1. wa.de
  2. Lokales
  3. Bönen

Vorsicht mit Unkrautbrennern: Steht die Hecke in Flammen, kann‘s teuer werden

Erstellt:

Von: Raphael Balke

Kommentare

Immer wieder kommt es zu Unfällen mit Gasbrennern, die zur Unkrautvernichtung eingesetzt werden.
Immer wieder kommt es zu Unfällen mit Gasbrennern, die zur Unkrautvernichtung eingesetzt werden. © dpa

Kurz unaufmerksam und schon steht die Hecke in Brand: Wer in Bönen grob fahrlässig einen Heckenbrand mit einem Gasbrenner verursacht, wird zur Kasse gebeten. Ein Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts machte vor Kurzem den Weg frei: Im Ernstfall müssen Betroffene für den Feuerwehr-Einsatz zahlen.

Bönen – Doch wann handeln Betroffene „grob fahrlässig“ und müssen die Einsatzkosten tragen? Vonseiten der Gemeinde Bönen heißt es dazu, dass die Einsatzleiter der Feuerwehr dokumentierten, ob Anhaltspunkte für eine grobe Fahrlässigkeit vorlägen.

Schon länger trocken?

Laut dem Urteil des Verwaltungsgerichtes ist das etwa der Fall, wenn Betroffene bei stark anhaltender Trockenheit einen Brenner verwendet haben. Auch wenn trotz starken Windes mit einem Brenner gearbeitet wird und das Feuer auf eine Hecke übergreift, spricht das demnach für ein grob fahrlässiges Handeln. Zudem fließt in die Beurteilung mit ein, ob Betroffene Vorkehrungen getroffen haben, um einen möglichen Brand unter Kontrolle zu bekommen.

Schnelle Ausbreitung

Timo Rinkewitz von der Bönener Feuerwehr sagt dazu: „So ein Heckenbrand breitet sich extrem schnell aus.“ Es gebe hohe Flammen und eine starke Rauchentwicklung. Dabei ist das eigentliche Ziel der sengenden Hitze nicht die Hecke. Der Brenner soll stattdessen häufig dem Unkraut den Garaus machen. Laut Rinkewitz ist das keine gute Idee. „Sehr gefährlich wird es auch, wenn ein Gebäude oder Fahrzeug neben der Hecke steht.“ Dann könne das Feuer übergreifen.

Problem überschaubar

Sonnige Tage, trockenes Wetter: Häufig gebe es Heckenbrände in den Sommermonaten, doch in diesem Jahr „sind wir noch verschont geblieben“, so Rinkewitz. Im vergangenen Jahr rückte die Feuerwehr insgesamt sechsmal zu Kleinbränden aus, zwei davon durch einen Gasbrenner verursacht. Davon wurde jedoch keiner als grob fahrlässig eingestuft.

Entscheidung im Einzelfall

Das Urteil dient auch der Gemeinde als Grundlage für Entscheidungen. Denn: Auch wenn es sich bei der Kostenübernahme immer um Einzelfallentscheidungen handle, werden die im Urteil genannten Gründe laut Gemeinde auch in Bönen entsprechend berücksichtigt.

Auch interessant

Kommentare