Einsätze in der Nacht

Unwetter im Kreis Unna: DRK-Helfer aus dem Kreis in Erftstadt im Einsatz - kostenlose Sperrmüllabfuhren angekündigt

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Am Tag nach den starken Niederschlägen mit Überflutungen haben im Kreis Unna die Aufräumarbeiten begonnen.

Starkes Unwetter: Die Auswirkungen der starken Niederschläge sind auch am Freitag noch zu spüren. Ein Kamener kam ums Leben. In vielen Städten laufen die Aufräumarbeiten.

Update vom 16. Juli, 18 Uhr: 65 Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes aus dem Kreis Unna sind am Donnerstagabend ins Krisengebiet nach Erftstadt ausgerückt, wo sie unter anderem für den Aufbau und Betrieb einer Betreuungsstelle von Evakuierten zuständig waren. Unter den Evakuierten befinden sich auch pflegebedürftige Patienten eines Krankenhauses und eines Hospizes, die betreut werden müssen.

Update vom 16. Juli, 17 Uhr: Seit Donnerstagabend war die Feuerwehr Bergkamen vor Gut Velmede in der Nähe der A2 im Einsatz. Dort hatte sich Wasser gestaut, das nicht abfloss. Auch mithilfe der Feuerwehrkollegen aus Bönen konnte der Pegel gesenkt werden.

Die Pumpe der Feuerwehr Bönen leistete wichtige Dienste. Zwei weitere mit jeweils doppelter Leistung wurden hinzugezogen, lange Zeit sank der Pegel aber nicht.

Update vom 16. Juli, 14 Uhr: Auch die Stadt Kamen hat Bilanz nach den Unwetter-Einsätzen gezogen. Insgesamt zählte die Feuerwehr dort rund 125 Einsätze bis Donnerstagfrüh. Dabei wurden 100 ehren- und hauptamtliche Kräfte der Feuerwehr eingesetzt. Wie die Stadt Kamen mitteilte, waren Einsatzschwerpunkte vor allem entlang der Seseke. Dort bestand die Gefahr einer Überflutung, sodass an einigen Stellen die niedrigen Uferabschnitte mit Sandsackbarrieren verstärkt und erhöht wurden. Beispielsweise wurden im Bereich des Sesekeparks zum Schutz der Siedlung im Stillen Weg Sandsäcke ausgebracht. Direkt nebenan war auch der Einsatz mit der längsten Dauer. Die Kellerräume der Hauptschule waren vollgelaufen und dort war die Feuerwehr bis morgens um 7 Uhr im Einsatz.

Im Ortsteil Methler kam es zu einem Stromausfall. Dieser wurde durch die Überflutung einer Pumpstation des Lippeverbands an der Seseke ausgelöst, wo ein Kurzschluss das Stromnetz lahmlegte. Das steigende Wasser an dieser Stelle sorgte auch noch für eine Vollsperrung der A2. Um Hunde aus einer Zuchtstation zu retten, blieb nur die Evakuierung der Tiere über den Autobahnabschnitt. Ein Schweinehof funkte außerdem SOS, denn durch den Stromausfall war die Lüftung der Ställe außer Betrieb gesetzt und circa 1000 Schweine drohten zu ersticken. Alle Tiere konnten gerettet werden.

Update vom 16. Juli, 11.30 Uhr: In den betroffenen Städten des Kreises laufen die Aufräumarbeiten. Viele Menschen wissen nicht, was sie mit den zerstörten Möbel oder durchnässten Sachen, die sie aus ihren Keller gezogen haben, machen sollen. Mehrere Kommunen - darunter Bönen und Bergkamen - haben bereits angekündigt, in den nächsten Tagen kostenlose Sperrmüllabfuhren anzubieten.

Update vom 16. Juli, 10 Uhr: Auch zwei Tage nach den starken Regenfällen gibt es immer noch vereinzelte Hochwassereinsätze im Kreis Unna. Zurzeit ist die Feuerwehr Bergkamen zum Beispiel am Gut Velmede in Weddinghofen im Einsatz, um dort Wasser abzupumpen. Immerhin ist der Strom in Bergkamen-Oberaden wiederhergestellt. Landrat Mario Löhr hat sich derweil für den Einsatz der vielen Helfer in den vergangenen Tagen bedankt. 1038 Einsätze hat der Kreis koordiniert, 1285 Helfer waren im Einsatz. „Die Einsätze zeigen: Es ist nicht selbstverständlich, was die Einsatzkräfte leisten. Viele von ihnen machen das ehrenamtlich. Sie haben selbst Familie, die in dieser Zeit – oft in sehr unsicheren Zeiten – dann auf sie verzichten muss“, wird Löhr in einer Pressemitteilung des Kreises zitiert.

