Bus, Bahn, Taxi oder Privat-Pkw

Viele Wege führen zum Impfzentrum

leere Halle Impfzentrum Unna in der Kreissporthalle
+
Noch ist das Impfzentrum an der Platanenallee in Unna menschenleer. Am 8. Februar werden die ersten Senioren ab 80 Jahren geimpft.

Bönen – Noch kämpfen viele Senioren mit den Tücken des Anmeldesystems, um einen Impftermin zu erhalten, da taucht schon die nächste Hürde am Horizont auf: Wie kommen die 80plus-Impfkandidaten sicher zu ihrem Impftermin?

Seit Wochen impfen Ärzte im Kreis Unna Bewohner und Personal in den Einrichtungen der Altenpflege. Alle über 80-Jährigen, die nicht in Einrichtungen leben, müssen ab 8. Februar selbst zum Impfzentrum nach Unna kommen. Wer in den eigenen vier Wänden lebt, ist aber nicht automatisch körperlich so fit, dass er problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Impfort gelangt. Für die 1253 betroffenen Bönener Senioren unter Umständen eine echte Herausforderung.

Autofahrt auch mit Maske erlaubt

Der Kreis Unna empfiehlt deshalb denjenigen, die Sohn, Tochter oder Enkel in in der Nähe haben, sich zum Impftermin begleiten zu lassen auf dem Weg zum Impftermin und bittet Familien, aber auch Freunde, Bekannte und Nachbarn, den Transfer im privaten Pkw zu übernehmen. Das ist die bequemste, schnellste und sicherste Art, sich den Piks in der Kreissporthalle an der Platanenallee abzuholen.

Dürfen die Fahrer, wenn sie nicht in einem Haushalt mit dem impfwilligen Senioren leben, auf dem Weg zum Impfzentrum Maske tragen, um eine Infektion im Pkw- Innenraum zu vermeiden? Diese eigentlich naheliegende Frage brachte den Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna erst mal ins Schwitzen. „Generell gilt das Vermummungsverbot, Fahrer dürfen beim Lenken eines Fahrzeugs keine Maske tragen“, sagt Bernd Pentrop. „Aber erste Priorität hat der Gesundheitsschutz und deshalb werden wir da mit Fingerspitzengefühl vorgehen. Wer aus Infektionsschutzgründen auf der Fahrt zum Impfzentrum am Steuer Maske trägt, der wird sicher kein Knöllchen kassieren.“

Bequem, aber teuer mit dem Taxi

Wer niemanden hat, der ihn privat zum Impfzentrum fahren kann, der kann auch ein Taxi an die Haustür bestellen und sich direkt zum Impfzentrum bringen lassen. Das ist stressfrei, hat allerdings seinen Preis: „Zwischen 20 und 25 Euro werden für eine Fahrt fällig“, rechnet Taxiunternehmer Klaus-Michael Kovacs. „Eine günstigere Pauschale könnte den Geldbeutel der Senioren bei den Taxikosten entlasten“, sagt Renate Sinnigen, Inhaberin von Taxi Drücke-Milk. „Wir würden das gerne anbieten, dürfen es leider nicht, weil Unternehmen, die im Kreis Unna ihr Pflichtfahrgebiet haben, das Taxameter anstellen müssen.“ Der Kreis Unna prüft gerade, ob eine Sonderregelung für diese Fahrten künftig möglich ist.

Der DRK-Fahrdienst bringt Menschen mit eingeschränkter Mobilität zum Impfzentrum nach Unna.

DRK und Awo bieten Fahrservice an

Allerdings können Schwerbehinderte mit Pflegegrad drei oder entsprechendem Eintrag im Schwerbehindertenausweis auch kostenlos ein Taxi benutzen. Wer gesundheitlich nicht in der Lage ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Impfzentrum in Unna zu gelangen, der kann sich einen Transportschein von seinem Hausarzt ausstellen lassen. Die Kosten übernimmt dann die gesetzliche Krankenkasse.

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bieten auch DRK-Kreisverband und die Awo-Tochter DasDies Service GmbH einen Transportservice an. Mitarbeiter des Fahrservice holen Impfwillige mit Spezialfahrzeugen an der Haustür ab, die für Rollstuhlfahrer mit einer Hebebühne ausgestattet sind, und bringen sie sicher zum Impfzentrum und zurück. Um die Transportkosten erstattet zu bekommen, benötigen Senioren eine von der Krankenkasse genehmigte Verordnung ihres Arztes. Fällig werden dann zehn Euro,sofern keine Zuzahlungs-Befreiung der Krankenkasse vorliegt.

Kostenlos unterwegs mit Bus und Bahn

Bleibt als Alternative noch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wie Bus und Bahn. Die gute Nachricht: Die Fahrt zum Impftermin ist für Impfwillige und ihre Begleitung kostenlos. „Trotz Lockdown sind derzeit alle Linien ganz regulär im Einsatz“, bestätigt VKU-Sprecherin Felicitas Bachmann. Ein Blick auf die Internetseite von Fahrtwind, der Servicezentrale für den ÖPNV im Kreis Unna, soll helfen, die richtigen Verbindungen zum Impfzentrum zu finden.

Wer beispielsweise in Lenningsen wohnt, kann stündlich am Alten Bahnhof in die Linie 192 steigen und zum Bahnhof Bönen fahren. Dort muss der Fahrgast einen Fußweg zum Bahnsteig 2 zurücklegen, wo der Regionalexpress Richtung Unna abfährt. Hier ist auch die größte Hürde für Senioren: Zwei Treppen müssen auf dem Weg zum Bahnsteig bewältigt werden. In Unna führt ein erneuter Fußweg zum Busbahnhof. Von dort fährt die Linie C43 zur Haltestelle „Märkische Berufsschule“ von der es noch einmal ein Fußweg von etwa 500 Metern ist bis zum Impfzentrum. Die gesamte Fahrt mit zwei Umstiegen dauert rund 52 Minuten.

So gelangen Sie zum Impfzentrum

Anfahrt mit dem Bus: Im Ortsteil Nordbögge geht es mit der C91 bis zur Haltestelle „Heeren Denkmal“, dort erfolgt der Umstieg in den Bus C23 direkt nach Unna zur Haltestelle „Kreishaus“. Die Bewohner der südlichen Ortsteile bringt die Linie 192 stündlich zum Bahnhof Bönen. Vom Bahnhof Bönen fährt die Linie C91 zum „Denkmal“ in Heeren. Von dort geht es weiter mit Linie C23 zur Haltestelle „Kreishaus Unna“.

Anfahrt mit dem Zug: Die Regionalzüge Richtung Unna fahren zweimal in der Stunde am Bahnhof Bönen am Gleis 2 ab. Zurück geht es ab Bahnhof Unna ebenfalls zweimal in der Stunde. Ab Bahnhof Unna ist das Impfzentrum über die Haltestelle „Unna Kreishaus“ mit den Linien R 81 und S 81 oder an der Haltestelle „Märkische Berufsschule“ (nicht geeignet für Rollstuhl und Rollator) mit den Linien C 23 und C 43 zu erreichen.

Auskunft über Verbindungen erteilt Fahrtwind, die Servicezentrale für den ÖPNV im Kreis Unna unter Telefon 0 800 3 / 50 40 30 (automatische Fahrplanauskunft) und Telefon 0 180 6 / 50 40 30 (persönliche Beratung) oder im Internet unter www.fahrtwind-online.de und in der fahrtwind-App.

Anfahrt mit Pkw: Wer mit dem Auto kommt, gibt am besten die Anschrift des Impfzentrums, Platanenallee 20 in Unna ins „Navi“ ein. Es stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung.

Anfahrt mit dem Taxi: Die beiden örtlichen Taxiunternehmen Kovacs (Telefon 1600) und Drücke-Milk (Telefon 7555) bieten Fahrten an.

Anfahrt mit dem Fahrservice von DRK und Awo: Interessierte erhalten Auskunft beim DRK unter Telefon 02303/25453-19 und bei Awo/DasDies unter Telefon 02307/71991-26 und können – nachdem der Impftermin steht – direkt ihren Transfer buchen.

Vier Buslinien der VKU fahren vom Bahnhof Unna in die Nähe der Kreissporthalle, die jetzt als Impfzentrum dient. Felicitas Bachmann empfiehlt Menschen, die auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind, die Haltestelle „Unna Kreishaus“. Zwar seien bei der VKU ausschließlich Niederflurbusse im Einsatz, die sich seitlich absenken, damit Fahrgäste bequem ein- und aussteigen können. „Die Haltestelle ,Märkische Berufsschule’ unterstützt die Technik nicht“, so die VKU-Sprecherin. „Es bleibt eine Stufe, die mit Rollator oder Rollstuhl ein Hindernis darstellt.“

Kreis lehnt Vorschlag für Shuttle-Bus von Bönen nach Unna ab

Taxiunternehmer Klaus-Michael Kovacs hatte kürzlich dem Kreis Unna vorgeschlagen, einen Impfshuttle von Bönen nach Unna mit vier oder zwölf Fahrgastplätzen im Pendelverkehr einzusetzen. Der Kreis ließ den Unternehmer jetzt wissen, dass aktuell keine Absicht besteht, einen Shuttle-Bus einzurichten. Dies sei auch eine Entscheidung des Landes, das die Kosten tragen müsse. Grundsätzlich haben Gemeinde, Kreis und VKU derzeit keine zusätzlichen Transportangebote geplant. Der Kreis sei allerdings im Gespräch mit der Bezirksregierung, die Bürgerbusse freizugeben für Sammelfahrten zum Impfzentrum, bestätigt Kreis-Sprecher Volker Meier.

Sinnvoll sei das erst, wenn genug Impfwillige an einem Tag aus einer Kommune zusammenkommen. Meier: „Wir haben nicht die Option, dass die Termine gebietsweise vergeben werden, sodass sie schwer zu bündeln sind. Wir fangen erstmal mit sehr kleinen Impfzahlen von zehn bis zwölf Personen pro Tag an und werden dazu nur ein bis zwei Impfstraßen öffnen.“ Grund sei die begrenzte Menge an Impfstoff.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare