VHS im Test: Beim Hatha-Yoga die Energie fließen lassen

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An das Om-Mantra im Yoga-Sitz muss sich WA-Redakteurin Sabine Pinger noch gewöhnen. Den hingeworfenen Fisch kann sie schon.

Bönen - Die Volkshochschule (VHS) bietet Erwachsenen eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich weiterzubilden, Neues zu entdecken, kreativ zu werden und etwas für die eigene Gesundheit zu tun. WA-Redakteurin Sabine Pinger testet das Angebot vor Ort.

Ich will genauer wissen, was vor Ort angeboten wird und besuchen eine Woche lang verschiedene Kurse bei der VHS in Bönen. Los geht es am Montagmorgen mit Hatha-Yoga für Senioren in der Alten Mühle.

Mit dem hingeworfenen Fisch komme ich klar. Schließlich ist es eine gewohnte Schlafposition: ein Bein lang ausgestreckt, das andere Knie angewinkelt, den Kopf zwischen den gebeugten Armen. Jetzt ist allerdings dehnen angesagt, nicht entspannen. 

Spüren, aber nicht bewerten

„Umfass mit der linken Hand den rechten Fuß und ziehe ihn an den Po heran. Komm mit dem Oberkörper hoch und stütze dich auf dem rechten Unterarm ab“, leitet Smaragda Paraskevopoulou die Übung an. Ich bemühe mich redlich, wirklich hoch komme ich nicht. Dafür zieht es im Oberschenkel. In der Schulter. Im Rücken. „Spüre, was das mit deinem Körper macht, bewerte es aber nicht“, ahnt die aufmerksame Dozentin offenbar, was ich denke. 

"Höre auf deinen eigenen Yogalehrer, auf deinen Körper. Mach nur soviel, wie er zulässt.“ Ich schaue nach links und rechts. Im Vortragsraum der Alten Mühle ist es voll. 22 Teilnehmer bemühen sich an diesem Montagmorgen, den Anweisungen zu folgen, die Smaragda Paraskevopoulou mit sanfter, angenehmer Stimme gibt. Angeboten wird der Kursus für Senioren. 

Hält Yoga jung?

Beim Blick in die Runde fällt mir aber auf, dass viele der Senioren eher im Mittelalter sind, 50 Jahre plus. Bei manchen bin ich mir sicher, andere wirken vielleicht besonders jung. Liegt das am Yoga? Vorsichtshalber atme ich besonders tief ein und aus. Das richtige Atmen ist nämlich besonders wichtig, erfahre ich. 

Nach und nach kommen während der 90 Minuten verschiedene Körperregionen an die Reihe. Wir strecken uns auf die Fußspitzen, dehnen die Wirbelsäule, die Hüfte und die Schultern, stimulieren unsere Schilddrüse – immer auf der Suche nach Prana, der Energie, die durch unseren Körper fließt. „Haben wir irgendwo Blockaden in den Gelenken, kann Prana nicht fließen“, erfahren wir. 

Im Yogasitz drehen wir den Kopf erst über die linke, dann über die rechte Schulter nach hinten. Das wiederholen wir sofort. Diesmal pressen wir jedoch den Handballen fest auf die jeweilige Schläfe. Beim letzten Durchgang dreht sich der Kopf plötzlich viel weiter, ich kann wesentlich mehr vom Raum sehen als vorher. Mein Mini-Wunder an diesem Tag. 

Mit dem "Om"-Mantra "auftanken"

Die letzten Kursminuten verbringen wir in Rückenlage mit Yoga Nidra, dem bewussten Schlaf. Das lässt sich mein Körper normalerweise nicht zweimal sagen: Darf er erstmal in die Horizontale, schaltet er umgehend in den Schlafmodus. Tatsächlich merke ich, wie sich nach und nach sämtliche Körperteile entspannen. Smaragda Paraskevopoulou lenkt unsere Aufmerksamkeit mal zum linken Fuß, mal zur rechten Schulter. Unter der warmen Decke, die wir mitbringen sollten, herrscht Ruhe, mein Kopf ist aber hellwach. 

„Wir arbeiten mit der Hirnrinde“, sagt die Yoga-Lehrerin. Das kenne ich deutlich anstrengender. Jetzt habe ich das Gefühl, klarer, wacher zu sein. Wir verabschieden uns mit dem berühmten „Om“-Mantra im Yogasitz. 

Während ich das „Om“ zu Beginn der Stunde noch etwas scheu in mich hineingebrummt habe, lasse ich es nun durch meinen gedehnten, entspannten Körper schwingen. So „aufgetankt“ starte ich in den Tag. Ein guter Auftakt meiner VHS-Woche.

Trainiert wird 15 Mal montags von 9 bis 10.30 Uhr in der Alten Mühle. Die Gebühr beträgt 75 Euro. Weitere Informationen gibt die VHS unter der Rufnummer 91 35 13.

Für wen ist der Kursus geeignet? 

Für alle, die sowohl ihrem Körper und ihrem Geist Gutes tun wollen. Eine gewisse Beweglichkeit ist von Vorteil, wird aber nicht vorausgesetzt. Die Kursleiterin geht auf individuelle Probleme ein und leitet entsprechende Übungen an. Jeder muss körperlich nur soweit gehen, wie er es schafft. Ausgewiesen ist der Kursus zwar für Senioren, das Alter spielt aber keine Rolle. 

Was bringt die Teilnahme? 

Die Muskulatur wird aufgebaut, der Körper gedehnt. So werden Blockaden gelöst. Zudem wird der Geist mit eingewobenen Übungen aus dem Gehirntraining gefordert und die Entspannung gefördert. Yoga stärkt das Herz und senkt Bluthochdruck. 

Was muss ich mitbringen? 

Ein kleines Kissen, eine Decke, eine Gymnastikmatte und eventuell ein Yoga-Kissen. Getragen wird bequeme Kleidung.

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