Zu viele Waschbären - Hegering Bönen besorgt

+
57 Waschbären haben die Bönener Jäger im vergangenen Jahr erlegt.

Bönen - Kuriose, aber auch ernste Themen wurden auf der Jahreshauptversammlung des Hegerings Bönen besprochen. Sorge bereitet den Jägern unter anderem die Zunahme der Waschbärenpopulation.  

Rolf Brüggemann, 1. Vorsitzender des Hegerings Bönen, hatte während der Jahreshauptversammlung auch skurrile Geschichten zu erzählen. So berichtete er, dass in diesem Jahr die Bönener Sauna-Ente mal wieder für Aufregung sorgte. 

Das Tier brütete im Februar und März – und das nicht zum ersten Mal – im Außenbereich der Saunalandschaft. „Manche Gäste finden Ente und Küken toll“, berichtete Brüggemann. Dass dann wiederum andere Saunagäste barfuß in die Hinterlassenschaften der kleinen Familie treten, sorgt für Ärger. 

Klaus Wilms (25 Jahre), Andreas Poth (25 Jahre), Karl-Heinrich Goershoff (60 Jahre), Friedrich-Wilhelm Poth (60 Jahre) und Dirk Düsing (25 Jahre) wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt.

Dann werden die Jäger gerufen, und die bemühen sich um eine friedliche Lösung. „Wir versuchen, die ganze Familie einzufangen, damit wir sie zur Seseke bringen können“, legt der Vorsitzende den Plan offen, der aber nicht immer aufgeht. „Wenn wir nur die Küken fangen können, ziehen wir sie per Hand auf und wildern sie anschließend aus“, macht er den Aufwand deutlich, den der kleine Wasservogel jedes Jahr verursacht. In diesem Jahr funktionierte das gar nicht. "

"Pinkki" auch Thema

Der Anblick der Jäger in der Sauna ließ offenbar bei dem gefiederten Saunagänger alle Alarmglocken schrillen. Vorsitzender Rolf Brüggemann mochte die taktisch bessere Vorgehensweise für das nächste Frühjahr nicht so recht in Worte fassen, nahm aber die Mitgliederempfehlung zur Kenntnis, dass die Jäger sich in Bezug auf die Kleidung vielleicht der Umgebung anpassen könnten, um von der Ente nicht gleich erkannt zu werden. 

Dass das entlaufene Dammwild „Pinkki“ nicht mehr lebendig auf den Speckenhof in Bönen zurückkehren konnte, war ebenfalls Thema. Das weiße Tier war in Bönen ausgebrochen und hatte über Wochen für Aufregung gesorgt. Die junge Hirschkuh starb schließlich in der Nähe des Möhnesees bei dem Versuch, eine Straße zu überqueren. Von den Bönener Jägern hatte das junge Dammwild nichts zu befürchten, wurde bei der Sitzung deutlich. 

57 Waschbären wurden erlegt

Sorge bereiten den Jägern die Waschbären. 57 Tiere hatten sie im vergangenen Jahr erlegt. Der Waschbär ist kein heimisches Raubtier. „Das Problem ist, dass er nicht nur am Boden jagt, sondern auch in den Bäumen“, mahnt Brüggemann. „Dort räubert er die Nester der bedrohten Singvögel aus“. 

Einen natürlichen Feind hat der Waschbär in unserer Region nicht. Dass die Zahlen stark steigen werden, hatte der Hegering schon vermutet. Allerdings zeigen die Beobachtungen aus Bönen und der Umgebung, dass die Berechnungen übertroffen werden. Wer Probleme mit Waschbären oder anderen Beutegreifern hat, kann sich beim Hegering beraten lassen. Mit der neuen Landesregierung haben sich die Bedingungen für die Jäger deutlich verbessert. 

Für Schweinepest gerüstet

Sie können nun wieder auf Ausbildungsmethoden der Jagdhunde zurückgreifen, die die Rot-Grüne Landesregierung verboten hatte. Darauf ausruhen wollen sich die Jäger allerdings nicht. Sie setzen auf Vernetzung und Stärkung. Ebenfalls Thema war die Afrikanische Schweinepest. 

Die schnelle Eingreiftruppe soll im Ernstfall helfen. Damit wollen sich die Jäger des Hegerings lediglich vorbereiten, denn dass die ASP in Bönen und der Region zu einem Problem wird, ist fraglich. 

„Wir haben hier sehr wenige Wildschweine“, erklärt der Vorsitzende Rolf Brüggemann. Dennoch sieht er die Aufgabe darin, vorbereitet zu sein, denn für die schweinehaltenden Betriebe ist die Seuche eine Gefahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare