Müll und Vandalismus auf dem Sportplatz am Rehbusch  

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Mutwillige Zerstörung am Rehbusch: Platzwart Heinz Piezocha zeigt das Loch in der Auswechselbank.

Bönen – Der Ball ruhte zwar eine ganze Zeit am Rehbusch, weil die Fußballer der SpVg Bönen durch den Coronavirus ausgebremst wurden, ruhig ging es auf der Anlage allerdings dennoch nicht zu – vor allem in den Abendstunden. Verein ärgert sich über Vandalismus.

Jugendliche haben dort einen Treffpunkt gefunden. Keine schlimme Sache, wenn nicht überall Müll liegenbleiben würde und zuletzt Sachen kaputt gemacht wurden. An verschiedenen Stellen halten sich die Besucher auf dem Gelände auf. Mal nutzen sie die Unterstände der Auswechselbänke am Rasenplatz, mal machen sie es sich an der gegenüberliegenden Seite unter der Zuschauerüberdachung gemütlich, durchaus auch mit einem kleinen Lagerfeuer. 

Auf dem benachbarten Ascheplatz hat Platzwart Heinz Piezocha ebenfalls schon Leute gesehen. Morgens bekommt es Piezocha, der in dem Gebäude auf der Anlage wohnt, mit den Resten der Zusammentreffen zu tun. Leere Flaschen bezeugen den Alkohol-, Plastiktütchen den Drogenkonsum.  „Ich habe ja nichts dagegen, wenn sich Jugendliche hier aufhalten. Aber dass der Müll liegen bleibt, und sie Drogensachen hier lassen. Das geht nicht“, sagt er. 

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde die Acrylglasscheibe an der Gästebank zerstört sowie die daneben befestigte Bande der Sparkasse. Zuvor hatte Piezocha auch schon kaputte Stühle – teilweise von der Terrasse des Vereinsheims – mitgenommen. Auf 1500 Euro schätzt der Platzwart den Schaden und er sorgt sich, dass weitere Sachen kaputt gemacht werden. 

Der erste Vorsitzende Peter Hahnemann hält die kaputte Werbebande hoch. Jugendliche sollen dafür verantwortlich sein.

An vielen Stellen können sich Unbefugte Zugänge zum Sportgelände suchen. Das Problem zieht sich nun schon seit vergangenem Sommer hin. Vor allem am Wochenende treffen sich die Jugendlichen, manchmal sogar verschiedene Kleingruppen, am Rehbusch, oft läuft dabei Musik bis tief in die Nacht. 

Piezocha hat mit einigen schon gesprochen und sie gebeten, keinen Müll zu hinterlassen und nichts kaputtzumachen. „Es gibt ja auch Vernünftige“, sagt er. Von dem aktuellen Vandalismus in der Nacht hat er allerdings nichts mitbekommen. Sein Schlafzimmer liegt zur anderen Seite raus. Außerdem möchte er im Dunkeln alleine den Leuten nicht entgegentreten. 

Die Bönener Verwaltung wisse um das Problem, teilte Jörg-Andreas Otte, der zuständige Fachbereichsleiter, mit. „Die Sportanlage gehört zu den Kontrollschwerpunkten. Es wird dort regelmäßig durch das Ordnungsamt der Gemeinde auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten kontrolliert“, erklärt er. 

Auch die Polizei ist seit mehreren Monaten mit im Boot. Festgestellt sei allerdings noch nichts worden, sagen beide Behörden. Piezocha hat gehört, dass sich auch Anwohner schon wegen Ruhestörung beschwert hätten. Zumindest in den vergangenen zwei Monaten habe die Polizei laut Angaben einer Sprecherin in dieser Sache keine Einsätze notiert. Hinweisen aus der Bevölkerung auf Ruhestörung würden aber nachgegangen, wenn es die Einsatzlage zulässt. 

Ansonsten sei das Ordnungsamt für derartige Treffpunkte zuständig. Gemeinsam waren Ordnungsamt und Polizei am 7. Mai am Rehbusch um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen unter die Lupe zu nehmen. Damals gab es nichts zu beanstanden. Piezocha meint, dass die Polizei durchaus vor Ort gewesen sei, allerdings zur Mittagszeit, wo das Problem nicht existiere. Er hat den Eindruck, dass sich die Jugendlichen am Rehbusch ungestört und „sicher“ fühlen. 

Deswegen sammelt er regelmäßig Flaschen vom Rasen oder Scherben von der Aschenbahn auf. Er weist darauf hin, dass nicht nur der Sportverein von dem Müll betroffen ist, sondern auch Kindergärten, die den Rehbusch vor den Corona-Einschränkungen hin und wieder besucht hätten. Die Gemeinde möchte jedenfalls am Ball bleiben. „Es ist beabsichtigt, die Kontrolldichte zu erhöhen“, kündigt Otte an.

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