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Fünfjähriges Kind muss mit ansehen, wie seine Mutter vom Freund geschlagen wird

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Von: Jana Peuckert

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Blaulicht Polizeifahrzeuge
Die Polizei war von einer Zeugin gerufen worden, die den Streit des Paares am Kirchplatz beobachtet hatte. © Rolf Vennenbernd

Als sich ein Paar auf dem Kirchplatz in Bönen streitet, kommt es auch zu Handgreiflichkeiten. Die junge Frau stürzt zu Boden und wird von ihrem Lebensgefährten gewürgt. Eine Zeugin alarmiert die Polizei. Das fünfjährige Kind der Frau muss die Auseinandersetzung mit ansehen.

Bönen/Unna – Es ist etwa 16 Uhr am 18. März, als eine 26 Jahre alte Frau aus Kamen in Bönen aus der Musikschule kommt. Sie hört Geschrei. Als sie sich umsieht, bemerkt sie am Kirchplatz ein Paar, das in einen Streit geraten ist. Die Frau beobachtet, wie der Mann seiner Freundin einen Schlag ins Gesicht versetzt. Sie stürzt zu Boden.

Die 26-Jährige versteckt sich daraufhin hinter einer Hecke und alarmiert die Polizei. Sie bekommt mit, dass sich der Mann bei seiner Freundin entschuldigt. Beide setzen sich auf eine Bank. Dort geraten sie allerdings erneut in einen Streit. Die Frau schubst den Mann, woraufhin er sie von hinten in den Würgegriff nimmt und erneut zu Boden bringt. In diesem Moment schreitet ein Passant ein und die Polizei kommt dazu.

Eifersucht und Alkohol

Für die Körperverletzung muss sich der Mann (25) im Amtsgericht Unna verantworten. Der Bönener erklärt, dass er mit seiner Freundin gestritten habe: „Sie hat mich provoziert, dann ist das irgendwie so passiert, dass mir die Hand ausgerutscht ist. Es tut mir unendlich leid. Ich weiß nicht mehr ganz genau, was alles passiert ist. Ich liebe sie.“ Die 23 Jahre alte Freundin erklärt zu dem Vorfall: „Ich bin immer ziemlich eifersüchtig.“

Den ganzen Tag über habe sie ihren Freund auf der Arbeit mit Nachrichten bombardiert. Auf dem Weg zu ihrer Wohnung hätten sie gestritten. „Dann hat er mir eine gegeben“, erklärt die Geschädigte. „Sie hatten 1,1 Promille“, bemerkt die Richterin. „Ach, so viel“, reagiert die 23-Jährige überrascht. Sie gibt aber zu, vorher mit ihrer Schwester getrunken zu haben. Die Frau macht deutlich, dass sie an einer Strafverfolgung ihres Freundes nicht interessiert ist. „Er ist sonst gar nicht so.“

Das Gericht stellt das Verfahren vorläufig gegen eine Zahlung von 600 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund ein. Dass es der Kinderschutzbund ist, ist kein Zufall: Die fünfjährige Tochter der Frau hat die Auseinandersetzung mit der Körperverletzung mit ansehen müssen.

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