Nur vier Angehörige erlaubt

Trotz Corona: Standesamt in Bönen erlaubt keine Filmaufnahmen

Wiederheirat
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Den Ringwechsel erleben außer dem Brautpaar und der Standesbeamtin nur vier Angehörige.

Bönen - Es gibt sicher bessere Zeiten für Trauungen. Aufgrund der Coronapandemie sind im Bönener Standesamt derzeit neben dem Brautpaar und den Trauzeugen nur zwei weitere Personen zu der Zeremonie zugelassen. Dass auch Filmaufnahmen verboten sind, sorgt für Unverständnis.

Selbst wenn die Corona-Pandemie vieles schwieriger macht, soll die Hochzeit der schönste Tag im Leben eines Paares werden. Das hofft natürlich auch Barbara Baier für ihre Tochter, die am kommenden Freitag vor dem Standesamt in Bönen zu ihrem Lebensgefährten ja sagt. 

Doch dieses „Ja“ werden außer dem Brautpaar und der Standesbeamtin nur noch vier weitere Ohrenpaare hören: die der beiden Trauzeugen, die von Brautmutter Barbara Baier und der Mutter des Bräutigams. Mehr dürfen zurzeit laut Gemeindeverwaltung nicht ins Trauzimmer, damit der erforderliche Sicherheitsabstand in dem kleinen Raum gewährleistet bleibt. Das bedeutet in diesem Fall, nicht einmal die Väter der angehenden Eheleute beziehungsweise die Partner der Mütter und Trauzeugen können dabei sein.

Kein Einverständnis der Standesbeamtinnen

Obwohl alle Beteiligten viel Verständnis haben und bereit sind, sich an alle geforderten Hygiene- und Abstandsregeln zu halten, hätten sie diesen wichtigen Moment gerne miterlebt – wenn auch später als Zuschauer eines kurzen Filmes. 

Die Verwaltung verbietet jedoch die Anfertigung von Filmmaterial im Standesamt, wie Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte auf Anfrage angibt. „Es wäre sicherzustellen, dass alle an der Trauung beteiligten Personen damit einverstanden sind. Ein Einverständnis der Standesbeamtinnen liegt nicht vor, sodass – auch in Coronazeiten – leider keine Filmaufnahmen gefertigt werden dürfen“, bedauert der Fachbereichsleiter. 

Keine Ausnahme in Ausnahmesituation

Barbara Baier hat dafür weniger Verständnis. „Wir hätten die Kamera so eingestellt, dass nur das Brautpaar zu sehen gewesen wäre und nicht die Standesbeamtin“, versichert sie. Das Video sollte nach der Zeremonie bei einer kleinen Feier im engsten Kreis – was nach den aktuellen Verordnungen ja wieder erlaubt ist – im Garten der Familie gezeigt werden. 

„Danach hätten wir es sofort gelöscht. Wir wollten es nicht ins Internet stellen oder so Ähnliches“, erklärt die Brautmutter. „Es ist so schade“, findet sie. „Das ist eine Ausnahmesituation, und es wäre nur ein kleines Auge, was die Beamten zudrücken müssten.“ 

In Hamm ist Filmen erlaubt

In Bönens Nachbarstädten wird das übrigens ganz anders gehandhabt: In Hamm haben jetzt in der Corona-Krise einige Brautpaare ihre Trauung live im Internet übertragen können, um ihre Gäste zumindest virtuell daran teilhaben zu lassen. Bei einer Hochzeit ist eine Standesbeamtin sogar mit Paar und Kamera extra durch das gesamte Hammer Rathaus gelaufen, um Einzug und Auszug von Braut und Bräutigam zu filmen.

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