Vielfältiges Angebot bei der BIG-Leistungsschau „Bönen kann was“ 

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Zahlreiche Bönener besuchten im Laufe des Tages die Messe vor und in der Goetheschule.

Bönen - Einiges aufgefahren hatte die Bönener Interessengemeinschaft (BIG) zu ihrer ersten Leistungsschau auf dem Gelände der Goetheschule. „Bönen kann was“ lautete der Titel der Veranstaltung, und 30 Unternehmen nutzten am Samstag die Möglichkeit, sich und das, was sie können, zu präsentieren. Die Resonanz der Aussteller zum Erfolg des Tages war durchaus positiv.

Die „Hingucker“ des Tages hatten allerdings nichts mit dem Bewerben von Handwerk, Handel und Dienstleistung zu tun. Auf dem Pausenhof der Schule hatte die Luftsportfreunde Kamen-Dortmund aus dem benachbarten Heeren-Werve eins ihrer Segelflugzeuge aufgebaut. „Wir suchen immer Nachwuchs“, lockte die 13-jährige Marlis Mönch Gleichaltrige, während Fliegerkollege Felix Link einer jungen Besucherin die Hebel im Cockpit erklärte. Mit Sondergenehmigung sei Fliegen bereits ab 13 Jahre möglich, normales Einstiegsalter 14 Jahre.

Auch eine Hüpfburg für die Kleinen fehlte nicht. Für die etwas älteren Kinder hatte der RSV Altenbögge hingegen eine Handball-Torwand aufgebaut. Spielen durften aber auch die Erwachsenen: Thomas Pinger suchte an seinem Stand vor dem Eingang den schnellsten Einbrecher. Ein Fenster sollte aufgehebelt werden. „Der Schnellste liegt im Augenblick bei 1,91 Sekunden“, erklärte der Chef einer Dortmunder Firma für Sicherheitstechnik. Diese Zeit wurde später sogar noch unterboten. Als Gewinn lockte ein Freiflug im Segelflugzeug. 

Bei der BIG-Vorsitzenden Ulrike Elshoff konnten die, die die Gesamtlänge des auf einer Puppe verklebten Pflasters am besten schätzten, dann ein Essen in der Gaststätte Denninghaus gewinnen. Die Lösung lautete übrigens 56,7 Meter. 

Betriebe präsentieren sich bei der BIG-Schau "Bönen kann was"

Die Bönener Gaststätte selbst verpflegte die Gäste der Schau mit kühlen Getränken, der Förderverein der Goetheschule bot Kaffee und Kuchen an. Das Kaufhaus Gröblinghoff war mit einer Vinothek vertreten, in der die Besucher vor allem südafrikanische Weine und Sekt kosten durften. Bäcker Albert hatte eine große Auswahl an Teigwaren mitgebracht und servierte außerdem frischgebackene Berliner. Ins Brötchen passten die Grillwürste und Nackensteaks der SpVg Bönen. „Ohne Essen läuft nix beim Handwerker“, stellte Vorsitzender Peter Hahnemann einen scherzhaft gemeinten Zusammenhang zwischen Messe und Fußballverein her.

Leistungsschau wichtig für die Gemeinde

Bönens Bürgermeister Stephan Rotering unterstrich die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung nicht nur durch seine lange Präsenz. Der Verwaltungschef appellierte zur Eröffnung an die Bürger, angesichts der vielen Leerstände im Ort nicht alles im Internet zu kaufen und sich dann über die öde Fußgängerzone aufzuregen. „Da ich aber nicht glaube, dass sich diese Tendenz umkehren lässt, muss man Alternativen durchdenken. Für Start-Ups könnten Vermieter mit dem Mietpreis runtergehen“, wünschte sich Rotering. Vielleicht solle man die ebenerdigen Läden aber auch in barrierefreie Wohnungen umbauen. Die Aussteller waren jedenfalls zufrieden mit der Premiere der Leistungsschau. Es waren durchaus konkrete Anfragen der Besucher zu hören. „Wir haben schon einige Aufträge reingeholt“, sagte Stefan Krüger, der den Stand von Elektro-Dörnemann gemeinsam mit Chef Valentin Derksen und der künftigen Auszubildenden Laura Böing betreute. Auch Can und Metin Pala vom gleichnamigen Fensterbaubetrieb machten Termine fürs Aufmaß klar.

Der jungen Piloten der Luftsportfreunde ließen die Gäste im Segelflugzeug probesitzen. Felix Link erklärte die Technik.

Ilka Jonic stellte ihre Arbeit als Heilpraktikerin in der Physiotherapie und in der Tier-Osteopathie vor. „Wir arbeiten feinfühliger und genauer als Tamme Hanken“, zog sie einen Vergleich zu dem berühmten, inzwischen verstorbenen „Knochenbrecher“ aus Ostfriesland. Ebenfalls mit Gesundheit und Wohlbefinden der Menschen beschäftigt sich die Heilpraktikerin Katja Koblitz. Sie stellte die Klangschalentherapie und weiter Heilansätze vor. Gegenüber zeigte Peter Pothmann anhand mehrerer Druckerzeugnisse, dass er viel mehr macht, als für die Bürgerstiftung des Förderturms zu arbeiten. „Hauptsächlich erstelle ich Web-Auftritte, aber mitten in Bönen kriege ich kein Internet.“

Die, die für die schnelle Glasfaserversorgung vor Ort waren, zogen übrigens eine äußerst positive Bilanz der Werbung am Samstag: „Vor allem bezogen auf den eher geringen Publikumszuspruch haben wir heute sehr viele Abschlüsse gemacht“, erzählte Helinet-Prokurist Matthias Pomplun. 

Zweite Auflage möglich

Einen Publikumsansturm gab es am Samstag zwar nicht, im Laufe des Tages besuchten aber dennoch etliche Bönener die Veranstaltung. „Wir haben auch gar nicht erwartet, dass man uns beim ersten Mal die Bude einrennt“, erklärte Ulrich Schmidt. Ob die Messe „Bönen kann was“ eine Fortsetzung erlebt, wollen die Unternehmer spätestens in 14 Tagen entscheiden. „Wir werden uns in dieser Zeitspanne zusammensetzen. Das Feedback wird dann zeigen, was wir besser machen könnten. Danach werden wir entscheiden, ob es eine zweite Messe geben wird“, so der Beisitzer des BIG-Vorstandes. 

Eine Rückmeldung erhielten die Organisatoren schon am Samstag: Karl-Ludwig Schmidt fragte, warum denn keine Unternehmen aus dem Industriegebiet vertreten seien. Mit dem Autohaus Förster und Pala-Fensterbau waren tatsächlich nur zwei Firmen aus diesem Bereich vor Ort. Namensvetter Ulrich Schmidt gab die Antwort: „Wir haben in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der IHK rund 200 Unternehmen angeschrieben“, erklärte er. „Aber viele der dort ansässigen Firmen sind ja nicht auf den Endkunden fixiert.“ Daher war die Schau in der Goetheschule für sie wahrscheinlich uninteressant.

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