116 Fälle

Statistik der Jugendämter: Weniger Kinder im Kreis Unna akut gefährdet

Statistisches Bundesamt - Kinder
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Bönen/Kreis Unna – Die Jugendämter im Kreis Unna haben 2019 fast 1000 Mal eine Einschätzung bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung vorgenommen. Bei knapp 400 davon stellte sich heraus, dass keine Gefährdung vorlag. Doch in 116 Fällen sahen die Verantwortlichen eine akute Gefährdung. 

Die Gesamtzahl der Meldungen ist damit im Vergleich zum Vorjahr mehr geworden, die akuten Gefährdungen allerdings weniger. Das geht aus den Zahlen hervor, die das Statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen jetzt veröffentlicht hat.

NRW-weit hat es 47 707 Verdachtsfälle gegeben. Das sind 14,1 Prozent mehr als 2018. In 14,3 Prozent der Fälle lag eine akute Gefährdung vor, bei 19 095 Meldungen wurde keine Gefährdung festgestellt. Außerdem unterscheidet das Landesamt noch nach einer latenten Gefährdung, wenn nicht eindeutig ermittelt werden konnte, ob das Wohl eines Kindes bedroht ist, dies aber auch nicht ausgeschlossen werden kann. 

Eine Inobhutnahme in Bönen

Das waren im Kreis 137 Fälle und damit 23 mehr als im Vorjahr. Hilfebedarf, aber keine Gefährdung wurde im Kreis in 341 (2018: 296) Fällen gesehen. Insgesamt stieg die Zahl der Meldungen von 870 auf 990. Im Jahr 2013 waren es noch 722 gewesen – bei 102 akuten und 143 latenten Gefährdungen. 

Beim Jugendamt für Bönen, Fröndenberg und Holzwickede gingen 51 Meldungen ein (14 aus Bönen). Für Bönen zeigt die Statistik des zuständigen Jugendamtes eine detaillierte Auflistung wie für den Kreis nicht an. Kreissprecher Max Rolke teilte aber mit, dass es 2019 eine Inobhutnahme gegeben habe (in Fröndenberg waren es zwölf, in Holzwickede vier). 

2018 sei in Bönen dreimal ein Kind aus der Familie genommen worden. Laut dem Statistischen Landesamt waren für NRW die häufigsten Gründe für eine akute Kindeswohlgefährdung Vernachlässigung (3623-mal), körperliche (2631) und psychische (2239) Misshandlungen. In jedem vierten Fall wurden die Jugendämter von Polizei oder der Justiz informiert, in 16,2 Prozent der Fälle wiesen Verwandte, Bekannte und Nachbarn des Kinder auf eine Gefährdung hin. Jede zehnte Meldung erfolgte dagegen anonym.

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