Update vom 15. Juli, 15.30 Uhr: In Bergkamen-Oberaden sind auch am Nachmittag weiterhin einzelne Haushalte ohne Strom. Für Fragen hat die Stadt ein Bürgertelefon geschaltet, das unter der Rufnummer 02307/965444 zu erreichen ist.

Update vom 15. Juli, 15 Uhr: Die Akutwarnung für Fröndenberg, Schwerte und Holzwickede nach der Öffnung eines Stauswehrs in Wickede wurde aufgehoben. Es ist aber damit zu rechnen, dass im Bereich der Ruhr eine große Menge an Treibgut angespült wird.

Update vom 15. Juli, 13.50 Uhr: Für Teile des Kreises Unna meldet die Warn-App Nina eine Akutwarnung. Da das Stauwehr bei Wickede-Echthausen zu brechen droht und geöffnet werden muss, werden große Wassermassen in die Ruhr freigesetzt. Es bestehe akute Überschwemmungsgefahr für Fröndenberg, Schwerte und Holzwickede. Der Bereich der Ruhr muss geräumt werden.

Update vom 15. Juli, 13.30 Uhr: Die Stadt Bergkamen hat nach den Einsätzen am Mittwochnachmittag und in der Nacht zum Donnerstag eine erste Bilanz gezogen. Stadt und Feuerwehr gehen davon aus, dass es das schwerste Hochwasser in der Geschichte Bergkamens war. Es sei Glück gewesen, dass es keine Toten oder Verletzte gegeben hat. In mit Wasser vollgelaufenen Kellern bestehe aber auch jetzt noch die Gefahr eines Stromschlages.

Hochwasser in Bergkamen - der Tag danach

Hochwasser in Bergkamen - der Tag danach
Hochwasser in Bergkamen - der Tag danach
Hochwasser in Bergkamen - der Tag danach
Hochwasser in Bergkamen - der Tag danach
Hochwasser in Bergkamen - der Tag danach

Insgesamt waren in der Stadt 318 Kräfte im Einsatz, darunter Feuerwehr, THW und DRK. Im Zuge der Evakuierungsmaßnahmen in Oberaden musste auch eine Beatmungs-WG an der Marktstraße geräumt werden, da auch dort der Strom abgeschaltet wurde. Die Patienten wurden in Krankenhäuser gebracht.

Bürgermeister Bernd Schäfer bedankt sich bei allen Helfern und lobte vor allem, dass sich die gegenseitige Hilfe der Bürger. In den betroffenen Straßenzügen soll es in der kommenden Woche eine kostenlose Sperrmüllabfuhr geben.

Update vom 15. Juli, 11.30: Nachdem der Kuhbach am Mittwochnachmittag in Oberaden über die Ufer getreten war, gab es für die Wassermassen kein Halten mehr. Dutzende Häuser rund um den Römerberg waren betroffen. Gegen Abend schalteten die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen-Bönen-Bergkamen dann sicherheitshalber in dem gesamten Bereich den Strom ab. Durch das Abschalten sollten sowohl die Hauseigentümer, die Helfer und die Rettungskräfte geschützt werden, die allerorten damit beschäftigt waren, dass Wasser aus den Häusern zu pumpen und zu retten, was noch zu retten war.

Auch am Donnerstagvormittag waren noch etliche Häuser ohne Stromversorgung. „Elektriker müssen dort erst die Anlagen überprüfen, bevor wir sie wieder zuschalten“, erklärte ein Sprecher der GSW. Ebenso sollten Gas- und Fernwärmegeräte kontrolliert werden, inwiefern sie von der Überschwemmung in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Mitarbeiter des Versorgers waren dazu den ganzen Tag unterwegs. „Sukzessive werden die Häuser wieder aufgeschaltet, bei denen keine Gefahr mehr droht“, so der GSW-Mitarbeiter.

In Bönen mussten die GSW zwei Häuser vorübergehend vom Netz nehmen. Teils hatten Kurzschlüsse aber bereits in vielen anderen Gebäuden dafür gesorgt, dass dort kein Strom mehr floss. Viele Hausbesitzer hatten zudem vorsichtshalber die Sicherung gezogen.

Wer nach wie vor Probleme hat, soll sich an den Versorger wenden. Erreichbar ist der 24-Stunden-Störungsdienst unter den Rufnummern 0 23 07/ 9 78 44 33 (Strom) und 0 23 07/ 9 78 44 22 (Gas, Wasser, Fernwärme).

Update vom 15. Juli, 10 Uhr: Durch das Unwetter ist auch der Bahnverkehr im Kreis Unna massiv gestört. Am Bahnhof in Bönen ist zwar die Unterführung wieder passierbar, derzeit fallen aber alle Züge aus. Starke Beeinträchtigungen mit Verspätungen gibt es auch auf der Strecke Dortmund - Kamen -Hamm. Der Fernverkehr wird umgeleitet. Die Bahn kann derzeit nicht sagen, wie lange der Bahnverkehr beeinträchtigt sein wird.

