Nachbarschaftshilfe nach Unwetterkatastrophe

Bönener Feuerwehr unterstützt Retter in Fröndenberg

Unwetter in Fröndenberg: Bönener Feuerwehr unterstützt Rettungskräfte vor Ort
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Gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk legten die Bönener Feuerwehrleute eine Schlauchleitung vom Damm zum nächsten Kanalschacht.

 Die Gemeinde hatte wieder einmal Glück. Als am Sonntag viele Orte in NRW aufgrund des Starkregens geflutet wurden, blieb es in Bönen bei heftigen Güssen ohne großartige Folgen. Die Feuerwehr musste jedenfalls vor Ort nicht aktiv werden. In der Nacht machten sich die Retter dann aber doch auf den Weg. Sie halfen in Fröndenberg, wo sich aufgrund des Unwetters eine Katastrophe anbahnte.

Bönen/Fröndenberg - Der Spitzenwert lag am Sonntag im Fröndenberg-Hohenheide bei 54,5 Liter pro Stunde, an einer Wetterstation im Ort wurden fast über 120 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Durch die Wassermassen drohte unter anderem im Ortsteil Westick an einem Regenrückhaltebecken der Damm zu brechen. Straßen und Wege waren überflutet, dutzende Keller standen unter Wasser. Tatsächlich musste der Ortsteil im Laufe des Montags noch geräumt werden, da der Dammbruch nicht auszuschließen war. Auch ein Senioren- und Pflegeheim wurde evakuiert.

Zwar kämpften die örtlichen Rettungskräfte am Sonntagnachmittag nach Leibeskräften gegen die Wassermassen an, doch war irgendwann abzusehen, dass sie es alleine nicht mehr schaffen. Die Rettungsleitstelle des Kreises zählte zwischen Sonntagmittag und Montagmorgen rund 320 Einsätze in Fröndenberg. Landrat Mario Löhr rief in der Nacht eine Großeinsatzlage aus, Feuerwehreinheiten aus dem gesamten Kreis Unna, Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) und des Deutschen Kreuzes (DRK) rückten an, um zu helfen.

Einsatzkräfte versuchen, Damm zu retten

Die Bönener Retter wurden um 0.24 Uhr alarmiert. In fünf Fahrzeugen fuhren sie zunächst nach Unna, wo sie in einem Bereitstellungsraum auf Kollegen von der Feuerwehr aus Selm trafen. Nach ersten Absprachen ging es dann an die Ruhr. „Wir haben einen Löschzug gestellt“, berichtet Timo Rinkewitz, Sprecher der Bönener Feuerwehr. Der Großteil der Bönener war an dem Regenrückhaltebecken an der Westicker Straße eingesetzt, um den Damm zu sichern. „Die Deichkrone war aufgeschwemmt“, schildert Rinkewitz die bedrohliche Situation. Gemeinsam mit den Mitgliedern des THW legten die Wehrleute aus der Gemeinde dort in der Nacht über rund 300 Meter eine Schlauchleitung durch den Wald und entlang der Felder zum nächsten Kanalschacht. Anschließend pumpten sie das Wasser vom Damm.

Eine Fahrzeugbesatzung der Wehrleute aus Bönen besetzte zudem einen Bereitstellungsraum im Ort, um die Rettungskräfte, die nach und nach aus der ganzen Umgebung in Fröndenberg eintrafen, in Zusammenarbeit mit der Leitstelle des Kreises zu den Einsatzbereichen zu leiten.

„Die ersten Kräfte fuhren gegen 6 Uhr nach Bönen zurück, die anderen gegen 9 Uhr“, so Timo Rinkewitz. Abgelöst wurden sie von Einsatzkräften anderer Feuerwehren, die von der Kreis-Leitstelle nun auch aus der weiteren Umgebung angefordert wurden.

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