Tipps von den Kleingärtnern zum Frühlingsstart

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Jetzt ist noch Zeit, die Obstbäume zu beschneiden, erklärt Wolfgang Krix, auch wenn schon Knospen sichtbar sind.

Bönen – Die milden Temperaturen locken jetzt alle, die einen Garten haben, nach draußen. „Vielen juckt es jetzt in den Fingern“, wissen Wolfgang Krix und Wilhelm Andrejewski vom Kleingartenverein am Nordkamp. Mit dem Pflanzen sollte man aber noch warten.

Die Sonne scheint, der Dauerregen hat aufgehört, auf dem Thermometer klettern die Temperaturen in angenehmere Bereiche. Endlich Frühlingsanfang! 

Wer einen Garten besitzt, dem juckt es jetzt in den Fingern, endlich wieder nach draußen zu gehen und alles für die Saison vorzubereiten. Aber Vorsicht, zuviel Euphorie kann auch schaden. „Noch sind die Nächte kalt, deshalb sollte noch nicht alles in die Erde gepflanzt werden“, warnen Wilhelm Andrejewski und Wolfgang Krix vom Kleingartenverein Am Nordkamp. 

Boden noch zu nass

Und sie müssen es ja wissen, denn sie haben das Gärtnern zu ihrem Hobby gemacht und verbringen jede freie Minute auf ihren Gartenparzellen. Ich bin mit den beiden „Fachleuten“ in Sachen Garten unterwegs auf dem Vereinsgelände am Nordkamp. Unser Thema: Was ist zum Start in die Gartensaison zu beachten? 

Noch sieht alles ziemlich trostlos und kahl aus. Hier und da ein paar frühe Blüten. Die Forsythien-Büsche tragen schon ein gelbes Kleid, die Blutpflaume in Wolfgang Krix’ Garten hat bereits rosa Blüten. Narzissen in den Beeten geben den Parzellen einzelne Farbtupfer. Ansonsten sind die Beete noch kahl. „Und das ist auch richtig so“, sagt Wilhelm Andrejewski, der Vorsitzende des Bönener Kleingartenvereins. „Der Boden ist durch den Regen in den vergangen Tagen noch nass und schwer, der muss erst mal etwas abtrocknen.“

Den eigenen Kompost bringt Wolfgang Krix demnächst ins Beet, damit alles gut wächst.

 „Wenn es das Wetter erlaubt, können die Beete vorbereitet werden für das Frühjahr“, ergänzt Wolfgang Krix. „Sobald der Boden abgetrocknet ist und sich etwas erwärmt hat, kann mit der Freilandaussaat begonnen werden.“ Krix hat die Aussaatkartoffeln schon bereit liegen. Denn zunächst einmal werden die Gemüsebeete eingesät. Kartoffeln oder Kohlarten sind robuster als Blumen, erfahre ich. Allerdings muss auch das junge Gemüse bei Nachtfrösten, mit denen noch bis in den Mai hinein zu rechnen ist, mit Vlies oder Folien geschützt werden, sonst wird es nichts mit der Ernte später. 

Kompost ist unverzichtbar

Damit alles gut gedeiht, ist Kompost unverzichtbar, finden beide Gärtner. Dafür wird der Bioabfall in einer Kiste in einer Ecke des Gartens kompostiert. In den kommenden Wochen kommt er zum Einsatz. „Zunächst wird der Boden ordentlich gegrubbert“, sagt Krix. „Dann wird der Kompost eingearbeitet, das ist wichtig, damit später die Ernte auch gut ausfällt.“

 „Wer ein Gewächshaus hat, der kann darin nicht nur sein Gemüse vorziehen, sondern auch Blumen, bevor sie ins Freiland gepflanzt werden“, ergänzt Wilhelm Andrejewski und warnt: „Auch wenn es einen noch so drängt: Mit dem Blumengroßeinkauf im Gartenmarkt, um beim ersten Sonnenstrahl den Frühling einzuläuten, sollte man noch etwas warten. Sonst hat man wenig Freude daran. Ein Nachtfrost, und die Pracht ist dahin.“ 

Also erfreuen wir uns an den Vorboten des Frühlings – an Primeln, Narzissen, Schneeglöckchen und Krokussen. Damit im Sommer die Rosen üppig gedeihen und für edle Blüten und Duft im Garten sorgen, kann schon jetzt etwas getan werden. Sie können vom Winterschutz befreit und auch zurückgeschnitten werden. „Auch für den Rückschnitt bei Obstbäumen und Sträuchern ist jetzt die richtige Zeit“, betont Wolfgang Krix. „Selbst wenn sich schon Knospen an den Zweigen zeigen – das macht nichts.“ Wie weit das Gehölz gestutzt wird, das hänge auch von der Situation ab. 

Wilhelm Andrejewski vor einem Nadelgehölz. Er wünscht sich für das ökologische Gleichgewicht mehr heimische Gehölze statt Koniferen oder Kirschlorbeer.

Grundsätzlich sollten Gärtner nicht zu zaghaft sein. „Wenn man aber einen schönen Schattenplatz für den Sommer behalten möchte, sollte die Krone nicht zu sehr gestutzt werden“, rät Wolfgang Krix. In einigen Parzellen, an denen wir vorbeischlendern, sind die Bäume schon ordentlich gestutzt. 

Am Samstag wird auf der Kleingartenanlage Am Nordkamp wieder das Wasser angestellt. Dann beginnt auch hier offiziell wieder die Saison, und die Gartengeräte werden aus den Schuppen geholt. Die ersten Mitglieder begegnen uns aber schon mit Schubkarre bewaffnet und voller Tatendrang nach dem langen Winter.

Tipps für den April

Das Frühjahr beginnt, und damit auch die arbeitsreiche Zeit für Gartenbesitzer. Durch das Gartenjahr begleiten uns in den kommenden Monaten die Fachleute vom Bönener Kleingartenverein Am Nordkamp. Checkliste April: 

  • sorgfältige Gartenplanung, was wo angepflanzt wird 
  • Nützlinge wie Bienen und Hummeln fördern mit abwechslungsreichen Pflanzungen – gut gegen Schädlinge und für reiche Ernte. 
  • Beete bearbeiten, sobald der Boden ausreichend abgetrocknet ist, und Kompost einarbeiten 
  • Beim Samenkauf Sorten wählen, die zum Standort passen. Gemüse sollte nach Möglichkeit einen sonnigen Platz im Garten erhalten. 
  • Gemüse und Blumen im Gewächshaus vorziehen 
  • Sind die Gemüseaussaaten gekeimt, möglichst schnell pikieren (einzeln verpflanzen). 
  • Pflanzungen - sowohl im Gewächshaus als auch im Freien vor Nachtfrösten schützen mit Vlies und Folien

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