Thomas Semmelmann will Bürgermeister von Bönen werden

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Das Bönener Rathaus ist das Ziel von Thomas Semmelmann

Bönen – Der genaue Termin für die Kommunalwahl 2020 in NRW steht noch gar nicht fest – vermutlich wird sie im September stattfinden –, aber die Bönener Sozialdemokraten stellen schon jetzt ihren Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Bönen vor: Thomas Semmelmann (58), SPD-Stadtrat aus der Nachbarkommune Bergkamen.

Zuvor steht aber in den kommenden Tagen noch die Tour durch die Bönener SPD-Ortsvereine an, wo er sich den Parteigenossen vorstellen wird. Wenn die seiner Kandidatur zustimmen, wirft er den Hut in den Ring und fordert den derzeitigen Amtsinhaber, Stephan Rotering, heraus. 

Diesmal soll alles anders laufen als bei der Bürgermeisterwahl vor fünf Jahren, das ist das klare Ziel, das SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Lampersbach formuliert: „Wir wollen uns ganz neu aufstellen. Dafür brauchen wir Zeit.“ Damals war lange Zeit unklar, ob Bürgermeister Rainer Eßkuchen noch einmal antritt. Schließlich gab er den Weg frei für SPD-Kandidat Robert Eisler. 

In der Zwischenzeit hatten bekanntlich die Ratsparteien CDU, FDP, Grüne und BG ein „Zweckbündnis für Bönen“ gebildet und gemeinsam den Kämmerer von Welver, Stephan Rotering, als unabhängigen Kandidaten ins Rennen geschickt – der als unbekannter Außenseiter die Bürgermeisterwahl prompt klar für sich entscheiden konnte. 

Diesmal findet die Wahl mit umgekehrten Vorzeichen statt: Der ehemalige Platzhirsch SPD will sein Terrain und seine Wähler zurückgewinnen mit einem Kandidaten aus der Nachbargemeinde Bergkamen-Rünthe. 

Wer ist der Mann, der symbolisch an der Bönener Rathaustür rüttelt, und künftig die Verantwortung in der Gemeinde – wenn alles in seinem Sinn läuft, übernehmen will? Und warum tritt er in Bönen und nicht in Bergkamen an, wo Bürgermeister Roland Schäfer vor Kurzem verlauten ließ, dass er nicht mehr antritt? „Wenn man ein solches Amt ins Auge fasst, muss man seine persönliche und berufliche Komfortzone verlassen. Das muss man sich genau und frühzeitig überlegen“, sagt Semmelmann. Deshalb stehe die Entscheidung, für die Kandidatur zur Verfügung zu stehen, schon länger. „Ich habe das mit meiner Frau besprochen. Die muss das schließlich mittragen.“ Zumal für ihn feststeht: „Wenn ich die Wahl gewinne, dann ziehe ich auch nach Bönen.“ 

Ähnliche Strukturen in Bönen und Bergkamen

Die Strukturen in Bergkamen und Bönen seien ziemlich ähnlich. „Wir haben in beiden Kommunen zum Beispiel einen hohen Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund, also ist Integration ein wichtiges Thema.“ Und der designierte SPD-Kandidat ist überzeugt, dass in Bönen wie in Bergkamen eine sozialdemokratische Grundeinstellung bei den Bürgern herrscht. „Natürlich haben sich auch Themen geändert.“ 

Gerade das Thema Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene liegt dem passionierten Radfahrer und ADFC-Landesvorsitzenden besonders am Herzen. Und da geht er mit gutem Beispiel voran, denn Semmelmann macht alle Wege mit dem Fahrrad, genauer gesagt Pedelec. Das hat übrigens einen grünen Rahmen. Steckt da eine politische Botschaft dahinter? „Na ja, in Bergkamen nennt man mich auch den grünen Sozi“, lacht er. „Ökologische Themen sind mir sehr wichtig – nicht erst seit den Fridays for Future.“ 

Das sei auch immer mehr ein Bereich, über den Kommunen sich Gedanken machen müssten. Stichwort Mobilitätsmanagement. Große Potenziale sieht er beim Thema Bönener Gewerbegebiete. Weniger beim Thema Ausweitung, sehr wohl aber bei der Qualitätsentwicklung der Gebiete in Hinsicht auf Mobilitätsmanagement, Pendler- und Lieferverkehre. „Dabei“, sagt Thomas Semmelmann, „können alle profitieren. Man muss aber eben die Infrastruktur dafür aufstellen.“ Und dafür sieht er in der Region und darüber hinaus derzeit gute Möglichkeiten. „Nur muss man sich drum kümmern.“ Das will er machen als Bürgermeister von Bönen. Denn „das Bürgermeisteramt ist perfekt, um Erfahrungen aus Verwaltung und aus Politik umzusetzen.“

Eine besondere Herausforderung

Erfahrung mit Wahlkämpfen hat der gebürtige Lünener bereits als Stadtrat in Bergkamen, wo er bislang dreimal das Direktmandat in seinem Wahlkreis geholt hat. „Es ist aber schon eine besondere Herausforderung, gegen einen amtierenden Bürgermeister anzutreten“, ist sich Semmelmann bewusst, dass die Kandidatur in Bönen kein Spaziergang werden wird. Deshalb der frühe Start. „Ich brauche Zeit, um mir die Gemeinde zu erradeln und mich in die drängenden Themen einzuarbeiten – zum Beispiel die Bahnhofstraße. Und ich muss mich bekannt machen bei Vereinen und Verbänden.“ 

Vor allem sollen aber die Bönener Bürger Gelegenheit haben, ihn kennenzulernen und sich mit ihm auszutauschen. Dafür hat er in dem vor ihm liegenden Jahr viel Zeit eingeplant – wenn die Mitglieder in den Bönener Ortsvereinen Thomas Semmelmann das Vertrauen schenken und ihn als Kandidat bestätigen. Dann wird man den Mann aus Rünthe in Zukunft wohl öfters auf seinem grünen Fahrrad in der Gemeinde antreffen.

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