicht der Fall war. Insofern hat er gelogen“, erklärte Lutz-Kunz am Mittwoch gegenüber dem Westfälischen Anzeiger. 

Keine vertrauensvolle Zusammenarbeit

Stephan Rotering sieht die Glaubwürdigkeit seiner gesamten Verwaltung in Zweifel gezogen: „Mittlerweile geht es in dieser Angelegenheit nicht mehr um die Ankunftszeit der Familie Awada oder das Funktionieren eines Ofens, sondern um die Integrität und Glaubwürdigkeit von Herrn Otte und der gesamten Verwaltung.“ 

Mit vertrauensvoller Zusammenarbeit habe das nichts mehr zu tun. „Ich werde es nicht hinnehmen, dass ein Ratsmitglied öffentlich Behauptungen in den Raum stellt, ohne diese belegen zu können. Hier geht es nicht um eine Abstimmung mit mir als Bürgermeister, sondern um die Arbeit zum Wohle unserer Gemeinde. Weder als stellvertretende Bürgermeisterin noch als Ratsfrau ist so ein Verhalten akzeptabel“, schreibt Rotering. 

Aussagen belegbar

Der Bürgermeister wirft Lutz-Kunz vor, sich nicht bei ihm über den Sachverhalt informiert zu haben. Ihr Vorwurf der Lüge könne zweifelsfrei widerlegt werden. 

„Ich teile Ihnen mit, dass Herr Otte sich am 7. Januar 2020 gemeinsam mit einem Mitarbeiter von der Funktionstüchtigkeit des Herdes der Familie Awada überzeugt hat. Der Mitarbeiter hat mir diese Aussage schriftlich zu Protokoll gegeben. Anlässlich dieses Termins hat Herr Otte, wie bereits in der Ratssitzung mitgeteilt, zwei Fotos mit dem Einverständnis der Familie Awada angefertigt. Auf einem Foto ist der vorhandene Herd abgebildet. Akteneinsicht ist hierzu jederzeit möglich. Danach kann die wahrheitsgemäße Aussage von Herrn Otte eindeutig bestätigt und belegt werden“, heißt es in dem Statement des Bürgermeisters. 

Er forderte seine Stellvertreterin erneut auf, sich öffentlich bei Jörg-Andreas Otte zu entschuldigen.

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