Zu viele Bioabfälle im Restmüll

Gemeinde will gemeinsam mit der GWA über Entsorgung informieren

Küchenabfälle und Speisereste in der Biomülltonne
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Küchen- und Gartenabfälle gehören in die Biotonne - nicht in den Restmüll. Darauf will die Gemeinde nun stärker aufmerksam machen.

Bönen – Noch immer landen zu viele Küchen- und Gartenabfälle der Bönener in den Restmülltonnen. Nur 52 Prozent der Haushalte in der Gemeinde hat eine Bioabfalltonne, die von Mitarbeitern der Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft (GWA) Kreis Unna regelmäßig abgeholt wird. Alle anderen entsorgen ihren Biomüll anderweitig, im guten Fall auf dem eigenen Kompost, schlechterdings in der Restmülltonne. Wie die GWA berichtet, besteht der gesammelte Restmüll im Kreis Unna zu mindestens 25 Prozent aus Bioabfällen.

Eine Studie des Umweltbundesamtes geht sogar noch weiter: Demnach macht der Anteil an natürlich-organischen Stoffen knapp 40 Prozent des Restmüllgewichtes deutschlandweit aus. Dadurch gehen wichtige Ressourcen verloren. Viele dieser Abfälle könnten nämlich verwertet werden und so einen Betrag zum Klimaschutz leisten. Außerdem entstehen durch die Menge an kompostierbarem Material im Restmüll höhere Kosten bei Verbrennen und Entsorgen. Und die werden am Ende auf die Gebührenzahler umgelegt.

Dabei gilt in Bönen – wie überall im Land – die Pflicht, Abfälle entsprechend entsorgen zu lassen. Nach der Abfall- und Entsorgungssatzung der Gemeinde gilt dieser „Anschluss- und Benutzungszwang“ nicht nur für den Restmüll, sondern ebenso für den Bioabfall.

Geeigneter Kompostplatz muss vorhanden sein

Wer seinen Grünschnitt, seine Kartoffelschale und seine Schnittblumen lieber selbst kompostieren möchte, muss dies bei der Verwaltung beantragen. Die möchte sicher gehen, dass die Antragsteller eine ordnungsgemäße und schadlose Kompostierung auf eigenem Grund auch gewährleisten können. Die Möglichkeit, sich von der Pflicht eines Biomüllgefäßes entbinden zu lassen, will die Gemeinde daher an bestimmte Kriterien knüpfen. Zum einen muss auf dem Grundstück ein geeigneter Kompostplatz vorhanden sein, zum anderen muss der dort entstehende Humus wieder auf dem Grundstück verteilt werden.

Um die Bönener zu besseren Mülltrennern zu machen, setzt die Verwaltung jedoch zunächst mehr auf Aufklärung und Information als auf den Bußgeldkatalog. So soll in diesem Jahr die GWA mit ins Boot geholt werden, die mit den Bürgern Beratungsgespräche vor Ort führen und zudem bei Bedarf prüfen soll, ob ein Grundstück für die private Kompostierung geeignet ist.

Im ersten Schritt werden am Donnerstag die Mitglieder des Fachausschusses Planen, Bauen und Umwelt über dieses Thema informiert. Das Gremium tagt ab 18 Uhr in der Aula des Marie-Curie-Gymnasiums.

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