VHS-Vortrag in der Bönener Bücherei zeigt Auswege aus dem Mülldilemma auf

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Der Vortrag von Jutta Eickelpasch traf auf eine interessierte Zuhörerschaft.

Bönen – „Coffee to Go“ ist schon eine schöne Erfindung: Schnell das energiespendende schwarze Getränk in einen Einwegbecher füllen lassen und mit der Stärkung in der Hand weiter durch die Gegend eilen. Keine Zeit verloren und trotzdem nicht auf die morgendliche Dosis Koffein verzichtet. Doch leider heißt es nicht nur beim Kauf, sondern auch bei der Entsorgung: besser schnell als wohlüberlegt. In ihrem Volkshochschulvortrag zum Thema Vermeidung von Plastikmüll ging Jutta Eickelpasch am Dienstagabend in der Gemeindebücherei auf die Berge von gebrauchten Coffee-to-Go-Bechern und weiteren Müllbergen ein und gab zu verstehen: „Der Mensch ist ein Schwein, wenn er unbeobachtet ist.“

Eickelpasch ist seit 25 Jahren Umweltberaterin für die Verbraucherzentrale in Kamen. Ihr Hauptauftrag dabei ist Abfallvermeidung. Die Referentin nahm direkt zu Beginn den Anwesenden die Angst: „Man kann schon mit kleinen Schritten etwas verändern, ohne dabei auf den gewohnten Komfort zu verzichten“, versprach sie. Neben dem auf der Hand liegenden Thema, Plastikvermeidung beim alltäglichen Einkauf, schnitt sie auch andere Gebiete an. So ist auch im Bereich Kosmetik ein überlegteres Vorgehen von großem Nutzen. 

Eickelpasch gab unter anderem den Rat, statt zu einer Plastikzahnbürste zu einer aus Holz zu greifen. Wichtig war ihr während der gesamten 90 Minuten: Es ist gar nicht das Ziel, ganz und gar auf Plastik zu verzichten. „Dann müssten wir alle einen Großteil unseres Besitzes aus unseren Häusern verbannen“, machte Eickelpasch deutlich. „Und Plastik hat ja auch viele Vorteile.“ Das große Problem besteht vor allem im gedankenlosen Umgang mit Einweg-Plastik: Plastikartikel, die nur einmal genutzt werden und nach kurzer Zeit bereits im Müll landen. Dass hier wieder als Beispiel „Coffee to Go“-Becher genannt wurden, liegt in der Natur der Sache: „Solche Becher haben die Plastiktüte an Brisanz mittlerweile überholt“, gab die Umweltberaterin zu verstehen.

Mit dem Stoffbeutel einkaufen gehen 

Sie machte darauf aufmerksam, dass es seit einiger Zeit bei Bäckern öfter das Angebot gibt, eigene Mehrwegbecher zum Befüllen abzugeben. Eickelpasch favorisiert in diesem Fall Becher aus Edelstahl und insbesondere aus Glas, aber: „Selbst, wenn ein Mehrwegbecher aus Plastik besteht, ist das ok“, sagt sie. Denn: „Wenn ich einen solchen Becher 100 Mal benutze, ist das doch noch immer wesentlich besser, als wenn ich einen Einwegbecher nutze.“ 

Beim Einkaufen Säcke aus Bio-Baumwolle oder Kunststoffbeutel nehmen statt Plastiktüten, lieber zum nicht in Plastik eingepackten Gemüse und Obst greifen, Bienenwachstücher verwenden: All das sind kleine Schritte, die auf Dauer eine große Wirkung haben können. Zur Herstellung von Bienenwachstüchern gibt Jutta Eickelpasch am 27. März in der VHS-Geschäftsstelle in Bönen sogar einen Kurs, der in kürzester Zeit voll war. Nach einem Nachfolgetermin wird bereits gesucht. Mit ihrem Aktionsbündnis gegen Plastik bietet Eickelpasch auch regelmäßig Fahrten zu Unverpackt-Läden an.

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