Abenteuerlust in Bönen hat Konsequenzen 

Lost-Places-Jäger erhalten Strafe nach Tour durch verlassenen Woolworth-Komplex 

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Der Woolworth-Komlex zieht trotz des Betretungsverbots immer wieder Neugierige an.

Unna/Bönen/Bergkamen – Als die Neugier größer als alle Skrupel war, verschafften sich vier junge Männer aus Bergkamen und Umgebung Zutritt auf ein Firmengelände in Bönen. Ihre Abenteuerlust endete nun mit einem Verfahren wegen Hausfriedensbruchs.

Über ein Loch im Zaun krochen die 17- bis 24-Jährigen in der Nacht auf den 16. Juni auf das „Woolworth“-Gelände und hatten Pech. Anstelle einer spannenden Erfahrung kassierte das Quartett eine Strafanzeige. Betreten erschienen die vier jungen Leute nun zu ihrer Verhandlung vor dem Unnaer Amtsgericht. 

Leugnen wollten sie das Ganze nicht, aber erklären. „Die Neugier hat uns getrieben“, betonte einer von ihnen und fügte hinzu, dass sie sich nur einmal ein großes Versandlager hätten angucken wollen. 

Lost-Places-Jäger sahen nichts

Den Tipp, so gab sein Nebenmann preis, hätten sie von einem Bekannten erhalten. Allerdings seien alle Türen verschlossen gewesen und sie hätten gar nichts gesehen. 

Der Richter fand deutliche Worte für die Expedition: „Es hat natürlich seinen Grund, dass so etwas umzäunt ist. Und deshalb hätten Sie da auch nicht hingehen dürfen, auch wenn Sie es gerne sehen wollten. Merken Sie sich das.“ 

Nach dieser richterlichen Ermahnung wurde das Verfahren gegen die drei jüngeren Angeklagten ohne Auflagen eingestellt. Anders sah es beim Ältesten im Bunde aus. Sein Verfahren wurde zwar auch eingestellt, aber da er bereits zwei Mal strafrechtlich in Erscheinung getreten war, mit der Auflage, 400 Euro Geldbuße zugunsten des „Lebenszentrums Königsborn“ zu zahlen.

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