Unna und Schwerte betroffen

Corona-Testzentren schließen – Kreis Unna übt Kritik

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Das Corona-Behandlungszentrum am Katharinen-Hospital Unna stellt ab dem 1. Juni den Betrieb ein.

Bönen/Bergkamen – Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) kündigt die Schließung des Corona-Behandlungszentrums in Unna sowie der Diagnosestelle in Schwerte an. Beim Kreis Unna löst dies Besorgnis aus. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, mahnt Pressesprecher Max Rolke.

„Was ist, wenn eine zweite Infektionswelle kommt und die Infrastruktur nicht schnell genug wieder aufgebaut werden kann?“, fügt er fragend hinzu.

Der Kreis hatte die beiden Einrichtungen unmittelbar bei Ausbruch der Pandemie eröffnet, zunächst kommissarisch geleitet und dann an die KVWL übergeben, die eigentlich zuständig ist. Als Grund für die Schließungen, die für Ende des Monats geplant sind, nennt die Kassenärztliche Vereinigung die aktuelle Entwicklung der Infektionszahlen. Hintergrund aber dürfte auch der Streit über die Frage sein, wer für Tests von Personen aufkommt, die keine Krankheitssymptome zeigen. Die Krankenkassen wollen die Kosten nicht übernehmen, Gesundheitsämter wiederum sollen Tests nicht mehr in gleicher Weise abrechnen können wie Ärzte.

Was macht Minister Spahn? 

Der Kreis Unna rechnet laut seinem Sprecher Rolke damit, dass sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch in dieser Woche zur Sachlage äußert. Erst danach werde man sich genauer positionieren. In jedem Fall sei die Schließung der Zentren kein gutes Signal an die Bevölkerung.

Ihre Behandlungszentren in Dortmund, Hamm und Lünen will die KVWL zunächst offen halten. Hier werden Verdachtsfälle sowie Patienten mit Atemwegsbeschwerden und fieberhaften Erkältungssymptomen außerhalb der Praxen der niedergelassenen Vertragsärzte versorgt.

- Das Zentrum an der St. Barbara-Klinik in Hamm kann montags bis sonntags und feiertags ohne Anmeldung zwischen 10 und 16 Uhr aufgesucht werden.

- Gleiches gilt für das Zentrum am Klinikum Dortmund (Klinikzentrum Nord). Die Öffnungszeiten hier: montags bis freitags von 8.30 bis 13.30 Uhr und samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 14 Uhr.

Für Lünen gilt: Erst den Hausarzt kontaktieren

- Der Zugang zum Zentrum in Lünen erfolgt über den Haus- oder Facharzt. Patienten werden nach einer Telefon- bzw. Videosprechstunde zur weiteren Behandlung im Zentrum angemeldet. Der Zugang kann darüber hinaus auf Zuweisung durch das Gesundheitsamt, den ärztlichen Notfalldienst und die Krankenhausambulanzen erfolgen. An Wochenenden können Patienten das Zentrum nach Anmeldung unter Tel. 02306/772051 von 12 und 15 Uhr aufsuchen.

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