Unterschiedliche Zeugenaussagen

Streit unter Nachbarn: Hat ein Mann aus Bönen mit der Zange zugeschlagen?

Symbolbild Gewalt
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Ein Mann aus Bönen soll einen Nachbar mit einer Zange geschlagen haben.

Ein Vorfall aus dem Dezember 2018 beschert dem Amtsgericht Unna viel Arbeit. Ein 48-jähriger Bönener soll in einen Streit zwischen zwei seiner Nachbarn eingegriffen und einen der Männer mit einer Rohrzange verletzt haben. Der Angeklagte bestreitet die Tat, Zeugen liefern unterschiedliche Versionen der Geschichte.  

Bönen/Unna - Ungefragt soll sich ein Bönener in die handfeste Auseinandersetzung zwischen zwei Nachbarn eingemischt und gnadenlos mit einer Wasserpumpenzange auf einen der Männer eingeschlagen haben. Vor dem Amtsgericht Unna bestritt er nun die Hiebe mit dem Werkzeug. Grund des Streits war der junge Hund, den ein Mieter zu oft allein ließ und der auch nicht stubenrein war.

Am 16. Dezember 2018 eskalierte die Situation, und die Männer gerieten vor der Haustür heftig aneinander. Der gesondert verfolgte Vermieter schlug auf den Hundebesitzer ein. In diesem Moment soll der angeklagte Bönener (48 Jahre) eingegriffen und mit der Zange zweimal auf den Kopf des Hundebesitzers geschlagen haben. Laut Anklage erlitt der junge Mann eine blutende Platzwunde.

Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung

Gefährliche Körperverletzung wird dem Bönener nun vorgeworfen. Doch so will er den Vorwurf nicht stehenlassen. Er habe mit seinem eigenen Hund eine letzte Runde an dem Tag drehen wollen, habe Geschrei gehört und Gerangel gesehen, lediglich schlichtend eingreifen wollen und habe sich letztlich selbst verteidigen müssen. Es könne sein, dass die Hundeleine einen Beteiligten getroffen habe. Aber eine Zange als Schlagwerkzeug eingesetzt? Das habe er nicht getan.

Nach der Einlassung wurden mehrere Zeugen gehört – unter ihnen der Geschädigte. Er habe plötzlich Schläge von hinten bekommen und gemerkt, wie ihm das Blut über den Kopf gelaufen sei. Er selbst habe keinen Gegenstand in der Hand des Angeklagten gesehen – höchstens die Hundeleine. Andere hätten ihm später erzählt, dass ihm der angeklagte Bönener „mit einer Rohrzange den Schädel eingeschlagen“ habe.

Fortsetzung Anfang Juni

Seine Mutter, Zeugin des Vorfalls, versicherte, dass der Mann mit einer Zange zugeschlagen habe. Ihr Verlobter, gleichzeitig auch der gesondert verfolgte Streithahn und Vermieter, sagte aus, dass er sich aufgrund seiner damaligen Alkoholisierung noch nicht einmal daran erinnern könne, ob er den Angeklagten vor Ort gesehen habe. Auch wisse er nichts von einer Zange.

Unter den Umständen sah das Gericht Bedarf, weitere Zeugen zu hören. Das Verfahren soll Anfang Juni fortgesetzt werden.

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