"Patsch": Ultimate Frisbee ist nicht einfach nur Scheibenwerfen

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Maximilian Ehling und Lorenz Seider beschäftigten sich erstmal mit der richtigen Wurftechnik, bevor sie ins Spielgeschehen mit einstiegen

Eine Trendsportart hat es ins Programm des Bönener Ferienspaß geschafft. Bönener Jugendliche probieren mit Ultimate Frisbee einen schnellen Sport für jedermann kennen, lernen, wie man die Scheibe richtig dreht und wie man den Wind im Griff hat.

Bönen – Nahezu lautlos gleitet die weiße Scheibe durch die Luft. Die Rotation sorgt für ihren Auftrieb. Schnell bewegt sie sich auf Maximilian Ehling zu. Im letzten Moment springt der Elfjährige leicht vom Boden ab – „Patsch“: Mit beiden Händen, die eine über- die andere unterhalb der Frisbee, fängt er das Stück Kunststoff souverän.

Im diesjährigen Ferienspaßprogramm der Gemeinde erwarten die Kinder- und Jugendlichen einige Bewegungsangebote, darunter auch Ultimate Frisbee, eine Trendsportart, die immer mehr Menschen begeistert.

Ferienspaß als Werbung für den Sport

„Unsere Sportart ist noch nicht so bekannt, wie Fußball oder Handball. Das wollen wir ändern. Mit solchen Angeboten steigern wir den Bekanntheitsgrad. Auch in den Schulen wird der Sport häufiger gespielt“, sagt Uwe Kikul, Veranstalter der Aktion. Der 56-Jährige ist Ultimate-Frisbee-Trainer beim TV Südkamen. Seit elf Jahren wird in dem Verein bereits Ultimate Frisbee gespielt. In der Abteilung sind Spieler in fast allen Altersklassen und Leistungsniveaus vertreten – vom Anfänger bis zum Nationalspieler. Uwe Kikul nutzte nun die Gelegenheit, sein Lieblingshobby auch bei den Bönener Kindern und Jugendlichen vorzustellen.

Alle dürfen laufen nur der Werfer nicht

Das Ziel beim Ultimate Frisbee ist, das Spielgerät in der gegnerischen Endzone zu fangen, um einen Punkt zu erzielen. Dabei dürfen sich die Mitspieler frei bewegen, der Werfer jedoch nicht. Landet die Flugscheibe auf dem Boden, bevor sie von einem Spieler gefangen werden konnte, ist das gegnerische Team an der Reihe.

Doch bevor am Donnerstagnachmittag auf dem Rasenplatz an der Goetheschule richtig gespielt wurde, machten sich die vier Teilnehmer zunächst mit dem Frisbee vertraut. Dabei zeigte Uwe Kikul den Neueinsteigern die richtige Wurftechnik, denn dabei gibt es einiges zu beachten. „Es ist wichtig, am Anfang ein Gefühl für die Scheibe zu entwickeln. Außerdem muss sich das Frisbee beim Wurf stark drehen, damit sie besser fliegt. Der Wind muss natürlich ebenso beachtet werden“, erklärte der Fachmann.

Gemischte Mannschaften

Nach einigen Übungen, die wegen eines Regenschauers kurz unterbrochen wurden, ging es an die erste Spielform. Nun mussten sich die Sportler bewegen, die Frisbeescheiben fangen und sie zu einem freien Spieler werfen.

Auch wenn sich das Angebot hauptsächlich an Kinder und Jugendliche richtet, hat der Ultimate-Frisbee-Coach nichts dagegen, wenn auch erwachsene Bönener dazustoßen, die Lust haben den Sport auszuprobieren. „Ultimate Frisbee wird sowieso in gemischten Mannschaften gespielt“, stellte Kikul fest. Und so probierte auch der 27-jährige Lorenz Seider gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Maximilian Ehling die Sportart aus. Seider kam bereits in der Schule mit dem Sport in Kontakt. Für seinen Bruder war es hingegen die erste Erfahrung mit der schnellen Scheibe.

Koordination statt Kraft

Auch Sinan Adigüzel machte sich erstmalig mit dem kontaktlosen Sport vertraut: „Es war mal etwas anderes, da ich sonst nur Kraftsport mache. Hierbei kommt es mehr auf Koordination an, manchmal auch auf die richtige Taktik“, sagte der 21-Jährige.

In den kommenden Wochen haben Interessierte noch die Möglichkeit, Ultimate Frisbee im Ferienspaß näher kennenzulernen. Uwe Kikul freut sich jedenfalls auf weitere Teilnehmer, die den „fairsten Sport der Welt“ ausprobieren wollen. „Wir behaupten das immer“, sagt er. „Selbst bei Weltmeisterschaften gibt es externe Schiedsrichter, sodass die Spieler selbst über strittige Situationen entscheiden.“

Ultimate Frisbee ausprobieren
Schnell, fair, anstrengend und spannend: So beschreiben die Veranstalter Ultimate Frisbee. Ausprobiert werden kann die Sportart jeden Donnerstag in den Sommerferien von 14.45 bis 16 Uhr auf dem Rasenplatz an der Goetheschule. Mitspielen können alle Interessierten ab acht Jahren. Die Teilnehmer sollten Sportkleidung tragen und ausreichend Getränke mitbringen. Kosten entstehen keine, Anmeldungen nimmt der Veranstalter per E-Mail an kontakt@tvs-ultimate.de.

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