Absage von Impfzentrum und Hausarzt

Trotz Priorisierung: Wahlhelfer aus Bönen muss auf Impfung warten

Impfung Corona
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Die Impfbereitschaft im Kreis Unna ist groß, weshalb nicht alle Personen aus der Priorisierungsgruppe drei auch wirklich schon geimpft werden können.

Der Bönener Martin Teumert wähnte sich eigentlich auf der sicheren Seite. Als Wahlhelfer glaubte er, einen Termin für die Corona-Impfung buchen zu können. Aber obwohl Wahlhelfer in der Bundesverordnung in der Priorisierungsgruppe 3 aufgeführt sind, wiesen ihn Impfzentrum und Hausarzt ab.

Bönen – Wahlhelfer gehören laut der Coronaimpfverordnung des Bundes in die Priorisierungsgruppe drei. Dass das nicht unbedingt bedeutet, dass sie bereits jetzt einen Impftermin buchen können, erlebte Martin Teumert jetzt als böse Überraschung.

Seit mehr als 20 Jahren ist Teumert Wahlhelfer in Bönen. Als Ende April per Post die Anfrage kam, ob er auch bei der diesjährigen Bundestagswahl aktiv sein würde, zögerte Teumert nicht, zuzusagen. „Das ist ein Ehrenamt, das ich gern ausübe“, sagt er.

Im Nachgang seiner Zusage bemühte er sich um einen Impftermin. Aber sowohl das Impfzentrum in Unna als auch sein Hausarzt wiesen ihn ab. Das Problem, vermutet Teumert, liegt darin, dass die Wahlhelfer laut Bund zwar zur Priorisierungsgruppe drei gehören – das aber im Landeserlass nicht so festgeschrieben ist.

Nur wenig Impfstoff bleibt übrig

Das bestätigt Max Rolke, Pressesprecher im Kreis Unna. „Der Bund hat die Priorisierungsgruppen in der Coronaimpfverordnung veröffentlicht. Dann gehen die Bundesländer aber her und schauen, wie weit die Impfkampagne dort schon fortgeschritten ist. Ebenso ist das in den Kreisen“, erklärt Rolke.

So sind in NRW aktuell zwar beispielsweise Gerichtsvollzieher und Steuerfahnder berechtigt, einen Impftermin zu buchen – Wahlhelfer aber eben noch nicht. „Auch im Kreis Unna sind wir noch nicht so weit, dass wir alle Mitglieder der Priorisierungsgruppe drei impfen können“, sagt Rolke. Zwar gebe es eine Warteliste für Restimpfdosen – zum Beispiel für Kontaktpersonen von Schwangeren – aber die schrumpfe nur sehr langsam. „Wir haben relativ wenig Restimpfstoff, weil die Impfbereitschaft im Kreis sehr groß ist.“

Kein gesteigertes Interesse am Wahlhelferposten

Auch die Gemeinde, so heißt es aus dem Bönener Rathaus, könne nicht unterstützend eingreifen, was Impftermine für Wahlhelfer angeht. Eine extra Bescheinigung, um einen Termin zu bekommen, sei übrigens nicht nötig: „Nach den Ausführungen des Bundeswahlleiters gilt der Nachweis des Impfanspruchs (Gruppe 3 – Wahlhelfer) der impfenden Stelle grundsätzlich durch das amtliche Schreiben der Gemeinde zur Berufung als Wahlhelferin oder Wahlhelfer als erbracht.“

Ein durch die Impfpriorisierung gesteigertes Interesse am Wahlhelferposten hat die Gemeinde indes nicht festgestellt. Die Rückmeldungen seien vergleichbar mit den früheren Wahlen, bei denen sich in Bönen immer ausreichend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gefunden hätten.

Martin Teumert bleibt nichts anderes übrig, als auf die Aufhebung der Impfpriorisierung am 7. Juni zu warten. Dann dürfte es mit einem Impftermin aufgrund des großen Andrangs aber erst recht schwierig werden.

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