Hilfe für Kröten und Frösche ist überlebemnswichtig

Das Amphibien-Taxi zum Wasserrückhaltebecken

Vor allem Erdkröten sind in diesen Tagen unterwegs, um zu ihrem Laichgrund zu kommen. Damit das auch klappt, ist ein Team von freiwilligen Helfern im Einsatz.
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Vor allem Erdkröten sind in diesen Tagen unterwegs, um zu ihrem Laichgrund zu kommen. Damit das auch klappt, ist ein Team von freiwilligen Helfern im Einsatz.

Bönen – Kröten, Molche und Frösche sind auf dem Weg zum Wasserrückhaltebecken, um dort zu laichen. Dabei müssen sie Straßen überqueren. Ein lebensgefährliches Unterfangen für die zum Teil seltenen Arten. Doch es gibt Bönener, die helfen.

Bönen – Seit 2018 organisieren die Bönener Grünen deshalb einen Hilfsdienst, bei dem Freiwillige hier die Tiere hinter dem Krötenzaun einsammeln und über die Straßen tragen. Gleiches geschieht in der Regie weiterer Ehrenamtler am Schutzzaun, der in Nordbögge an der Schulstraße zur Krötenwanderung gezogen wurde. Rund ein Dutzend ehrenamtliche Helfer sind in diesen Wochen am frühen Morgen und späten Abend an der Speckenstraße für den Naturschutz im Einsatz.

An der Speckenstraße hat die Gemeinde eine Geschwindigkeitsreduzierung veranlasst und Pylone aufgestellt. Trotzdem ist das Einsammeln schwierig. Zwar können Molche und Erdkröten die Zäune nicht überwinden und fallen in die eingegrabenen Eimer. Doch die befinden sich zum Teil im stark abschüssigen Teil des Grabens. Die Helfer vom Speckenhof und den Grünen müssen achtsam sein. Im Stockdunkeln die Tiere zu suchen, aus den Eimern zu fischen, nach Tierart und Geschlecht zu ordnen und sie anschließend heil durch den Straßenverkehr zu bringen, damit sie ihren Laichgrund sicher erreichen, erfordert Durchhaltevermögen.

Auch das Zählen ist wichtig

Deutliche Erleichterung bei der Erfassung gibt es nun mit einem neuen Meldesystem. Statt handschriftlicher Notizen erfassen die Grünen die Daten digital über www.boenen.info. Dort kann jeder Interessierte die Erfolge nach Tierart sortiert tagesaktuell einsehen. In den ersten Tagen konnten 232 Erdkröten, 35 Teichmolche und vier Grasfrösche gerettet werden. „Die Zahlen sind wichtig“, so Grünensprecher Friedhelm Lange, „es reicht nicht, die Kröten über die Straße zu tragen. Wir müssen die Zahlen im Auge behalten, damit die Maßnahmen angepasst werden können.“

Eine Komplettsperrung der Straßen wäre eine deutliche Erleichterung, bis jetzt sei man aber mit der Unterstützung zufrieden. Dennoch organisieren sich die Helfer täglich über WhatsApp neu, denn der Zeitaufwand der Sammelaktion ist für einzelne zu hoch. Weitere Helfer sind willkommen. Anmeldungen nimmt Maximilian Drexler von der Gemeindeverwaltung unter Telefon 933 307 entgegen.

Auch Grasfrösche werden von den Helfern eingesammelt.

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