Dieser Bönener Garten sorgt für Gruselmomente

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Durchaus blutig ging es im Halloween-Garten der Familie Borghardt zu. Der Metzger hatte frische Gedärme im Angebot.

Bönen - Seit fünf Jahren lauern jedes Jahr an Halloween in einem sonst normalen Garten in Bönen allerhand gruselige Gestalten. Die Familie Borghardt hat ein Totenreich im eigenen Garten aufgebaut. Dahinter steckt viel Arbeit. 

Paul-Weniger-Straße 30. Vom Garagendach grüßt ein Gespenst. Fackeln leuchten, Grablichter brennen. Nett, eine schöne Atmosphäre, die der Garten der Familie Borghardt auf den ersten Blick ausstrahlt. Aber gruselig? Immerhin ist Halloween.

Darauf deutet dann die Verkleidung der Anwesenden hin. Untote, Hexen, ein Sensenmann, die Königin des Totenreichs oder der Grinch. Dass hier heute Abend etwas Besonderes stattfinden wird, verrät der plötzliche Besucheransturm. Punkt 18 Uhr stehen die Bönener Schlange vorm Gartentor. Die meisten sind Nachbarn, werden von Anke und Stefan Borghardt persönlich begrüßt. Die Gäste schließen sich der Königin an. Sie moderiert den Rundgang.

Paul-Weniger-Straße, Bönen: Gruseln mit den Nachbarn

Eintritt in das Totenreich ist ein „Keller“. Aus dem Nichts taucht eine „Weiße Dame“ aus dem wabernden Nebel auf, verschwindet und ist plötzlich wieder da. Anschließend geht es zum Metzger. Richtig eklig: Er hat frische Gedärme im Angebot. Keiner bemerkt die Figur, die sich der Gruppe derweil angeschlossen hat. 

Mit Knusperhexe und dem Grinch

Geduldig lauscht der schwarz gekleidete Mann wie die Kinder den Worten der Knusperhexe, die gerade ein leckeres Süppchen kocht. Was fehlt, ist noch die Fleischeinlage. „Sind diese Kinderchen nicht zart genug“, fragt die Königin. Der unheimliche Begleiter, ein Sensenmann, nutzt die Überraschung beim Verlassen einer Grabkammer. Wer ist echt, wer aus Kunststoff, fragen sich die Besucher dort zuvor. Aber nur kurz, zwei Vampire erwachen.

Hinter einem Gräberfeld wartet noch der Grinch. Dann noch ein gedeckter Tisch, auf dem ein Kopf liegt. „Na, ist der wohl echt?“, fragt die Königin. „Nein“, kommt es zurück. Doch der Kopf bewegt sich und spricht sogar. Der Rundgang durch eine fantasievoll gestaltete Halloween-Welt ist zu Ende. „Wollt ihr Süßes“, fragt eine ältere Dame zum Abschluss die Kinder. Die greifen zu und in etwas Schleimiges. Wackelpudding ohne Zucker ist es. Die Kleinen bekommen anschließend echte Schnuckersachen.

Auch die Kinder werden erschreckt. Es wird aber darauf geachtet, dass es nicht zu schlimm wird.

 „Natürlich erschrecken wir Kinder und Erwachsene“, sagt Anke Borghardt, „in Maßen, wir achten darauf, was die Kinder abkönnen.“ 2013 hatte sie nur Teelichter vor die Haustür gestellt. An Halloween klingelten wie üblich Kinder. Anke Borghardt hatte eine Gnommaske auf und machte sich einen Spaß, den Spieß umzudrehen. Die Kinder rannten weg, die Mütter lachten. 

Es fing alles ganz harmlos an

Anke Borghardt kam die Idee, im Garten zu gruseln. Verkleiden macht ihr Spaß. „Auf Karneval steh ich gar nicht“, sagt sie, „aber Halloween ist mein höchster Feiertag. Bestimmt hab ich ´ne dunkle Seele.“ 2014 baute sie dann die Gruselwelt im Garten auf. Es kamen immer mehr Nachbarn hinzu. Die 20-köpfige Gruppe spinnt Ideen fort und sammelt alles, was zum Erschrecken taugt. Zum Beispiel alte Schaufensterpuppen von C&A. 

Der Gruselgarten am Donnerstag brauchte eine Woche des Aufbauens. Das Ergebnis ist eindrucksvoll. Die private Halloween-Schau zieht von Jahr zu Jahr immer mehr Besucher an. Die kommen gerne auch verkleidet. 

Beim Gehen fällt auf, dass die Hecke spricht. Vielleicht ist es der kindliche Kopf, der aus den Lebensbäumen schaut. Nee, der ist dann doch von einer Puppe.

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