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Handlungsbedarf nach wiederholtem Vandalismus auf dem Gelände am Förderturm

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Von: Carola Schiller

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Vandalismusschäden am Mülleimer am Gedenkstein auf Zechengelände
Neben anderen Zerstörungen auf dem ehemaligen Zechengelände wurde auch der Mülleimer am Gedenkstein wiederholt mit roher Gewalt aus der Verankerung gerissen und offensichtlich auch gegen den Gedenkstein geschleudert. © Schiller

Immer wieder ärgern sich die Mitglieder des Fördervereins Zeche Königsborn III/IV über Vandalismus auf dem Gelände des Zechenturms. Das war unter anderem Thema auf der Jahreshauptversammlung. 28 Mitglieder und Gäste waren gekommen - zu wenige, um Beschlüsse zu fassen.

Bönen – Dazu hätten es laut Satzung mindestens 46 sein müssen. Um die Satzung zu ändern, ist aber ebenfalls ein Beschluss nötig. Das Scheitern des Vorhabens hatte der Vorsitzende Herbert Jüttner schon vorausgesehen. Der Satzungsbeschluss stamme noch aus einer Zeit, als der Verein noch sehr klein war. Jetzt, mit 138 Mitgliedern, sei es schwierig, ein Drittel der Unterstützer zur Versammlung zu bekommen.

Erschwert würde der Umstand durch Wegzug und die Tatsache, dass nicht alle Mitglieder ihre Mailadresse hinterlegt hätten. Im Mai will der Verein einen neuen Versuch starten. Das sei dringend nötig, denn unter anderem gibt es neue Kassenprüfer zu bestimmen. Und auch das geht nur mit einer beschlussfähigen Versammlung.

Ständig werden Bänke, Fenster, Mülleimer zerstört

Selbst entscheiden konnte der Vorstand aber, neu angeschaffte Bänke vorerst nicht aufzustellen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Bänke nebst Tisch „narrensicher“ professionell verankert werden müssten. „Das können wir nicht leisten“, so der Vorstand. Ein Bönener Unternehmer habe aber bereits Unterstützung zugesagt.

Vorstand des Fördervereins Zeche Königsborn um Herbert Jüttner (links)
Der Vorstand um Herbert Jüttner (links) hatte einiges zu besprechen. Aber die Zahl der anwesenden Mitglieder reichte nicht, um Beschlüsse zu fassen. © Schiller

Überhaupt ist der Vandalismus ein echtes Ärgernis. Kaum war das Toilettenhäuschen fertig, hatten Unbekannte mit Gewalt und vermutlich „mit einem stumpfen Gegenstand“ auf das Sicherheitsglas eingeschlagen. „Jetzt ist ein Loch drin“. Keine Versicherung komme dafür auf. Auch das Dach hat Vandalen angezogen, die dort Schäden angerichtet haben.

Beim Mülleimer am Gedenkstein hatte Herbert Jüttner letztlich aufgegeben, nachdem der wiederholt – ebenfalls mit roher Gewalt – aus der Verankerung gerissen und offensichtlich auch gegen den Gedenkstein geschleudert worden war. „Ich habe zwei Eimer Zement und sechs Pflastersteine da hochgeschleppt.“ Keine halbe Woche später war der Mülleimer wieder herausgerissen. „Da war ich sauer“, machte Jüttner seinem Ärger Luft. Inzwischen habe die Gemeinde aber den zerbeulten Mülleimer professionell in den Boden gerammt.

Jugend für Ehrenamt und Bergbau begeistern

Die Jugend wolle der Verein auch deshalb verstärkt für den Erhalt der Stätte und den Wert des Ehrenamtes sensibilisieren. Und auch die Geschichte des Bergbaus sei erzählenswert. Deshalb geht der Verein verstärkt auf Schulen zu. Der Strecken-Streb-Übergang sei dafür besonders gut geeignet. Mit Helm und Lampe erleben Grundschüler das, „was Opa noch gemacht hat.“ Da baumelt auch das Butterbrot am Band, unerreichbar für Mäuse. „Sowas prägt sich ein“, ist sich der Zweite Vorsitzende Ralf Maczkowiak sicher.

Weitere Aktionen für Kinder habe der Verein zwar geplant, aber vorübergehend auf Eis legen müssen. So ganz abrücken wolle man von einer Nikolaus-Aktion aber noch nicht. Und auch bei der Weihnachtsbeleuchtung des Turms gibt es noch einiges zu planen. Als zusätzliche Mammutaufgabe hat sich der Bürgerwald erwiesen. 22 Bäume mussten ersetzt werden, weil sie dem Standort nicht gewachsen waren. Statt Buchen, Eichen und Linden, setzt der Verein nun auf Erlen.

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