Ausgabestellen öffnen wieder

Vorerst Entwarnung für die Tafel im Kreis Unna: Aber Helfer werden weiter gesucht

Tafel Kreis Unna Lebensmittel
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In der Zentrale der Tafel in Unna werden die Lebensmittel sortiert. Für diese Aufgabe und für den Transport zu den Ausgabestellen fehlen Helfer.

Die Schließung der Tafel im Kreis Unna ist erst einmal abgewendet. Das Jobcenter hilft mit weiteren geförderten Arbeitsstellen aus.

Bönen - Über die guten Nachrichten berichten die Tafel-Vorsitzende Ulrike Trümper und Roland Froch, Bereichsleiter Markt und Integration Süd beim Jobcenter im Kreis Unna. Die Suche nach den benötigten ehrenamtlichen Helfern ist damit keinesfalls weniger dringend.

In dieser Woche sind die Ausgabestellen der kreisweit tätigen Organisation zwar geschlossen, weil die Mitarbeiter Resturlaub abbauen. Die Ruhepause hätten sie sich durch ihren hohen Einsatz in den vergangenen Wochen auch mehr als verdient, so Trümper.

Ab der kommenden Woche werden die in Unna ansässige Zentrale aber aktiv und die wieder belieferten Ausgabestellen zu den gewohnten Zeiten – in Bönen also dienstags von 11 bis 13 Uhr – geöffnet sein.

Ausgabestellen von Zentrale abhängig

Vor Ort in Bönen gebe es auch in der aktuellen Lage eigentlich keine Probleme, sagt Dirk Presch, der zusammen mit Helen Eßkuchen für die Ausgabestelle verantwortlich ist. Das Hygienekonzept greife und das Team habe auch eine gute Lösung für den Herbst gefunden. „Wir haben ein Zeitmanagement eingerichtet“, erzählt er. Noch sei etwas Feinjustierung notwendig, aber grundsätzlich funktioniere das Konzept schon gut. Die Tafelhelfer geben Nummern an ihre Kunden aus, die an eine feste Abgabezeit gekoppelt sind. Dadurch lasse sich vermeiden, dass viele Wartende aufeinander treffen. „Auch bei Regen drängeln sich so keine 20 Leute unter dem Vordach und der Sicherheitsabstand bleibt gewährleistet.“ So gut es vor Ort jedoch auch läuft: „Wir sind abhängig von dem, was in der Zentrale in Unna passiert.“ Denn von dort kommt der Nachschub.

Und dort fehlen einfach helfende Hände, die sich beispielsweise um den Transport der Waren und deren Sortierung kümmern „Wir haben eigentlich seit März zu wenig Leute“, sagt Trümper. Derzeit seien 18 durch Förderprogramme wie dem Ein-Euro-Job gestützte Stellen besetzt. Jetzt habe das Jobcenter zugesichert, am Montag zwölf weitere Kräfte zu schicken. „Wenn nur 80 Prozent von ihnen wirklich kommen, wäre das schon eine große Hilfe“, sagt Trümper.

Besonders Fahrer dringend gesucht

Ein Problem bleibt aber auch bei 30 vom Jobcenter geförderten Stellen: Die wenigsten Helfer, die durch eine solche Maßnahme zur Tafel-Zentrale kommen, hätten einen Führerschein. „Wir brauchen aber vor allem Fahrer.“ Unabhängig von der Hilfe der Jobvermittler geht die Suche nach ehrenamtlichen Kräften also weiter.

Zumal diese auch in den Augen des Jobcenters die eigentliche Stütze des gemeinnützigen Vereins sind. „Der Verein wird eigentlich von ehrenamtlichen Kräften getragen, die Ein-Euro-Jobber können nicht das Rückgrat der Tafel sein“, sagt Roland Froch vom Jobcenter. Ein-Euro-Jobs seien eigentlich dafür gedacht, Menschen wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen, ihren Tagen Struktur und Regelmäßigkeit zu geben. Vor Jahren sei die Idee entstanden, das mit der Hilfe für die Tafel zu verbinden. Über die Zeit sei die Zahl der geförderten Stellen, auch durch die steigende Zahl der Bedürftigen, gewachsen. „Es ist auch in unserem Interesse, ein soziales Umfeld zu fördern“, betont Froch. Daher sei es selbstverständlich, dass das Jobcenter helfe. „Es fehlt nicht an Geld oder am Willen.“

Dass Jobcenter-Kunden während der vergangenen Monate möglicherweise weniger Unterstützung waren, als gehofft, sei der Corona-Pandemie geschuldet. Nicht alle Maßnahmen-Teilnehmer seien wie eingeteilt vor Ort gewesen. „Das war auch legitim“, sagt Froch. „Die Teilnehmer sind oft gehandicapt oder gehören zu den Risikogruppen.“ Seit dem 1. September seien die Teilnehmer aber angehalten, ihre Entscheidung nochmals zu überprüfen.

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