Fachbereichsleiter relativiert Kritik

Voller Briefkasten am Bönener Rathaus sorgt im Netz für Diskussionen

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Mit krimineller Energie und langen Fingern hätten sich die Beriefwahlunterlagen aus dem Kasten ziehen lassen.

Bönen – Das Foto eines vollen Briefkastens sorgte in den sozialen Netzwerken des Internets in den vergangenen Tagen für eine rege Diskussion. Bei dem abgebildeten Postkasten handelt es sich um den des Bönener Rathauses, und bei den zahlreichen Briefen um Briefwahlunterlagen. Das ist an den roten Umschlägen gut zu erkennen.

Während der Autor des Beitrages im Internet von „Chaos in der Bönener Verwaltung“ spricht und davon ausgeht, dass sich die Briefe sehr leicht durch den Schlitz hätten ziehen lassen, relativiert Fachbereichsleiter Robert Eisler die Aufnahme von Sonntagmittag. „Der Briefkasten war keineswegs und schon gar nicht offensichtlich überfüllt. Das kann ich sehr gut beurteilen, da ich persönlich die Leerung vorgenommen habe“, sagt der Fachbereichsleiter. „Der Schlitz war geschlossen, es war äußerlich kein Hinweis auf den Inhalt erkennbar.“ Mit etwas Geschick und bösen Absichten hätte jedoch tatsächlich jemand Umschläge durch die Öffnung ziehen können – das wären allerdings Diebstahl gewesen, wie Eisler feststellt.

Er räumt aber ein, dass die Verwaltung unterschätzt hat, wie viel Post am Wochenende im Briefkasten landet. „Sonst hätten wir sicher eine zusätzliche Leerung am Samstag vorgenommen.“ Aufgrund der Corona-Pandemie würden sich deutlich mehr Bönener als bei vorherigen Wahlen für die Briefwahl entscheiden. Dabei muss nicht jeder Wahlzettel im Kasten am Rathaus landen.

Die roten Wahlbriefe können nämlich auch unfrankiert in jeden Briefkasten der Deutschen Post eingeworfen werden. „Sie müssen also gar nicht zwingend direkt am Rathaus eingeworfen werden“, informiert Eisler.

"Manchmal reicht ein Anruf"

Die Verwaltungsmitarbeiter wollen den Briefkasten nun aber ganz besonders im Auge behalten und bedarfsgerecht leeren. Das gilt auch im Falle einer möglichen Stichwahl. Am kommenden Wochenende ist das Rathaus nun ohnehin besetzt, sodass sich eine Situation wie am vergangenen Sonntag nicht wiederholen sollte.

Robert Eisler bedankt sich schließlich noch für die schnelle Information, die er über Whatsapp erhalten hat. „Das hat dazu beigetragen, dass die Leerung unverzüglich vollzogen wurde. Wenn ich den Post bei ,Bönen live‘ zeitlich richtig einordne, war die Leerung da bereits erfolgt und das beschriebene Chaos ist ausgeblieben“, stellt er fest. „Manchmal reicht einfach ein Anruf.“

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