Streit um Wochenmarkt: Das sagt die Bönener Verwaltung

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Der Marktstand von Michael Hubracht (rechts) ist nun endgültig weg.

Bönen – Der Bönener Wochenmarkt stieß zuletzt nicht wirklich auf großes Interesse, was sich vor allem an den sinkenden Kundenzahlen ablesen lässt. Große Diskussionen gibt es nun aber trotzdem. Nach der Entscheidung des Werner Markthändlers Michael Hubracht, seinen Gemüsestand in Bönen nicht mehr aufzubauen, wehrt sich die Gemeindeverwaltung gegen die Vorwürfe, sich nicht ausreichend um den Markt zu kümmern.

Hubracht fühlt sich nach eigener Aussage von der Gemeinde im Stich gelassen. Für seinen Wunsch, den Stellplatz mit einem anderen Marktbeschicker zu tauschen, habe es keine Unterstützung gegeben. Robert Eisler, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Umwelt, sieht das anders. Demnach hätten die Marktmeisterinnen Hubracht sehr wohl einen neuen Standort angeboten: vor der Redaktion des Westfälischen Anzeigers und damit direkt gegenüber seines bisherigen Standortes oder vor Möbel-Köhling. Beide Angebote habe Hubracht abgelehnt. 

„Herr Hubracht wollte gerne einen Platz inmitten der Fußgängerzone“, schreibt Eisler in einer Stellungnahme. Diesen Wunsch habe die Verwaltung aber nicht erfüllen können, da dort alle Plätze belegt seien und der Gemüsestand zu groß sei, um dort die nötigen Rettungswege freihalten zu können. Zudem habe der Händler während der Marktzeiten den Markt verlassen müssen, um Gastronomen zu beliefern. Dies wäre mit den Fahrzeugen des Händlers bei einem Standort mitten in der Fußgängerzone kaum möglich gewesen.

Für die Aufgabe von Hubracht und den allgemeinen Schrumpfungsprozess sei daher nicht die mangelnde Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Marktbeschickern verantwortlich, sondern das veränderte Kaufverhalten und das konkurrierende Angebot des Einzelhandels. 

Besucherrückgang bereits in Altenbögge 

Robert Eisler verteidigt zudem den Umzug des Marktes vom Marktplatz in Altenbögge in die Fußgängerzone. Dies sei damals eine gemeinsame Entscheidung von Politik, Verwaltung und Händlern gewesen. Auch in Altenbögge sei bereits ein Rückgang von Ständen und Besuchern zu verzeichnen gewesen. 

Kritik an der Verwaltung kommt nun allerdings auch aus den Reihen des Gemeinderates. Klaus Herbst (fraktionslos) kritisiert die mangelnde Kommunikation in der Verwaltung und fragt: „Warum gibt es keinen Mitarbeiter in der Verwaltung, der hierfür zuständig ist und sich unter anderem um das Stadtmarketing kümmert?“ Im Rat habe es in der Vergangenheit immer wieder Appelle und Diskussionen über das Marktgeschehen gegeben, die bisher zu keiner Verbesserung geführt hätten. Bürgermeister Stephan Rotering empfiehlt Herbst: „Vielleicht sollte er einmal, wie sein Kollege in Bergkamen, Bürgersprechstunden auf dem Wochenmarkt durchführen.“ 

Robert Eisler hat nun angekündigt, sich Hilfe von professionellen Marktveranstaltern, wie etwa der Deutschen Marktgilde, zu holen. 

Am Ende hängt der Erfolg des Wochenmarktes aber nicht von den Entscheidungen der Politik oder der Verwaltung ab, sondern vom Interesse der Bürger. Daher meint auch Klaus Herbst: „Natürlich kann ein Wochenmarkt auf Dauer nur existieren, wenn die Kunden, also wir Bönener, ihn auch besuchen.“

Lesen Sie dazu: Händler sagen Adieu: Hat der Bönener Wochenmarkt ein Zukunft?

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