Zu teuer: Aus für den Bönener Weihnachtsmarkt

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In den vergangenen zwei Jahren war der Weihnachtsmarkt insbesondere an den Abenden besonders gut besucht.

Bönen - Lichterglanz, Glühweinduft und Musikprogramm: Darauf müssen die Bönener in diesem Jahr verzichten. Eine 27. Auflage des Weihnachtsmarktes in der Fußgängerzone wird es nicht geben.

Das teilt jetzt die Bönener Interessengemeinschaft (BIG) mit. Viele Jahre lang hat die BIG den Markt gestemmt. Zunächst mit Unterstützung der Gemeinde, als deren Kasse noch gut gefüllt war. Die hat aufgrund der angespannten finanziellen Situation jedoch bereits vor Jahren ihre Beteiligung eingestellt. Dass es dennoch einen Weihnachtsmarkt gegeben hat, ist der BIG und einigen Sponsoren zu verdanken.

60 Prozent weniger Spenden

Nun haben die Unternehmen ihre Spenden um 60 Prozent zurückgefahren, wie der Vorsitzende der BIG, Thomas Trautmann, berichtet. Zwar hätten zwei, drei kleinere Sponsoren ihre Spendenbereitschaft signalisiert, das sei aber zu wenig. „Damit ist die Veranstaltung für uns nicht mehr durchführbar. Wir können die Deckungslücke von zirka 6000 bis 8000 Euro aus unseren Mitteln nicht füllen“, sagt er.

Zwischen 13 .00 und 15.000 Euro hat der Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende laut BIG in den vergangenen Jahren durchschnittlich gekostet. Ein Löwenanteil davon hat jeweils das Abendprogramm verschlungen. Die Miete für die Bühne inklusive Aufbau, Ton- und Lichttechnik schlug demnach mit bis zu 3000 Euro zu Buche. Hinzu kamen ein Wachdienst sowie die Gage für die Künstler und Bands. In Summe mache das zwischen 6000 und 8000 Euro, so Thomas Trautmann.

„Wir haben innerhalb der BIG natürlich darüber diskutiert, den Weihnachtsmarkt ohne Kulturprogramm durchzuführen. Das haben wir allerdings vor einigen Jahren schon einmal ausprobiert und nur negative Kritik bekommen.“ Schließlich sei das Programm mit den Konzerten am Freitag- und Samstagabend immer das Besondere am Bönener Weihnachtsmarkt gewesen. „Viele sind nur deswegen aus den Nachbarstädten nach Bönen gekommen“, weiß Thomas Trautmann. „Normale“ Weihnachtsmärkte gebe es schließlich fast überall in der Umgebung, nicht zuletzt in Flierich und in Nordbögge.

Neben dem Bühnenprogramm gibt es noch weitere Kosten, die in den vergangenen Jahren gestiegen sind. „Allein für das Kinderkarussell mussten wir 1500 Euro zahlen, nur damit es da ist. Die Einnahmen behalten die Betreiber für sich“, berichtet der BIG-Vorsitzende. Das beheizte Toilettenhäuschen wurde mit 600 Euro bezahlt. „Beheizt muss es aber sein, vor ein paar Jahren sind uns die Toiletten nämlich eingefroren“, erklärt er.

Kosten in vielen Bereichen gestiegen

Die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, forderte nicht unerhebliche Gebühren von den Veranstaltern, damit zwischen den Ständen überhaupt Musik erklingen durfte. Und auch der Aufbau der Holzbuden geht seit einiger Zeit allein zu Lasten der BIG, die Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde stehen aus Kostengründen dafür nicht mehr zur Verfügung.

„Bislang haben wir 50 Euro Standmiete für eine Bude genommen. Die jetzt zu verdoppeln, bringt letztendlich nichts.“ Wichtig war den Organisatoren immer der persönliche Charakter des Marktes ohne große gewerbliche Anbieter, dafür mit möglichst vielen kreativen Ständen. „Bei den caritativen Organisationen haben wir zum Teil ganz auf die Miete verzichtet, das war uns auch wichtig.“

Das Aus für den Weihnachtsmarkt kommt für Trautmann und die Mitglieder der BIG nicht überraschend. Bereits im vergangenen Jahr stand die Veranstaltung auf der Kippe. Dann allerdings hatte einer der Sponsoren seine finanzielle Hilfe aufgestockt. „Unter den Mitgliedern der BIG sind einige Stimmen laut geworden, die sich gegen den Markt ausgesprochen haben“, so der erste Vorsitzende. Immerhin sei die Interessengemeinschaft ein Zusammenschluss von Gewerbetreibenden in der Gemeinde und nicht der „Weihnachtsmarkt-Verein“. „Ich kann den Mitgliedern in der nächsten Jahreshauptversammlung kaum erklären, dass ich 10.000 Euro aus der Kasse genommen habe, um damit den Markt zu bezahlen. Es sind schließlich ihre Beiträge – und die sollten auch entsprechend eingesetzt werden.“

Ob diese Entscheidung auch für die kommenden Jahre gilt, steht noch nicht fest. Sicher ist aber, dass die BIG die finanzielle Last auch künftig nicht alleine tragen kann und will.

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