An den Bönener Schulen haben die Abschlussprüfungen begonnen

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Die Schüler der Klasse 10b an der Humboldt-Realschule absolvierten am Dienstag ihre erste Arbeit.

Bönen – Die Situation ist ohnehin ungewohnt. Mitten in der Corona-Krise eine wichtige Prüfung absolvieren zu müssen, ist allerdings noch einmal ein ganz besondere Herausforderung. Die Zehntklässler an der Humboldt-Realschule und an der Pestalozzi-Hauptschule sowie die Abiturienten des Marie-Curie-Gymnasiums müssen sich dieser seit Dienstag stellen.

Anders als beim Abitur wurden die Zentralen Prüfungen (ZP 10) in den zehnten Klassen abgesagt. Statt landesweit einheitlich gestellter Aufgaben erwartet die Schüler nun jedoch eine durch die jeweiligen Lehrer erstellte Klassenarbeit in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. „Vom Inhalt und Umfang sind sie durchaus mit der ZP vergleichbar“, stellte die Leiterin der hiesigen Realschule, Petra Coerdt, fest. 

Sie begrüßt diese Entscheidung. „Somit können wir stärker berücksichtigen, was tatsächlich im Unterricht behandelt wurde“, weist sie auf den doch erheblichen Ausfall des regulären Unterrichts an der Schule hin. 

Wichtig ist Reinhard Engler aber, dass die Schüler nicht das Gefühl bekommen, ihr Abschluss wäre durch den Wegfall einer Zentralen Prüfung weniger wert. „Sie schreiben eine alternative Klassenarbeit, die an die Formalien der ZP 10 angelehnt ist“, erklärt der Leiter der Hauptschule. Während die Mädchen und Jungen die Arbeit schreiben, gelten die gleichen Regeln wie bei der ZP 10 in den Vorjahren. Lediglich die Zeit dafür wurde auf je zwei Schulstunden pro Fach verkürzt. 

Anders ist allerdings am Ende die Wertung des Ergebnisses: Machen die Noten der ZP-10-Prüfungen an der Hauptschule am Ende 50 Prozent der Gesamtnote aus, werden sie in diesem Jahr wie eine normale Klassenarbeit berücksichtigt. 

Ursprünglich geplante Termine werden eingehalten

Zwar sind die Arbeiten nun auch nicht mehr an die ursprünglich festgelegten Termine gebunden, doch die beiden Bönener Schulen starteten wie geplant gestern damit. Schließlich haben sich die Jugendlichen schon lange auf diesen Tag vorbereitet. An der Realschule stand am Dienstag zunächst die Englischarbeit auf dem Programm, am 19. Mai ist dann Deutsch an der Reihe und am 26. Mai Mathematik. An der Hauptschule wurde gestern das Wissen im Fach Deutsch abgefragt, morgen geht es um die Englisch-Kenntnisse und am 19. Mai um Mathematik. 

Die Bedingungen sind dabei kaum anders als zu „normalen“ Zeiten. „Sie sitzen in Teilgruppen von zehn bis zwölf Schülern mit einer Aufsicht in einem Raum“, erklärt Petra Coerdt. „Damit ist der Sicherheitsabstand gewährleistet.“ Die Hauptschüler wurden gleichfalls in Gruppen aufgeteilt und in unterschiedliche Räume gesetzt. Während der Prüfungen müssen die Mädchen und Jungen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. 

Auch die Abiturienten im Marie-Curie-Gymnasium nebenan müssen sich bei ihren Reifeprüfungen nicht noch zusätzlich mit den „Masken“ belasten. Während der Klausuren dürfen Mund und Nase frei bleiben. „Bei uns gilt die Maskenpflicht nur auf den Fluren und auf dem Schulhof“, berichtet Schulleiter Dr. Peter Petrak. 

Ablauf bleibt ähnlich

Zur Besprechung der Zulassungsergebnisse kamen die Zwölftklässler allerdings vorschriftsmäßig mit dem Schutz im Gesicht. „Ich hatte dabei schon den Eindruck, dass die Schüler unter dem Einfluss der Corona-Krise stehen“, berichtet Petrak. Bei diesem Treffen seien die Abschlussschüler für die Situation ungewöhnlich ruhig und konzentriert gewesen. „Sonst macht bei dieser Gelegenheit doch mal einer einen Witz. Aber das gab es gar nicht.“ 

Noch ernster wurde es gestern Vormittag mit den ersten Abi-Klausuren in den Fächern Biologie, Chemie, Informatik und Physik. Der Ablauf hat sich dabei allerdings kaum von dem der Vorjahre unterschieden. Geschrieben wurde in der MCG-Aula, die dem mit 63 Schülern recht kleinen Jahrgang genügend Platz ließ, um den vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten. 

Und so wird es auch an den kommenden Prüfungstagen weitergehen. Schüler, die aufgrund einer Krankheit zur Corona-Risikogruppe gehören, gibt es unter den Zwölftklässlern nicht. Die müssten ansonsten getrennt von allen anderen geprüft werden.

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