Stefan Eickelberg soll neuer Feuerwehrchef von Bönen werden 

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Fachbereichsleiter Jörg-Andreas Otte (links) und Bürgermeister Stephan Rotering freuen sich, dass jetzt eine Lösung in Sicht ist: Wenn der Rat zustimmt, übernimmt Stefan Eickelberg (Mitte) das Amt des Wehrleiters.

Bönen – Nach zwei Jahren Vakanz soll der Posten des Leiters der Freiwilligen Feuerwehr Bönen jetzt endlich wieder besetzt werden. Am Montag vergangener Woche hat die  Anhörung aller Feuerwehrmitglieder stattgefunden, die Stefan Eickelberg als Nachfolger des jetzigen Kreisbrandmeisters Thomas Heckmann benannten. In seiner nächsten Sitzung am 28. November wird der Rat der Gemeinde über die Ernennung noch abstimmen müssen.

Nach dem Weggang von Thomas Heckmann tat sich die Bönener Feuerwehr schwer, einen Nachfolger in den eigenen Reihen zu finden. Jetzt hat Stefan Eickelberg sich bereit erklärt, die verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Der 46-jährige Landwirt aus Flierich – derzeit stellvertretender Zugführer des Löschzuges II – ist seit 25 Jahren aktiv als Mitglied in der Bönener Feuerwehr und kennt die Kollegen, aber auch die Situation und Probleme vor Ort. 

Wenn der Rat seiner Ernennung zustimmt, dann wird er den Posten zunächst für zwei Jahre kommissarisch übernehmen, weil ihm noch ein Verwaltungslehrgang fehlt, den er in dieser Zeit absolvieren wird. „Die formalen Anforderungen an den Feuerwehrchef sind jedenfalls höher, als an das Amt des Bürgermeisters“, kommentiert Bürgermeister Stephan Rotering mit einem Augenzwinkern.

Feuerwehr ist kein Hobby, sondern eine Einstellung 

„Feuerwehr ist kein Hobby, sondern ein Ehrenamt, das ein hohes Maß an Professionalität verlangt, und eine Einstellung, wie man sich in der Gesellschaft verhält. Nur, wenn jeder ein bisschen Verantwortung übernimmt, können die Aufgaben gemeistert werden. Dann verteilt sich das auf viele Schultern – und das hilft der Gemeinschaft“ ist Eickelbergs Überzeugung. 

„Ich bin mir sicher, dass wir mit Stefan Eickelberg eine gute Wahl treffen“, freut sich Stephan Rotering, dass jetzt eine Lösung in Sicht ist. „Er stammt aus der Truppe und die Akzeptanz ist da. Da spielen auch Emotionen eine Rolle, die Chemie muss stimmen, um die Truppe zusammenzuhalten.“ 

Was hat Stefan Eickelberg letztlich dazu bewogen, den Posten zu übernehmen? „Ich bin jetzt 25 Jahre in der Feuerwehr, und zwar aus Überzeugung. Und ich bin genau in dem Alter, um jetzt Verantwortung zu übernehmen. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen, dass die nächste Generation dazu bereit ist“, sagt er. „Ich bin einer aus der Mannschaft, und das bleibe ich auch. Ich sehe diesen Posten sehr ernsthaft, was seine Aufgaben betrifft. Aber auch das ist ein Ehrenamt, und das können wir nur zusammen schultern. Sicherlich hat es lange gedauert, eine Entscheidung zu treffen, weil es weitreichende Konsequenzen hat.“ 

Den "Laden zusammen halten" und Weichen für Zukunft stellen

Wo sieht er seine vorrangigen Aufgaben als Leiter der Bönener Feuerwehr? „Wichtig ist, den Laden zusammen zu halten. Entscheidungen müssen immer auch vom Team getragen werden.“ Die Feuerwehr funktioniert nach seiner Einschätzung sehr gut. Wichtig für die Zukunft sei es aber, neue Mitglieder zu werben, um die steigenden Anforderungen zu bewältigen. „Jeder ist willkommen, denn die Aufgaben sind vielfältig.“ 

Ob er als Landwirt in den Sommermonaten bei Alarm immer abkömmlich sein kann, sieht er nicht als vorrangiges Problem: „Es gibt Stellvertreter und ausreichend gut ausgebildete Personen bei der Bönener Feuerwehr, die einen Einsatz führen können. Der Wehrleiter muss nicht zwingend jeden Einsatz leiten.“ Eickelberg sieht seine Aufgaben eher als Bindeglied zwischen Wehr und Verwaltung. 

„Mir ist wichtig, dass alle Entscheidungen im Konsens mit der Feuerwehr passieren. Insbesondere, wenn wir über Infrastruktur reden müssen, etwa über das Feuerwehrgerätehaus an der Bachstraße, ist es gut, dass wir jetzt einen Ansprechpartner haben“, sagt Bürgermeister Rotering, der aber auch betont, dass die Bönener Feuerwehr in der zweijährigen Übergangszeit von Hartwig Hoffmeier hervorragend kommissarisch geführt wurde. 

Dank an Hoffmeier für seine kommissarische Leitung

„Dafür gebührt ihm unser Dank. Denn bei mehr als 300 Einsätzen im Jahr in der Gemeinde ist die zusätzliche Belastung neben der Führung eines Betriebes wohl auch an die Grenzen der Belastbarkeit gegangen“, so Rotering. Hoffmeier wird als stellvertretender Wehrleiter Stefan Eickelberg auch weiterhin unterstützen. 

Der sieht sich vor allem als Teamplayer, der die Truppe zusammenhält und auch künftig auf einem hohen Qualitätslevel hält. „Wir sind zwar eine Freiwillige Feuerwehr und versehen unseren Dienst ehrenamtlich, sind aber genauso gut ausgebildet wie die Berufskollegen. Nur, wir machen das neben unserem eigentlichen Beruf.“ 

Retten, löschen, bergen, schützen – die Kernaufgaben der Feuerwehr garantieren zugleich die Sicherheit der Bürger. Einsätze, Nachbereitungen, Dienstbesprechungen, Übungen, Fortbildungsmaßnahmen, Jugendarbeit – die Aufgaben sind vielfältig und werden immer komplexer. Die Anzahl der Einsätze ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen und damit die Verantwortung der Feuerwehrleute. Ursache dafür sind vor allem zunehmender Verkehr im Gemeindegebiet, Wetterereignisse und weitere Ansiedlungen im Gewerbegebiet. 

Bürgermeister will Aufwandsentschädigungen anheben 

„Wir wissen, wie schwierig es ist, Leute für das Ehrenamt zu gewinnen“, so Rotering. Die Vielzahl der Einsätze und Aufgaben, die die Mitglieder der Feuerwehr übernehmen, könnten nicht angemessen entlohnt werden. „Ich werde daher dem Rat vorschlagen, die Aufwandsentschädigungen für unsere ehrenamtlichen Retter und Helfer deutlich anzuheben. Sie riskieren bei jedem Einsatz für unser Wohl ihre eigene Gesundheit und opfern darüber hinaus einen Großteil ihrer Freizeit. Hier geht es nicht um Entlohnung, sondern um Anerkennung des überdurchschnittlichen, ehrenamtlichen Engagements.“

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