Update vom 15. Juli, 9.01 Uhr: Das heftige Unwetter in NRW hat nun auch im Kreis Unna ein Todesopfer gefordert. Wie die Polizei mitteilte, ist ein 77 Jahre alte Kamener in dem unter Wasser stehenden Keller seines Wohnhauses ums Leben gekommen. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen den Angaben zufolge nicht vor. Die Umstände werden kriminalpolizeilich ermittelt.

Unwetter im Kreis Unna: Evakuierungen in Bergkamen - Feuerwehr Bönen verhindert Dammbruch

Update vom 15. Juli, 8 Uhr: Nach den starken Regenfällen war die Feuerwehr im Kreis Unna die ganze Nacht über im Einsatz. In Bergkamen zählte die Feuerwehr ab Mittwochnachmittag circa 200 Einsätze. Besonders stark betroffen ist der Ortsteil Oberaden, wo mehrere Straßen überflutet sind und teilweise der Strom abgestellt werden musste. Daher wurden Anwohner evakuiert. Die Stadt richtete in der Römererghalle eine Notunterkunft ein, wo die Betroffenen durch das DRK betreut wurden. Der Leitende Notarzt wurde hinzugerufen, da sich unter den Evakuierten auch Personen befanden, die beatmet werden mussten. Insgesamt waren am Abend 110 Feuerwehrleute, 30 Angehörige des Technischen Hilfswerkes und das DRK mit 37 Kräften im Einsatz. Zusätzlich halfen die Feuerwehren aus Hamm und anderen Kommunen des Kreises aus.

Am frühen Donnerstagmorgen musste die Bönener Feuerwehr Wasser abpumpen, um einen Dammbruch zu verhindern.

In Bönen waren die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr seit Mittwochnachmittag ununterbrochen im Einsatz. Bis zum Abend wurden in der Gemeinde über 70 Einsätze gezählt. Ein Einsatzschwerpunkt war die Straße Am Piplingsgraben, wo das Wasser aufgrund der überlasteten Kanalisation teilweise einen Meter hoch in den Kellern stand. Am frühen Donnerstagmorgen drohte dann auch noch ein Dammbruch an der Speckenstraße. Gegen 2.30 Uhr begannen beide Löschzüge damit, Wasser in ein Regenrückhaltebecken zu pumpen, um die Gefahr zu bannen. Nach Angaben der Feuerwehr wurden dabei um 9000 Liter pro Minute befördert. Erst nach 7 Uhr konnte die Feuerwehr die Einsatzstelle verlassen.

Unsere ursprüngliche Berichterstattung vom Mittwoch: Kreis Unna - Die starken Regenfälle des Unwettertiefes Bernd haben am Mittwochnachmittag auch den Kreis Unna getroffen. Die Leitstelle des Kreises zählt bis 18 Uhr etwa 380 Einsätze im gesamten Kreisgebiet. Schwerpunkte seien Bönen, Bergkamen und Kamen.

Über die Warn-App NINA wird die Bevölkerung aufgefordert, den derzeit stark frequentierten Notruf nur noch zu wählen, wenn im eigenen Keller mindestens 10 Zentimeter Wasser steht. Die Feuerwehr im Kreis sei im Dauereinsatz.

Unwetter in Bönen: Starke Regenfälle sorgen für vollgelaufene Keller

Unwetter in Bönen
Unwetter in Bönen
Unwetter in Bönen
Unwetter in Bönen
Unwetter in Bönen: Starke Regenfälle sorgen für vollgelaufene Keller

Besonders schlimm hat es Bergkamen-Oberaden getroffen. Teile der Jahnstraße sind überflutet. Dort sind auch zwei Autos in den Fluten stecken geblieben. Von der Baustelle der Wasserstadt Aden fließen die Wassermassen in Strömen auf die nahe gelegene Rotherbachstraße, wo Anwohner verzweifelt versuchen, das Wasser aus ihren Kellern zu bekommen.

Die Jahnstraße ist überflutet. Zwei Autos sind dort stecken geblieben.

In Bönen sind beide Löschzüge der Feuerwehr derzeit auf den Straßen unterwegs und arbeiten die Einsatzstellen im gesamten Gemeindegebiet ab.

Auch die Rotherbachstraße in Bergkamen steht unter Wasser.

Viele Hausbesitzer melden vollgelaufene Keller. An einigen Straßen konnte die Kanalisation die Wassermassen zeitweise nicht mehr aufnehmen. Am Bönener Bahnhof steht die Unterführung knietief unter Wasser. Zugreisende sind gezwungen, den Weg über die Gleise zu nehmen.

Die Beethovenstraße in Bönen ist besonders stark betroffen.

Im Laufe des Abends und der Nacht soll es weiter regnen. Der Deutsche Wetterdienst warnt im Kreis Unna vor „extrem ergiebigem Dauerregen“.

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