Cariert-Laden freut sich

Vorsatz für das neue Jahr: Ausmisten - und Gutes tun!

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Marlies Heinze und Birgit Schwierley (von links) sortieren im „Hinterzimmer“ des Cariert-Ladens die neu angelieferten Kleidungsstücke. Da steckt jede Menge Arbeit hinter.

Bönen - Gute Vorsätze für das neue Jahr? Wie wäre es mit damit, mal so richtig auszumisten? In diesem Zusammenhang kann man auch gleich noch etwas Gutes tun.

Der Jahreswechsel liegt gerade hinter uns. Traditionell fassen viele Menschen zum Start ins neue Jahr gute Vorsätze. Nicht mehr rauchen, fünf Kilo abnehmen oder mehr Sport treiben – das sind die Klassiker, die ganz oben auf dem Zettel stehen. 

Beliebt alle Jahre wieder – vor allem bei Frauen: endlich mal wieder die Schränke ausmisten und damit Platz für Neues schaffen. Wenn die aussortierten Kleidungsstücke dann noch im Cariert-Laden landen, dann kann gleich noch ein weiterer Vorsatz abgehakt werden: etwas Gutes tun.

Trennung fällt häufig schwer

Denn der von der Caritas Bönen betriebene Laden an der Bahnhofstraße 27 versorgt vor allem Flüchtlinge und Menschen mit kleinem Geldbeutel mit schicker und praktischer Kleidung. Aber nicht nur: „Bei uns darf jeder kaufen“, betont Eva Isenbeck, eine der 23 ehrenamtliche Helferinnen. „Wer nicht bedürftig ist, der zahlt eben das Doppelte – also 6 Euro statt 3 für einen Pullover zum Beispiel.“

Damit der Cariert-Laden seinen Kunden ständig ausreichend Waren und eine gute Auswahl anbieten kann, sind die Helferinnen auf kostenlosen Nachschub angewiesen.

Da kommen jetzt all diejenigen ins Spiel, die zu Hause prall gefüllte Kleiderschränke haben, und sich regelmäßig ärgern, wenn sie nur noch mit Stopfen etwas hineinbringen. Da hilft nur eins: ausmisten.

Das Problem: Viele können sich so gar nicht trennen von den angesammelten Schätzen, die oft seit Jahren ein unbeachtetes Dasein fristen. Denn Aufräumprofis behaupten, dass wir nur 20 Prozent dessen benötigen und wirklich tragen, was wir in Schränken und Schubladen so alles horten. Also, alles mal rausholen, durchschauen und rigoros aussortieren. Was lange nicht getragen wurde, das bleibt wohl auch in diesem Jahr ein Ladenhüter – auch wenn es noch so gut und eigentlich fast neu ist.

Multikulti zwischen Jacken und Blusen

Das sind dann beste Voraussetzungen, um bei Cariert ein besonders begehrtes Stück zu werden, das gar nicht lange auf einem Ständer in dem 140 Quadratmeter großen Laden hängt. „So ist unser Geschäft auch ein Umweltprojekt“, bringt es Eva Isenbeck auf den Punkt: „Gebrauchte Ware wird noch einmal einem neuen Besitzer zugeführt.“ 

Und es ist ein Multi-Kulti-Projekt: So bunt gemischt die Klientel ist, so vielfältig ist auch das Helferinnenteam, denn hier begegnen sich viele Religionen, Kulturen und Sprachen. Und sie kommen ins Gespräch – zwischen Herrenjacken, Damenblusen und Kinderschuhen.

Gute Tat im neuen Jahr: Alle Schränke ausmisten und gut erhaltene Sachen anderen zur Verfügung stellen.


„Vor Weihnachten wurden viele Sachen abgegeben. Auch selbst gestrickte Socken, die extra für unseren Laden angefertigt wurden, und über die wir uns sehr gefreut haben“, berichtet Eva Isenbeck. Jetzt sei es etwas ruhiger geworden. Nachschub ist also durchaus erwünscht. 

Was steht auf der Wunschliste? „Wir können alles gebrauchen: Damen-, Herren- und Kinderbekleidung, Schuhe, Bettwäsche und Handtücher. Nur Unterwäsche geben wir nicht weiter.“ Auch Taschen, Spiele und Accessoires werden gerne entgegengenommen. Besonders Babysachen sind sehr gesucht. 

Weitere Helfe werden gesucht

„Einen Tag vor Weihnachten haben wir einer hochschwangeren Frau aus Afrika noch ein Kinderbett organisiert und Babysachen“, erzählt Eva Isenbeck. „Die Frau hatte nichts, während wir volle Schränke haben.“ Da sei es toll, helfen zu können. Weitere Helfer werden gesucht „Die Sachen sollten in gutem Zustand ohne Flecken und Löcher sein, sodass man sie auch selbst noch tragen würde“, sagt Christel Radtke vom Caritas-Vorstand.

 „Schön ist es, wenn sie schon gewaschen sind.“ Ansonsten gibt es aber im Sortierraum auch eine Waschmaschine und einen Trockner. Wenn die fleißigen Helferinnen die angelieferte Ware durchsehen, entscheiden sie, was so weiterverkauft werden kann, was erst gereinigt werden muss und welche Sachen nach Rumänien gehen oder zur Obdachlosenhilfe der Diakonie Dortmund. Der Rest wird aussortiert. 

Jede Menge Arbeit also, deshalb sucht Cariert weitere Helferinnen. Wer sich 2019 also mehr ehrenamtlich engagieren möchte, der ist hier willkommen, sagt Christel Radtke. Dann könnten möglicherweise die Öffnungszeiten erweitert werden, denn der Kundenandrang ist nach wie vor groß. 

Übrigens: Welche guten Vorsätze haben sich denn die Mitarbeiterinnen von Cariert so für 2019 vorgenommen? „Mehr Sport treiben!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen von Eva Isenbeck und ihren Kolleginnen. „Obwohl, wenn wir hier Kisten auspacken und Ware einräumen, dann ist das ja auch schon ziemlich sportlich.“

Öffnungszeiten 

Geöffnet ist das Cariert jeweils dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 17 Uhr (in den Ferien nur vormittags). In diesen Zeiten können auch aussortierte Sachen im Laden abgegeben werden.

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