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„Ladies-Lacht“ Bönen: 200 Open-Air-Gäste in den Saal verbannt - und ganz aus dem Häuschen

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Von: Stephanie Tatenhorst

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Volle Breitseite von der Bühne: Daphne de Luxe liegt das Leichtfüßige nicht. Da fiel „Ladies-Lacht“ bisweilen schwer.
Volle Breitseite von der Bühne: Daphne de Luxe liegt das Leichtfüßige nicht. Da fiel „Ladies-Lacht“ bisweilen schwer. © Tatenhorst

Das Wetter spielte nicht mit - das Publikum schon: Nach der Absage des Open Airs war „Ladies-Lacht“ die erste Veranstaltung im Zechenturm seit langem.

Bönen – Wenn aus 200 Gästen, Frauen zumeist, sowohl ein Chor wird als auch ein Orchester. Wenn ihr schallendes Gelächter weithin zu hören ist und die Künstler auf der Bühne um die Wette strahlen – dann gibt es etwas, das lange Zeit fast utopisch schien: eine Kulturveranstaltung im Zechenturm.

Vorsichtige blieben fern, Spontane kamen

Open Air hätte die aus November verschobene „2. Ladies-Lacht“ Bönen eigentlich stattfinden sollen, doch das Wetter machte einen Strich durch die Rechnung. „Wir hätten absagen müssen“, erläuterte Organisatorin Caroline Kirchner. Doch drinnen geht's ja wieder. Ein paar Karteninhaber blieben deshalb lieber zuhause und überließen ihre Ticket anderen. Andere kam kurzentschlossen an die Abendkasse. Helga Krug: „Wir haben uns sehr gefreut, dass man endlich wieder etwas unternehmen kann und wir werden jetzt alles mitnehmen, was kommt.“

Erstmal den Schalter im Kopf umlegen

Die Bönenerin war mit einer ganzen Schar Frauen gekommen – und skeptisch: „Es ist schon befremdlich. Alle lachen laut. Monatelang haben wir von den gefährlichen Aerosolen gehört. Das muss man irgendwie ausschalten und sich freuen, dass so etwas wieder möglich ist.“

Das schien dem Großteil der Gäste zu gelingen. Zwar behielten der eine oder die andere die Maske auch am Sitzplatz lieber auf, doch ansonsten wurde fröhlich gefeiert, mitgemacht, mitgesungen und vor allem: gelacht. Auch die Comedians betonten, wie schön es sei, endlich wieder vor Publikum spielen zu können und echte Reaktionen zu erfahren.

Gute-Laune-Trio mit munterer Moderation

Andrea Volk führte launig durch den Abend und hatte das Publikum schnell auf Betriebstemperatur. Der Saal belohnte jeden Gag. Der Boden für die freche Reinigungskraft Waltraud Ehlert (alias Esther Muench) war bereitet. Seit 45 Jahren „in schwerer Ehe“, zog sie augenzwinkernd über die Macken der Männer her – sei es beim Einräumen der Spülmaschine oder beim Urinieren in der freien Natur. Den Jüngeren zeigte sie die Schwächen der Dating-Portale auf und erinnerte die Älteren an Klammerblues im Partykeller mit obligatorischem Ende auf der dreiteiligen Matratze. Frau wusste, wovon sie sprach.

Die einzigen Jungs kamen gut an

Bei den singenden Wortakrobaten von „Reis against the Spülmaschine“ ging die Stimmung durch die Decke. Sie brachten den Saal zum Toben, Tanzen, Mitsingen und musikalischem Anstoßen. Mit ihren umgedichteten Party-Hits waren ausgerechnet die „Jungs“ das eigentliche Highlight von Ladies-Lacht und bei der Autogrammstunde heiß begehrt.

Stargast mit üppiger Präsenz und wenig Tiefgang

Stargast Daphne de Luxe aus der ARD-Ladiesnight hatte es da schwer, mit ihren schlüpfrigen Geschichten das Niveau zu halten. Doch nach Corona war das Publikum alles andere als kritisch und zückte begeistert die Handys, um Fotos vom Promi in Bönen zu machen. Doch als die XXL-Barbie mit der Triple-X-Oberweite am Ende ins Vulgäre abrutschte, um einen Mann in der ersten Reihe aus der Reserve zu locken, kam das nicht mehr bei allen gut an – das kann die Ladies-Lacht Bönen besser.

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